Pfarrer Gregor König bekommt Unterstützung bei der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV)

Kommandantentag im Fürsty-Offiziersheim

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Abschied nehmen von der Fürsty-Feuerwehr hieß es für (v.l.) Kreisbrandinspektor Johann Hintersberger, Thomas Warneke von der Wehr am Fliegerhorst, Kreisbrandrat Hubert Stefan, Kreisbrandinspektor Jörg Ramel und den stellvertretenden Landrat Hans Wieser.

Fürstenfeldbruck - Auf die Frage, wieviele Feuerwehren es im Landkreis Fürstenfeldbruck gibt, antwortete Kreisbrandrat Hubert Stefan in den vergangenen Jahren immer: „52 – und die Berufsfeuerwehr am Fliegerhorst.“ Den Zusatz kann sich Stefan künftig sparen. Der Start in den traditionellen Kommandantentag im Fürsty-Offiziersheim stand ganz im Zeichen des Abschieds von der dortigen Wehr.

Zum 31. Dezember 2015 war die Fliegerhorst-Feuerwehr aufgelöst worden. Noch bis März kümmern sich vier Floriansjünger darum, dass Gerätehaus uns Ausrüstung verwaltet und abtransportiert werden. Dann heißt es für den Feuerwehr-Chef Thomas Warneke und seine Mitstreiter, endgültig Abschied zu nehmen. „Ich verlasse den Landkreis mit zwei weinenden Augen“, sagt Warneke. Der stellvertretende Landrat Hans Wieser bedauerte die Auflösung sehr: „Jetzt gilt es das weitere Vorgehen zu regeln, wenn die Feuerwehr mal nicht mehr am Fliegerhorst ist.“ Stefan lobte indessen die gute Zusammenarbeit unter anderem bei der Ausbildung und sagte: „Es wäre uns lieber, wenn die Fürsty-Feuerwehr erhalten bliebe.“ Nach den Abschiedsworten stand der Kommandantentag einmal mehr ganz im Zeichen der Information. Neben verschiedenen Vorträgen und Demonstrationen zum Digitalfunk, dem Einsatz von Schaummitteln oder der Kennzeichenabfrage bei Einsätzen der Technischen Hilfeleistung, wurden den anwesenden Kommandanten und ihren Stellvertretern auch die neuen Fahrzeuge der Feuerwehren im Landkreis präsentiert. Mit großem Interesse verfolgten die Feuerwehrler auch den beeindruckenden Bericht des Aichacher Kreisbrandrats Ben Bockemühl über den Einsatz nach dem Tornado in Affing. Neues gab es außerdem von der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV). Nicht nur die Opfer von Notfällen und deren Angehörige brauchen häufig psychische Betreuung.

Auch die Einsatzkräfte sind Extremsituationen ausgesetzt, die sie psychisch schwer belasten können. Aus diesem Grund hat sich das PSNV-Team in Bruck nun breiter aufgestellt. Bislang hatte Pfarrer Gregor König (57) aus Gröbenzell die Feuerwehr-Seelsorge alleine angeboten. Künftig stehen ihm mit Sascha Stirm (46), der ebenfalls der Gröbenzeller Wehr angehört, sowie den Germeringer Feuerwehr-Leuten Julia Lichti (38) und Harald Neckar (32) drei Helfer zur Seite.

Das Team bietet den Kreisfeuerwehren Präventionsschulungen, aber auch Hilfe beim Einsatz und in der Nachsorge an. Zum Beispiel bei schweren Verkehrsunfällen werde das PSNV-Team benötigt, erklärt Stirm: „Verletzte oder tote Kinder, aber auch Tod oder Verletzung eines Feuerwehrkameraden können besonders belastend sein.“ König und seine drei neuen Mitstreiter berät die Kameraden in solchen Fällen nicht nur selbst, sondert vermittelt auch kompetente Fachärzte. Kreisbrandrat Stefan mahnte, dieses Angebot anzunehmen: „Es ist nichts Schlimmes, wenn man Betreuung braucht. Es gehört vielmehr mittlerweile sogar zum Feuerwehr-Alltag.“

Andreas Daschner

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