ai-Ortsgruppe Fürstenfeldbruck kämpft für Menschenrechte weltweit – 50 Jahre aktiv - Jubiläumsfeier

Jubiläumsumrahmung bei 50 Jahre ai: „improMacchiato“ vom Viscardi mit Aline, Wolfi, Finn, Magda, Jenny und Dani.

Die Ortsgruppe 1621 Fürstenfeldbruck von amnesty international gründete sich im Nobelpreisjahr 1977: „Sechs Gründungsmitglieder trafen sich im Wohnzimmer bei einer Lehrerin … heute ist davon noch Helga Januschke unter uns …“, so die jetzige Leiterin Sabine Wagner-Rauh. Fast schon eine Selbstverständlichkeit, dass man „ai“ bereits am Werk vermutet, dort, wo der Mensch existentiell bedroht ist. Für AMNESTY INTERNATIONAL, den Friedensnobelpreisträger von1977, arbeiten weltweit mehr als 2,2 Millionen Mitglieder und Unterstützer in 150 Staaten/Regionen und politischer Unabhängigkeit.

Man arbeitet, argumentiert, streitet für die Wahrung der UN-Deklaration von 1948 in 30 festgelegten Artikeln zu den Menschenrechten - und gegen die Todesstrafe. Ein würdiger Erinnerungsanlaß für die globale Menschenwürde, in Deutschland wahrgenommen von ehrenamtlichen Mitarbeitern in 700 Gruppen und unterstützt von 100.000 Menschen Schon bald fand man jedoch einen großzügigen räumlichen Unterschlupf im Gemeindezentrum der evang. Gnadenkirche, wo man sich nach wie vor einmal im Monat am 2. Dienstag trifft. „Wir beraten unsere Öffentlichkeitsarbeit, vereinbaren Aktivitäten wie den Bücherbasar im Kloster oder den neuesten Info-Stand.“ Man gestaltet auch Gottesdienste (wie am 3. Nov. in der ev. Erlöserkirche) oder beteiligt sich am 1. Adventssonntag am „anderen Weihnachtsmarkt“ in St. Berrnhard. Der ai-Initiativ-/Arbeitskreis in FFB umfasst 12 Personen, schreibt über Menschenrechtsverletzungen an Staatsgrößen und Diplomaten, formuliert Petitionen, sammelt Unterschriften, organisiert Benefizkonzerte. Zum Engagement gehören Fälle wie der in Aserbeidschan verurteilte Student und Aufklärer Jabbar Savalan, dem man Drogen unterschob, um ihn verurteilen zu können. Aber auch die erneut in Afghanistan allgemein bedrohten Frauen („Frauenrechte nicht wegverhandeln!“) oder Unterschriften gegen die Todesstrafe in Weißrußland, „dem einzigen Land in Europa, wo das noch praktiziert wird“, veranlasst durch den Diktator Lukaschenko. In der FFB-Ortsgruppe freut man sich über die Entlassung des betreuten iranischen Gefangenen Abbas Lisani 2008 aus der Haft. Derzeit kämpft man für den iranischen Gewerkschaftler Mousour Ossanlu und setzt sich für bessere Haftbedingungen eines ägyptischen Gefangenen ein. Sabine Wagner-Rauh abschließend: „Lassen sie uns das UN-Recht nützen. Setzen wir uns für andere ein, die schuldlos im Gefängnis sitzen.“ Der vhs-Leiter Bruno Thalmayr hatte die ai-Mitglieder und zahlreichen Gäste im eigenen „Haus für Bildung und Begegnung“ begrüßt. 2. Bgm. Hans Schilling lobte den weltweiten ai-Einsatz, insbesondere für Kinder und die Freiheit und wünschte der Organisation die Kraft, damit weiterzumachen. Herbert Veit, Gruppenmitglied für kirchliche Angelegenheiten, erinnert an den ai-Gründungsanlaß 1961, als in Portugal zwei Studenten verhaftet wurden: „Die hatten lediglich ein Hoch auf die Freiheit ausgebracht, was dem Regime unter Salazar überhaupt nicht gefiel …“ Veit: „Menschenrechte sind sehr konkret und zuständig für Folter, Gefängnis, Asyl, Gewissens- und Meinungsfreiheit.“ Weltweit würden von ai 159 Länder in ihren Unzulänglichkeiten/Verstößen kritisiert, u.a. auch Deutschland wegen überzogener Polizeieinsätze und Asylverfahren. Hierzulande laufen die ai-Fäden in Berlin und Bonn zusammen, weltweit in London und einem kompletten Recherche-Center mit rund 300 Mitarbeitern. Das Exekutivkomitee fungiert wie eine Art „Regierung“ der Organisation. Zu den größten Erfolgen zähle man die erhebliche Zunahme der Länder ohne Todesstrafe: heute 139, vor 50 Jahren waren es nur 16: „Fast eine Erfolgsgeschichte!“ Im Rahmenprogramm der Brucker Jubiläumsfeier traten mit der jazzigen Musikgruppe „artwork“ aus FFB ehemalige und tätige Rasso-Schüler/innen auf (Jacqueline Noah, Teddy Reumschüssel, Andreas Wimmer und Julia Myschik). Das Viscardi-Improvisationstheater „improMacchiato“ unter Ltg. von Claus Hilgers bot ebenso Nachdenkliches wie Herzerfrischendes in der jungen, spielfreudigen Formation mit Aline, Wolfi, Finn, Anne, Shirin sowie Magda, Jenny und Dani. Infos zu "ai" über Rauh_Wagner-Rauh@gmx.de oder mich-el.schneider@t-online.de

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