Scheitert das geplante Hotel nun an Corona?

Aktueller Stand zur Planung der Germeringer Harfe

Fassade der Germeringer Harfe.
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Die Pläne zum Abriss der Germeringer Harfe stehen schon seit Längerem. Nun könnte das geplante Hotel aber verworfen werden.

Germering – Bereits im Juli 2018 wurden dem Stadtrat die Pläne zum Neubau der Germeringer Harfe vorgelegt. Seitdem ist viel passiert, zumindest, was die Entwürfe anbelangt. Investor ist die Münchner Firma Rock Capital, die damals neben Einzelhandel, Büro- und Wohnnutzung auch ein Hotel in der Planung mit Bedacht hatte. Im letzten Bauausschuss wurde nun der aktuelle Stand erläutert.

Hauptkriterium war, dass das 1994 gebaute Gebäude nicht mehr zeitgemäß wäre und eine gastronomische Nutzung hin zum Therese-Giehse-Platz auch die Kauflaune der Germeringer steigern würde. In den oberen Stöcken sollte ein Hotel entstehen – zentral an der S-Bahn gelegen, in direkter Nähe zur Stadthalle und deren Veranstaltungen. Nach der Schließung von Hotel Huber wäre es zudem der Platzhirsch am Bahnhof geworden.

Wie in so vielen Bereichen veranlasst die Corona-Krise die Eigentümer nun aber zum Überdenken der ursprünglichen Planung. Auf Grundlage der Machbarkeitsstudie ergibt sich bei einer Gesamtgeschossfläche von 32.000 Quadratmeter eine mögliche Nutzungsverteilung von 59 Prozent gewerblicher Nutzung und 41 Prozent Wohnen. Die maximal zulässige Wandhöhe werde 25 Meter betragen und die erforderlichen Stellplätze sollen, so sagt es die Planung, ausschließlich in Tiefgaragen untergebracht werden.

Abriss in den Augen der Planer unumgänglich

Das Hotel ist in den aktuellen Plänen zwar noch berücksichtigt, Vertreter von Rock Capital können in der aktuellen Zeit jedoch keine Garantie mehr dafür geben. Ein Abriss sei in den Augen der Planer jedoch unumgänglich, wenn dies auch bei einigen Vertretern der SPD auf Gegenwind stieß. Immerhin sei der Gebäudekomplex noch keine 30 Jahre alt. Bisherige Mieter wie die Firma Docuware oder auch die Buchhandlung LeseZeichen sind schon vorzeitig ausgezogen. Einen Großteil der Fläche nutzt die vhs derzeit für ihre Kurse – mit einem zeitlich begrenzten Mietvertrag.

Die Harfe wird aber nicht die einzige Baustelle in diesem Bereich bleiben. Auch das gegenüberliegende Gebäude, die City-Galerie, deren Eigentümer Edeka ist, plant einen Abriss und Neubau. Auf eine gemeinsame Planung mit der „Germeringer Harfe Projekt GmbH“ (Rock Capital) haben sich die Verantwortlichen von Edeka bis zum heutigen Zeitpunkt nicht eingelassen. Es bleibt offen wann und wie die Umsetzung hier aussehen wird. Der Bebauungsplanvorentwurf der Germeringer Harfe wurde, wenn auch mit zwei Gegenstimmen, durch den Planungs- und Bauausschuss gewunken. Die „Germeringer Harfe Projekt GmbH“ erwarte durch die Umsetzung des geplanten Vorhabens eine deutliche Stärkung des Germeringer Stadtzentrums.

Becker

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