Klinikum FFB erläutert Nachteile der Krankenhausreform 

Aktionstag der Krankenhäuser

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Dr. Moritz Schwoerer, Ärztlicher Direktor (li) und Klinikvorstand Stefan Bauer erläuterten die Fakten und Zahlen hinsichtlich der Krankenhausreform

Fürstenfeldbruck - Die Deutsche Krankenhausgesellschaft DGK veranstaltete am 23. September einen bundesweiten Aktionstag der Krankenhäuser, an dem sich auch das Brucker Klinikum in Form eines Pressegesprächs beteiligte. Klinikvorstand Stefan Bauer und ärztlicher Direktor Dr. Moritz Schwoerer legten die im Regierungsentwurf für ein Krankenhausstruktur-Gesetz (KHSG)enthaltenen Änderungen und deren Auswirkungen auf die Krankenhausfinanzierung aus ihrer Sicht dar. 

 

Viel sei im Gesetzesvorhaben von Qualität die Rede, wenn man aber die künftige Finanzierung des Krankenhauswesens ansehe, sind erhebliche Verschlechterungen die Folge: Ab 2017 fällt der Versorgungszuschlag weg, was bei der Kreisklinik FFB zur Folge hätte, dass etwa 400.000 Euro Einnahmen ausblieben. ,,Wir schreiben zwar seit 2011 rote Zahlen und derzeit ist auch keine Kostendeckung gegeben", betont Stefan Bauer, ,,aber gefährdet ist unsere Klinik auf keinen Fall". Allerdings stünde durch die Reform deutlich weniger Geld zur Verfügung. Bislang dient der Versorgungszuschlag als Ausgleich für nicht refinanzierte Tarifsteigerungen bei den Mitarbeiter-Gehältern. Stefan Bauer sieht es als großes Problem an, dass die geplante Reform nicht die nötigen Mittel für Neubeschaffungen berücksichtigt. ,,Pro Jahr liegt die Belastung bei rund 1,6 Mio Euro. Medizinische Großgeräte wie Computer - oder Magnetresonanztomographen werden zudem immer teurer". Trotz finanzieller staatlicher Bezuschussung reiche diese bei Weitem nicht aus, um die notwendigen Investitionen zu finanzieren.

Auch die ambulante Notaufnahme in Fürstenfeldbruck macht finanzielle Verluste: Pro ambulanten Behandlungsfall fehlen der Klinik knapp 90 Euro, woraus sich in der Summe ein Kostendefizit von etwa 1.070.000 Euro ergibt. Die DKG fordert deshalb eine kurzfristige Erhöhung der Vergütungen und langfristig eine komplette Neuordnung des ambulanten Notfallbereichs.

Zum Abschluss des Gesprächs zeigt Vorstand Stefan Bauer dennoch einen positiven Aspekt der Reform auf: ,,Wir haben mehr Geld für den Pflegebereich zur Verfügung. Für FFB bedeutet das die Schaffung von etwa vier neuen Stellen".

Nicole Burk

  

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