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Alles eine Frage der Finanzierung: Pressekonferenz der Stadtwerke zum Abriss und Neubau der Amperoase

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Von: Dieter Metzler

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AmperOase mit Familienbad und Rutsche mit vielen Besuchern am sonnigen Tag
Die allen Besuchern bekannte und beliebte Wasserrutsche, fast schon das Wahrzeichen der Amperoase, wird das neue Hallenbad nicht mehr haben. Lediglich eine kleine Rutsche ins Kinderbecken ist geplant. © Dieter Metzler

Fürstenfeldbruck – Die grundlegenden Weichen für den Bau eines neuen Hallenbades in der Kreisstadt sind eigentlich gestellt. Nachdem aber zuletzt in der Öffentlichkeit immer wieder über den Neubau wie auch über den Bau einer Eishalle viel diskutiert wurde, sahen sich der Geschäftsführer der Brucker Stadtwerke, Jan Hoppenstedt, und der Vertriebsleiter Andreas Wohlmann veranlasst, im Rahmen einer Pressekonferenz die Sichtweise der Stadtwerke zum geplanten Neubau zu erläutern.

So ist vorgesehen, das in den siebziger Jahren erbaute Hallenbad im Herbst 2023 abzureißen, um an gleicher Stelle den Neubau zu errichten. „Dazu brauchen wir aber Planungssicherheit“, warnte Hoppenstedt davor, die Planungen über den Haufen zu werfen. Sonst bestehe Gefahr, dass die Kosten und der Zeitplan aus dem Ruder laufen. So sei für ihn auch schwer vorstellbar, das Bad durch einen Verein betreiben zu lassen. Er kenne viele Beispiele, wo das schief ging.

Die Kosten für einen Neubau werden aktuell auf rund 22 Millionen Euro geschätzt, ohne die üblich zu erwartenden steigenden Baukosten zu berücksichtigen. Da könnten nochmals rund vier Millionen Euro dazu kommen. Relativiert wird die Summe durch die zu erwartenden Fördermittel von insgesamt sieben Millionen Euro.

Vereinbarkeit von Vereinen und Familien

Das neue Hallenbad soll sechs Bahnen á 25 Meter, ein Lehrschwimmbecken mit Hubboden, ein Kinderbecken mit kleiner Rutsche, sowie Sauna und Gastronomie erhalten. „Dabei wollen wir städtebaulich ein ansprechendes Bad mit hoher Qualität errichten“, sagte Hoppenstedt. Dem Chef der Stadtwerke schwebt ein Hallenbad vor, das vornehmlich die Bedürfnisse der Bevölkerung abdeckt, schon allein auch aus finanziellen Gründen. Man dürfte das jährliche Defizit nicht aus den Augen verlieren, so Hoppenstedt. „Es sollte die 1,5 Millionen jährlich nicht übersteigen, und die Tageskarte sollte möglichst unter zehn Euro liegen.“ Zugleich sollen aber auch die Bedürfnisse von Schulen und Vereinen nicht zu kurz kommen.

Indirekt erteilte Hoppenstedt dem Wunsch des Schwimmverbandes und den Brucker Wasserratten eine Absage, die sechs Bahnen auf acht Bahnen zu erhöhen. Der Stadtwerke-Chef hält sechs Bahnen für ausreichend, auch im Hinblick auf das eines Tages zu übernehmende Hallenbad im Fliegerhorst, das über weitere fünf Bahnen verfügt. Auch bezweifelt Hoppenstedt, ob eine Aufstockung auf acht Bahnen im Sinne der Stadt und der breiten Öffentlichkeit wären. Schließlich würden quasi die öffentlichen Besucher des Bades den Schul- und Vereinssport subventionieren. Zudem würden sich bei einer Aufstockung auf acht Bahnen die Kosten für die Stadtwerke erhöhen, eine zusätzliche Förderung für die Erhöhung der Bahnen entfallen und die Belastungen für die Stadtwerke würden steigen.

Viele Hallenbäder in Deutschland, die in den 70er Jahren gebaut wurden, mussten schließen wegen hoher Defizite, ergänzte Wohlmann. „Wir sind in der glücklichen Lage, den Status zu halten und zu verbessern.“

Erhöhte Bahnstunden

Vor Corona besuchten rund 300.000 Menschen pro Jahr die Amperoase, während der Pandemie waren es gerade einmal halb so viele. Hinzu kommen zwischen 30- bis 40-tausend Saunabesucher. „Sie alle leisten einen wichtigen Beitrag zur Deckung der Unkosten.“ Die Bahnstunden würden sich zukünftig für die Wasserratten von 1.800 auf 2.500 Bahnstunden erhöhen, die der Wasserwacht von 800 auf 1.000 Stunden und die Schulen könnten mit 1.600 könnten auf 2.000 bis 2.400 Bahnstunden kommen.

Traglufthalle noch in Schwebe

Bis zum Sommer soll auch die Frage zu einer Traglufthalle über das Freibad geklärt sein, die unlängst im Stadtrat diskutiert wurde. So eine Halle benötigt das Vierfache an Energie wie eine normale Halle, informierte Wohlmann.

Thema Eishalle

Auch wenn die Stadtwerke nicht wirklich großes Interesse sowohl als Bauherr als später auch als Betreiber für eine Eishalle haben, so sieht sich der Energieversorger doch in der Verantwortung, dass der Wintersport in der Kreisstadt in der Bauphase des Hallenbades gewährleistet ist. Die Zeit dränge aber, um mit einem Gebäuderiegel die Technik des Eisstadions sowie die Umkleiden auf den sogenannten Bolzplatz neben dem jetzigen Freiluftstadion auszulagern. „Wir würden sogar bei der Planung in Vorleistung gehen“, versprach Hoppenstedt. Es fehle hier aber dringend die Entscheidung vom Arbeitskreis Eishalle über die Bauherrenschaft.

Dieter Metzler

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