Zehn Jahre Aktion Schultüte

Für einen fairen Schulstart

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Sitzend: Friedhelm Engelhard (ISB); Sabine Brügel-Fritzen (Geschäftsführerin Sozialdienst Germering); Stehend: Dominik Kling (Soziale Dienste/ Soziale Beratung); Philipp Goroll (Sachgebietsleitung Schulbegleitung; Johanniter Unfall-Hilfe Puchheim); Sonja Schlünder ( Soziale Dienste; Bereichsleitung Beratung und Bildung, Diakonie Fürstenfeldbruck)

Mit 2018 feiert das Aktionsbündnis der Aktion Schultüte sein zehnjährige Jubiläum. Daneben gibt es weitere erfreuliche Neuigkeiten. Nach dem Ausscheiden des Aufrechten Ganges e.V. in Puchheim konnte in dem Johanniter Unfall-Hilfe e.V. ein neuer Kooperationspartner für den Standort gefunden werden. 2018 wird die Auszahlung für den Standort Puchheim von den Johannitern vorgenommen.

Puchheim - Vor zehn Jahren gründete sich die Aktion Schultüte im Landkreis Fürstenfeldbruck mit dem Ziel Kinderarmut aktiv und unbürokratisch entgegenzutreten. Heute zehn Jahre später gibt es das Aktionsbündnis immer noch. Die gesellschaftliche Schere zwischen Arm und Reich geht in ganz Deutschland immer weiter auseinander. Besonders zu spüren bekommen dies Familien mit Kindern, die in Ballungsräumen leben. 

Erstausstattung kostet viel Geld

Der Einsatz der Aktion Schultüte und die finanzielle Unterstützung vieler langjähriger, privater und öffentlicher Spender im Landkreis ermöglichen die Fortsetzung dieser Arbeit. ABC Schützen, deren Eltern vom Existenzminimum wie zum Beispiel Arbeitslosengeld II leben müssen, haben oft schwierige Bedingungen zum Schulstart. Die Erstausstattung kostet viel Geld, das zum Beispiel aus dem Regelsatz vom Arbeitslosengeld II schwer zu bestreiten ist. Dabei geht es nicht um teure Geschenke für die Schultüte, sondern um das benötigte Schulmaterial wie Schulranzen, Hefte und Stifte, Turnsachen und weiteres. Schnell sind 250 Euro an Ausgaben nötig. Trotz Schulstarterpaket und Anhebung der Regelsätze reichen die gesetzlichen Leistungen für den Schulstart oft nicht aus. 

Spendengelder werden gesammelt und an die Familien verteilt

Das Aktionsbündnis der Aktion Schultüte, bestehend aus dem Diakonischem Werk Fürstenfeldbruck e.V., dem Sozialdienst Germering, der Johanniter Unfall Hilfe e.V. und dem ISB e.V., engagiert sich für Einschulungskinder aus finanziell schwachen Familien. So werden zusammen mit weiteren Einrichtungen Spendengelder gesammelt und an die Familien verteilt, die zum Schulstart in finanziellen Nöten stecken. 

12.863 Euro sind im letzten Jahr zusammen gekommen

Im Jahr 2017 konnte damit 85 Familien mit 89 Einschulungskindern im Landkreis eine schnelle unbürokratische Hilfe zuteil werden. Insgesamt wurden 12.863 Euro ausbezahlt. 49 dieser Familien waren im Arbeitslosengeld II-Bezug, teilweise im Arbeitsleben stehend als sogenannte „Aufstocker“. Über die Hälfte der Familien waren alleinerziehend mit einem Elternteil, ebenfalls ein wesentlicher Armutsfaktor. Augenmerklich ist auch, dass ein hoher Migrationsanteil in der Vergabe zu verzeichnen ist. Dies deutet darauf hin, dass gerade dieser Personenkreis in der unteren Einkommensgruppe verhaften bleibt. 

Bildung ist beste Vorbeugung gegen Armut

Gründe dafür können unter anderem mangelnde Sprachkenntnisse sein und damit verbunden unzureichende und passgenaue Aus- beziehungsweise Weiterbildungsmöglichkeiten, die einen besseren Verdienst ermöglichen würden. Auch für das kommende Schuljahr bittet das Aktionsbündnis Aktion Schultüte um weitere Spenden. Bildung ist einfach die beste Vorbeugung gegen Armut. Aus diesem Grund soll es auch Kindern aus finanziell schwachen Familien ermöglicht werden, mit der gleichen Ausstattung wie der ihrer Mitschüler in die erste Klasse zu starten.

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