Aktion "Disco-Fieber"

Das Handy ist der Killer

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Hendrik Cornell von der Feuerwehr Eichenau schilderte die Gedanken und Empfindungen der Einsatzkräfte.

Fürstenfeldbruck – Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren verunglücken deutlich häufiger als andere Altersgruppen in einem Pkw. So zählte nach den Zahlen des Deutschen Verkehrssicherheitsrats im Jahr 2015 jedes siebte Unfallopfer zu dieser Altersgruppe. 17 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden werden von jungen Pkw-Fahrern im Alter zwischen 18 und 25 Jahren verursacht.

„Jeder Tote im Straßenverkehr ist einer zu viel“, betonte Polizeihauptkommissar Klaus Meissner kürzlich bei der Aktion „Disco-Fieber“, die nun bereits zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit der benachbarten FOS/BOS am Graf-Rasso-Gymnasium Fürstenfeldbruck durchgeführt wurde. Ziel der Aktion, die sich insbesondere an Führerscheinneulinge wendet, ist die Prävention. Was im Jahr 2000 in Schrobenhausen als Bürgerinitiative nach mehreren tragischen Disco-Unfällen begann, ist seit 2003 eine bayernweite Aktion für mehr Sicherheit von jungen Menschen im Straßenverkehr.

Unfälle können Spuren im Lebenslauf hinterlassen

Zentrales Anliegen der Veranstaltung ist es, den jungen Menschen bewusst zu machen, dass Autofahren eine große Verantwortung bedeutet – Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer. Daher steht die Aktion unter dem Motto „Übernimm Verantwortung für dich und andere – Wir brauchen Dich auch morgen“. Welche gravierende Folgen ein Autounfall nach sich ziehen kann, veranschaulichten Mitarbeiter von Rettungsdienst, Polizei, Feuerwehr und Kriseninterventionsteam durch Schilderungen eigener Erlebnisse und Erfahrungen. So betonte Notarzt Dr. Thomas Halt, die moderne Medizin könne zwar vieles, stoße aber oft an ihre Grenzen. Der Notarzt berichtete von einem viele Jahre zurückliegenden Unfall, bei dem ein Kind starb, weil der Unfallverursacher während des Autofahrens sein heruntergefallenes Handy suchte. „Das Handy ist der Killer par excellence“, betonte der Arzt, der durch seine Schilderung deutlich machte, welche langfristigen Belastungen ein solcher Unfall auch für die Rettungskräfte mit sich bringt. Halt betonte zudem, dass es nicht nur darum gehe, Todesfälle zu vermeiden; er machte bewusst, dass viele Unfälle sich wegen langfristiger gesundheitlicher Folgen massiv auf die Biographie eines Menschen auswirken können.

Vermeidbare Ursachen

Hendrik Cornell, Zugführer der Feuerwehr Eichenau, beschrieb das Zusammenwirken der Einsatzkräfte am Beispiel eines Unfalls, der sich im vergangenen Sommer im Landkreis ereignete – er zeigte auf, wie schnell Unbeschwertheit durch Unachtsamkeit und Leichtsinn tragische Folgen haben kann. Polizeihauptkommissar Meissner hob hervor, dass die häufigsten Unfallursachen überhöhte Geschwindigkeit und zu geringer Abstand sowie Alkoholkonsum seien – Ursachen, die sich durch eine verantwortungsvolle Fahrweise deutlich reduzieren lassen.

Auch Mitfahrer tragen Verantwortung

Beate Endriss vom Krisentinterventionsteam der Malteser im Landkreis Fürstenfeldbruck appellierte schließlich an die „Verantwortung der Fahrer und der Mitfahrer“, denn auch diese hätten einen nicht zu geringen Einfluss auf Fahrweise und Konzentration des Fahrers. Gerade in ländlichen Regionen, wo es oft schwer sei, auf das Auto zu verzichten, gelte es, die eigene Fahrweise den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen, um Unfälle zu vermeiden.

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