Schulleiter Hermann Baumgartner  vom Gröbenzeller Gymnasium in der Segeljolle sitzend verabschiedet

 Einfach in den Ruhestand "davongesegelt"

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Der scheidende Schulleiter des Gröbenzeller Gymnasiums, Oberstudiendirektor Hermann Baumgartner, wird sitzend in einer Segeljolle mitten durch die Gäste aus dem Schulsaal geschoben

Gröbenzell – Passender hätte der „Auszug“ von Schulleiter Hermann Baumgartner am 28. Januar aus der Schule nicht sein können: In einer kleinen Segeljolle sitzend wurde der in den Ruhestand gehende Oberstudiendirektor des Gröbenzeller Gymnasiums und in seiner Freizeit begeisterte Segler aus dem Festsaal des Gymnasiums geschoben. 

Als engagierten Pädagogen mit feinsinnigem Humor und großer Kompetenz im Vermitteln beschrieben ihn die insgesamt sieben Redner und alle waren sich einig: der 64-jährige gebürtige Landsberger hat das Gröbenzeller Gymnasium nachhaltig geprägt. Nach knapp acht Jahren an der Spitze der Einrichtung wurde der allseits geschätzte Schulleiter von 270 geladenen Gästen in den Ruhestand verabschiedet, in den Baumgartner, der im Mai 65 Jahre alt wird, bereits am 19. Februar tritt. „Vergiss mein nicht“, sang der Juniorchor und gerührt verneigte sich der leitende Direktor vor dem Chor, als zwei Mädchen ihm anschließend einen kleinen Blumentopf mit gebastelten Vergissmeinnicht übergaben.

 „Eigentlich ist alles gesagt, oder besser gesungen“, meinte dann auch Landrat Thomas Karmasin bei seinem Grußwort. „Die Eigenschaften eines guten Schulleiters sind mit denen eines guten Skippers durchaus ähnlich.“ Bürgermeister Martin Schäfer überreichte nach seinem Grußwort Baumgartner einen Fußabstreifer aus Tauen. In der sehr emotionalen Abschiedsfeier drängte sich Baumgartners Hobby beinahe zu einem Vergleich mit der Schule auf, der sich dann auch wie ein roter Faden durch alle Reden zog. „Er ist ein guter Lotse und Steuermann“, meinten später die im Dialog auftretenden Elternbeiräte Notker Lampart und Claudia Ankerne. Schon früh wurden Baumgartners Führungsqualitäten erkannt, stellte der Ministerialbeauftragte für die oberbayerischen Gymnasien und damit Baumgartners Vorgesetzter, Stephan Zahlhaas, die beachtliche 36-jährige berufliche Laufbahn des scheidenden Schulleiters heraus.

Die drei Schülersprecher Lena Kurt, Karim Khalifa und Niklas Habik dankten ihrem Direktor mit einem gerahmten Foto, auf dem alle Klassensprecher das Logo der Schule, ein doppeltes G, nachstellten. Als Lotse und Steuermann, nicht als Kapitän habe sich Baumgartner vor acht Jahren vorgestellt, rief der Personalratsvorsitzende Peter Kleinknecht, der mit Baumgartner mittlerweile schon seinen dritten „Chef“ verabschiedete, den Gästen in Erinnerung. Baumgartner habe quasi wie die Schüler, die heuer vor dem Abitur stehen, ein G8 am Gymnasium Gröbenzell absolviert. Dass in der Zeit nicht jede Entscheidung vom Lehrerkollegium gebilligt wurde, bekam Baumgartner beispielsweise zu spüren, als er Promi-Koch Alfons Schuhbeck „den Gottvater der Omega-3-Fettsäuren“ als Berater für die Mensa präsentierte. „Viel ist Dir gedankt worden heute“, sagte Baumgartners Stellvertreter Boris Hackl, „ich möchte Dir besonders für das Vertrauen, das Du mir entgegen gebracht hast, danken. Und den Spruch, den Du immer bei Verabschiedungen sagst, möchte ich Dir nun mit auf den Weg geben: Vergiss uns nicht, und schau ab und zu vorbei.“ Baumgartner dankte allen Weggefährten und gab abschließend einen Rückblick, wie er vom Mikrobiologen doch noch zum Lehrerberuf avancierte. Letztlich gaben ein alter Studienfreund, den Baumgartner nach 30 Jahren wieder sah, und seine Ehefrau Gisela den Ausschlag, „dass ich diesen wunderschönen Lehrerberuf ergriffen habe. Mein Ziel als Lehrer war immer: Ich wollte eine Schule, in die Schüler und Lehrer gern gehen und sich wohlfühlen.“

Dieter Metzler

 

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