Zum Abschuss freigegeben - Stark wachsende Wildschwein-Population in Südbayern - Hege- und Naturschau zog Bilanz

Vor den Abschuß-Trophäenwänden: Vorstandschaftsmitglieder der BJV-Kreisgruppe (v.re.) Gerhard v. Hößlin, Torsten Kaminski, Rainer Grüter (Kreisjagdberater), Hans Betz (Untere Jagdbehörde/LRA), Jakob Staffler und Josef Freytag (Hegegemeinschaft 02). Foto: Günter Schäftlein

Die erstmals im Mammendorfer Bürgerhaus ausgerichtete gesetzliche Hege- und Naturschau der BJV-Kreisgruppe bekam mit „Respekt!“ ein Lob von Hans Betz, Leiter der Unteren Jagdbehörde im LRA FFB. Er übernahm mit dem Kreisvorsitzenden Gerhard v. Hößlin die Begrüßung der jagdgenossenschaftlichen Mitarbeiter, Hegegemeinschaften und zahlreicher Gäste.

Darunter Forstdirektor Hans-Jürgen Gulder, der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung, Gottfried Haug sowie Mitarbeiter der Abt. Öffentliche Sicherheit und Ordnung im LRA. Ein herzlicher Gruß galt dem durch Krankheit verhinderten Ehren-kreisvorsitzenden Georg Sollinger. In seinem ausführlichen Rechenschaftsbericht zu den jagdlichen Entwicklungen 2011/12 wies Hans Betz insbesondere auf die dramatischen Defizite in der Schwarzwildbejagung hin: „Neueste wissenschaftliche Studien belegen nach Mastjahren von Eiche und Buche rechnerische Zuwachsraten in der Population von 300% und mehr!“ Im Landkreis FFB hatte im abgelaufenen Jagdjahr Schwarzwild auch bisher schwarzwildfreie Reviere besiedelt. Drastische Gegenmaßnahmen wären erforderlich. So „sind Frischlinge bei jeder sich bietenden Gelegenheit und unabhängig vom Körpergewicht sehr intensiv zu bejagen!“ Der Anteil erlegter Bachen hätte bisher zwischen 4 und 6% geschwankt. Zu wenig: Hier wäre unter Beachtung des Muttertierschutzes „auf eine verstärkte Bejagung auch an weiblichen Stücken zu achten.“ Im Landkreis wurden 2011/12 nur 147 Wildschweine erlegt, 2010/11 waren es noch 197 Stück. Bei Schwarzwild ist die Trichinenbeschau gesetzlich vorgeschrieben und der Revierinhaber dafür verantwortlich, was nicht an Wildbrethändler, Gastwirte oder private Abnehmer delegiert werden kann. Die radioaktive Cäsiumuntersuchung ist nicht gesetzlich verankert, aber aufgrund der Lebens- und Ernährungsweise der Sauen dringend anzuraten: Der Grenzwert (Messstation bei Martin Pentenrieder in Unterschweinbach) liegt bei 600 Becquerel/Kg. Höher belastestes Fleisch darf nicht in den Umlauf kommen und muß bei der Tierkörperbeseitigung in Kraftisried entsorgt werden. Eine Entschädigung nach Atomgesetz erfolgt auf Antrag durch die Bundesverwaltung in Köln (je Frischling = 102,26 Euro, je sonstiges Schwarzwild = 204,52 Euro). Im Jagdjahr 2011/12 wurden im Landkreis FFB erlegt: 2047 Rehe (Böcke/Geißen/Kitze), 306 Feldhasen, 53 Fasane, 619 Füchse, 95 Dachse, 554 Enten, 79 Graugänse, 11 Kanadagänse. BJV-Kreisgruppenvorsitzender Gerhard v. Hößlin bezeichnete die sich ausweitende Fuchsseuche als „voll im Landkreis angekommen“. Die aufgefundenen toten Tiere wären einfach erbärmlich anzuschauen. Sie können an der bestehenden Fuchssammelstelle im Kreisbauhof Hasenheide entsorgt werden. Kreisjagdberater Rainer Grüter zeichnete 16 Revierinhaber mit Bronze für die geweihstärksten Böcke aus. Silber ging an Amann/Revier Puch, Lindinger/Revier Alling, Oesterling/Revier Althegnenberg, Steinherr/Revier Aufkirchen und Wieser/Friedl im Revier Germerswang. Gold wurde vergeben an Amann/Rappenglitz im Revier Überacker, Dirr (aus Kissing) Revier Mittelstetten III, Kriegel/Revier Mammendorf-Süd und Pendinak/Revier Rottbach. Jagdliche Auskünfte durch die Untere Jagdbehörde im LRA FFB und Kreisjagdberater Rainer Grüter, Stv. Andreas Rauch.

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