Agenda 21 feiert Jubiläum

Nachhaltigkeit seit 20 Jahren

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Gastreferent Thomas Ködelpeter und Michaela Bock vom Agenda21-Büro des Landratsamtes im Gespräch bei der Geburtstagsfeier im Landratsamt. 

Fürstenfeldbruck – Vor 20 Jahren begannen die Bürger im Landkreis die Ergebnisse der Konferenz von Rio 1992, die Agenda 21, vor Ort umzusetzen. Der Landkreis wurde in Bayern zum Modelllandkreis für die Agenda erkoren. Der Kreistag bekannte sich 1997 einstimmig zum Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit und beschloss die lokale Agenda 21 zu unterstützen. Seit 1999 leitet Michaela Bock das Agenda-Büro im Landratsamt und koordiniert, vernetzt und unterstützt die lokalen Agenda 21-Gruppen und Initiativen im Landkreis.

Zum 20-jährigen Jubiläum lud der Landkreis alle Beteiligten und interessierten Bürger zu einer Feierstunde ins Landratsamt ein. Als Gastreferent informierte Thomas Ködelpeter von der Ökologischen Akademie Linden über die von den Vereinten Nationen 2015 erlassenen neuen Entwicklungsziele, die Agenda 2030, und gab zugleich eine erste Einschätzung wie der Landkreis hinsichtlich dieser Ziele bisher aufgestellt ist. Stellvertretende Landrätin Martina Drechsler (CSU) dankte den Menschen, die sich seit dem ersten Tag an für eine bessere Lebensqualität in Verantwortung gegenüber der nachfolgenden Generationen einsetzen, für ihre Ausdauer und ihr Engagement. Bei ihrem Rückblick zählte sie die einige der vielen Nachhaltigkeits- initiativen der lokalen Agenda 21 zu den Themen soziales Miteinander, Ressourcenschutz, Ernährung, Mobilität, Naturschutz und Energiewende auf. So nannte sie neben dem Angebot der Brucker Land Sonnenäcker den Fürstenacker und den Gröbenzeller Pflanzlgarten. Puchheim habe sich gar zu einer „Essbaren Stadt“ gewandelt, erwähnte Drechsler das Projekt, bei dem immer mehr Städte ihre Grünanlagen in „essbare Landschaften“ umwandeln. Die Repair-Cafés in Bruck, Puchheim, Olching, Gröbenzell und Germering haben längst einen festen Platz beim Ressourcenschutz eingenommen. Auch die Zahl der Fair-Trade-Städte und Gemeinden sowie Schulen wachse. Neben Gröbenzell, Puchheim und Fürstenfeldbruck wurde erst vor einer Woche auch Olching zur Fair-Trade-Stadt. Faire Schulen sind das Viscardi Gymnasium, das Carl-Spitzweg-Gymnasium und die Realschule in Puchheim. 

Klimaschutz ganz oben: Zwei Windräder in Mammendorf und Malching

Ganz oben auf der Agenda steht der Klimaschutz, für den der Landkreis 2012 ein Konzept verabschiedet hat. Einige Kommunen haben eigene Klimaschutzbeauftragte eingerichtet. In den Gemeinden Mammendorf und Malching drehen sich zwei Windräder und erzeugen sauberen Strom für 16.000 Menschen. Unterhaltsam wurde die Geburtstagsparty, als die freien Mitarbeiter des Agenda-Büros in Anlehnung an die erfolgreiche „Sendung mit der Maus“ die Arbeit von Michaela Bock in einem Sketch herausstellten und anschließend Umweltpädagogin Brigitte Thema unter den Gästen ganz nach der ZDF-Kinderquizsendung „1, 2 oder 3“ die lokalen „Nachhaltigkeitsprofis“ ermittelte. Was es mit der Agenda 2030 und den darin enthaltenen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung auf sich hat, darüber informierte der Sprecher vom Bündnis „Nachhaltigkeit Bayern“, Thomas Ködelpeter, nachdem sich die Gäste zuvor am Buffet mit Getränken und Essen gestärkt hatten. Die Agenda 2030 sei nicht etwa etwas vollkommen Neues, sondern setze auf dem guten Fundament der Agenda 21 an. 

Kritik am Leitbild

Leichte Kritik übte Ködelpeter am Leitbild, das sich der Landkreis 1997 gab. Es sei damals so unverbindlich gefasst worden, dass getrost alle ja sagen können, aber er vermisse präzensierte Ziele, nichts terminiertes, nichts budgetiertes, keine Umsetzungsmaßnahmen. Von so einem Ziel kann keine strukturelle Veränderung ausgehen. Zudem vermisst er eine Stabsstelle, die dem Landrat direkt unterstellt ist. Es muss eine Querschnittsaufgabe sein, die durch alle Referate geht und nicht nur einem Referat zugeordnet ist.

Dieter Metzler

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