Über 200 Gäste beim  12. Wirtschaftsempfang der Großen Kreisstadt FFB – OB Sepp Kellerer nimmt nach 18-jähriger Amtszeit Abschied 

Ilse Aigner kritisierte beim Brucker Wirtschaftsempfang drohenden Wegfall des Handwerker-Bonus

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Im Churfürstensaal: Hausherr (für den Freistaat Bayern) Fachbereichsleiter Hermann Vogelgsang, Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege, Fachbereich Polizei, Staatsministerin Ilse Aigner, OB Sepp Kellerer.

Fürstenfeldbruck – Für den scheidenden OB Sepp Kellerer (CSU) war der 12. Wirtschaftsempfang der Großen Kreisstadt am 3. April auch eine Abschiedsveranstaltung. Staatsministerin Ilse Aigner  hob als Gastrednerin vor den über 200 Gästen im Churfürstensaal Kellerers Verdienste hervor. In die Fußstapfen von Sepp Kellerer zu treten,  seien „fei große Schuhe“ erklärte Aigner, an  die Adresse von Klaus Pleil (BBV), den künftigen Oberbürgermeister  gerichtet, der noch als Gast in der ersten Reihe saß.  Sie wünschte Kellerers Nachfolger "ein glückliches Händchen".  

1. Reihe v.l.n.r.: Ehepaar Kellerer, Staatsministerin Ilse Aigner, Thomas Goppel, Ehepaar Vogelgsang, 2. Reihe, r. Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer.

Begleitet von den Klängen der Stadtkapelle Fürstenfeldbruck trafen sich über 200 Gäste, Unternehmer, Handwerker, Gewerbetreibende, Gastronomen, ESG, Fliegerhorst, Bankvorstände (Stadtsparkasse mit komplettem Vorstand, Sparda und VR) im Churfürstensaal, den Ministerin Aigner nach der Eintragung ins Goldene Buch als „Juwel“ bezeichnete. Die Renovierung sei mit Hilfe des Förderkreisvorsitzenden Dr. Thomas Goppel maßgeblich vorangetrieben worden, betonte OB Kellerer. Der kunstsinnige Hausherr, Fachbereichsleiter Hermann Vogelgsang von der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege, Fachbereich Polizei, erklärte die spannende Geschichte von der zufälligen Entdeckung der Freskenmalereien durch den Hausmaler im Jahre 1992 und die Gründung des Klosters Fürstenfeld, das als „Sühnekloster“ von Herzog Ludewig II. den Strengen 1263 nach der Hinrichtung seiner unschuldigen Gemahlin Maria von Brabant gestiftet wurde. Fürstenfeld und Bruck seien wieder zusammengewachsen, sagte OB Kellerer. Das Veranstaltungsforum im Alten Kloster Fürstenfeld mit dem neugestalteten Museum  ziehe  300 000 Besucher an. Manchmal verbunden mit Stau, was auch Ilse Aigner bei ihrer Anfahrt widerfuhr.  

Und damit war man schon mittendrin im Thema Straßenverkehr/ÖPNV: „Auf der S-Bahn ist man doch noch schneller,“ meinte Kellerer. In seiner Rede  griff der scheidende OB –  "Ich habe mich jeden Tag gefreut, wenn ich in die Arbeit gefahren bin" –  Themen auf,  wie die Energiepolitik ("40 Prozent des regenerativen Stroms erzeugen wir selbst“), die Verunsicherung bei energetischen Sanierungen wegen der Dämmung, den schwierigen und kostspieligen Breitbandausbau, die Überhitzung der Metropolregionen, die Partnerschaft mit Andalusien zur Anwerbung von spanischen Fachkräften und seine Erfahrungen in den ersten sechs Jahren mit der Industrieansiedlung in der Hasenheide, die wegen der nicht zufriedenstellenden Anbindung nur zögerlich angenommen worden sei. Anfangs betrugen die Gewerbesteuereinnahmen nur 6 - 7 Mio., jetzt sind es 15 Millionen, aber „immer noch zu wenig“, sagte  Kellerer. 

Eintrag von Ilse Aigner, Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, ins Goldene Buch der Großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck: "Alles Gute und Gottes Segen" 

Die „GroKo“ in Berlin, so Aigner einleitend, sei „keine Liebesehe, sondern mehr eine Wohngemeinschaft“. Und so kritisierte sie auch den Vorstoß,  die Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen wie Renovierungen/ Wartung der Heizung oder für Gartenarbeiten abzuschaffen. Das Argument der politischen Gegner, dass dieser Bonus den Staat 1,52 Milliarden koste, erwähnte Aigner nicht. (Nach neuesten Meldungen der Handwerkerzeitung  am 4. 4. 2014  soll SPD-Chef  Gabriel jetzt Entwarnung gegeben haben). 

Vorrangig seien Breitbandausbau (Bayern liege weit vor Baden-Württemberg), Zukunftsinvestitionen in die Schiene, Innovationen – „wir sind kein Billiglohnland, wir können nur bestehen, wenn wir bei Innovationen ein Stück voraus sind“. Die Export-Nation Deutschland sei auch führend, wenn es um den Bau und die Wartung komplizierter technischer Anlagen gehe. Zu den Investitionen im Bildungsbereich: „Jeden 3. Euro geben wir dafür aus.“ Jeder 2. Arbeitsplatz hängt in Bayern vom Export ab. 

Zum Thema Energiepolitik hatte schon Kellerer festgestellt, dass der Strompreis nur ein kleines Segment in den Haushalten sei. Aigner zur Preisentwicklung: „Was wir jetzt machen, hat mit Marktpolitik nichts mehr zu tun.“ Im Fokus sind die 20-jährige Einspeisegarantie und die garantierte Abnahme, die die Staatsministerin an die Landwirtschaftspolitik früherer Zeiten erinnerten. „Wir brauchen auch die Technologien, die steuerbar sind, z.B. Biogas“. Schon bestehende Anlagen könnten vernünftiger eingesetzt werden. Speichern höre sich schön an, sagte die ausgebildete Elektro-Technikerin Aigner ,  aber das sei beim Strom nicht so einfach. Ein komplexes Feld sei auch „Power-to-Gas“, die Herstellung von Brenngas durch Strom aus Erneuerbaren Energien (EE). Man habe sich diese Woche mit der Kanzlerin in einer gemeinsamen  Richtung abgestimmt, es gelte, die Preise stabil zu halten - auch im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Bis 2017 strebe man eine stabile erneuerbare Energieumlage an. Es gebe noch ein Riesenpotential an Energie, wo man einsparen könne. Aigner: „Die beste Energie, ist die, die man gar nicht verbraucht." 

Hedwig Spies 

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