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200 Gäste nahmen im Fliegerhorst Abschied vom Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin

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Von: Dieter Metzler

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OB Erich Raff kam nicht mit leeren Händen. Er überreichte Generalarzt Bernhard Groß ein Aquarell des Malers Mihail Mitiu zum Abschied.
OB Erich Raff kam nicht mit leeren Händen. Er überreichte Generalarzt Bernhard Groß ein Aquarell des Malers Mihail Mitiu zum Abschied. © Metzler

Fürstenfeldbruck – „Jetzt ist es so weit“, sagte der Chef des Zentrums für Luft- und Raumfahrtmedizin aus Köln-Wahn, Generalarzt Bernhard Groß, zur Eröffnung der Feierstunde anlässlich der Verabschiedung der militärischen Dienststelle von Fursty. Nach mehr als 60 Jahren verlässt das in der Bevölkerung wohl immer noch unter dem Namen bekanntere Flugmedizinische Institut der Luftwaffe den Brucker Fliegerhorst. Bis Anfang Oktober sollen die noch in Fursty befindlichen Abteilungen mit dem Zentrum in Köln-Wahn zusammengelegt sein.

„Es heißt Abschied zu nehmen vom Standort und von der Stadt Fürstenfeldbruck, in der wir uns sehr wohl gefühlt haben. Zugleich heißt es aber auch, aufzubrechen, um ein neues Kapitel in der Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe aufzuschlagen“, sagte Groß. „Wir wollen die Feierstunde nutzen und an 60 erfolgreiche Jahre in der Luft- und Raumfahrtmedizin hier in Fursty erinnern.“

Die Anwesenheit des Oberbürgermeisters und der stellvertretenden Landrätin zeige die Verbundenheit, Anerkennung und Wertschätzung der Stadt und des Landkreises zum Fliegerhorst, so Groß, der versicherte, dass man diese Verbundenheit mitnehmen und in Erinnerung am neuen Standort halten werde.

Nach 60 Jahren heißt es jetzt Abschied nehmen, leider, sagte die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler (CSU). Die Stimmung der Belegschaft deute an, dass man schon ein Stückweit traurig sei, dass ein so traditionsreicher Standort aufgegeben wird. „Sie verlassen Fürstenfeldbruck mit Wehmut und Dankbarkeit. Aber so geht es auch uns“, sagte Drechsler. „Wir sind dankbar, dass hier eine international anerkannte Institution der militärischen Flugmedizin über sechs Jahrzehnte seine Heimat hatte. Es ist und war uns eine besondere Ehre, sie bei uns gehabt zu haben. Wir sagen laut danke und zum Abschied leise Servus.“

Lange Tradition und ein Teil der Brucker Geschichte gehen mit der Verlegung zu Ende

Er erinnere sich an einen Artikel im Januar, als der Umzug im Brucker Tagblatt angekündigt wurde, sagte OB Erich Raff. „Und nun ist es tatsächlich so weit.“ Eine lange Tradition und ein Teil der Brucker Geschichte gehen mit der Verlegung des Zentrums für Luft- und Raumfahrtmedizin zu Ende. Die Zusammenarbeit sei stets von einer besonderen Verbundenheit geprägt. „Die Stadt war und ist stolz auf diese langjährige Historie“, so Raff, gelte der Fliegerhorst doch als Heimat der militärischen Flugmedizin. Auf Vorschlag der Stadt und des Landkreises wurde 2019 das Zentrum mit dem Fahnenband des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet, erinnerte Raff und meinte, „diese seltene Verleihung drückt die besondere Wertschätzung und Dankbarkeit des Freistaates für die Leistung der Bundeswehr und die tiefe Verbundenheit zur Stadt und den Landkreis aus.“ Zum Abschied überreichte Raff im Namen der Stadt dem Chef des Zentrums, Generalarzt Groß, ein Aquarell mit dem Blick auf die Leonhardkirche und Amperbrücke.

Als „Urgestein der Flugmedizin“ wurde Generalarzt a. D. Erich Rödig, ehemaliger Leiter des FlugMed, angekündigt, der in einer dreiviertel Stunde 60 Jahre des Instituts Revue passieren ließ.

Knapp 200 Gäste wohnen der Verabschiedung bei

Nicht ganz 200 Gäste hatten der Einladung in den Saal des Offizierheims Folge geleistet, um der Verabschiedung beizuwohnen. Zugleich erhielt dabei auch der Leiter der Brucker Abteilungen, Oberstarzt Lothar Bressem seine Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand. Und den beiden Oberstärzten, Augenarzt Frank Jakobs wurde das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber sowie Orthopädiearzt Torsten Pippig in Gold verliehen. Mit der Bayern-

hymne und der Nationalhymne, gespielt vom Gebirgsmusikkorps aus Garmisch, endete der offizielle Teil, danach waren alle Gäste zum gemeinsamen Abendessen eingeladen.

Dieter Metzler

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