70 Besucher beim Neujahrsempfang der Gemeinde Alling - Die Festrede hielt Dorothee von Bary, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung 

Das Ehrenamt von der Antike bis heute eine Bürgerpflicht 

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Beim Allinger Neujahrsempfang: links Hans Schröder, Mitte Dorothee von Bary, rechts Bürgermeister Frederik Röder

Alling – Im Mittelpunkt des Allinger CSU-Neujahrsempfangs stand die Festrede der ersten Vorsitzenden des Vorstands der Bürgerstiftung für den Landkreis, Dorothee von Bary, zum Thema „Ehrenamt“. Schon bei der Begrüßung hatte der CSU-Ortsvorsitzende Hans Schröder die ca. 70 Besucher, darunter der Bürgermeister aus der Nachbargemeinde Eichenau, Hubert Jung, der stellvertretende Kreisvorsitzende der CSU, Dieter Rubenbauer, sowie die Kreisvorsitzende der Frauen Union, Gabriele Off-Nesselhauf und ihre Stellvertreterin Claudia Steber, auf das Thema eingestimmt.

So lobte Schröder die große Hilfsbereitschaft der Allinger Bevölkerung bei der Integration der Asylbewerber in der Gemeinde. Das gehe weit über das normale ehrenamtliche Engagement hinaus, meinte Schröder. „Es gibt immer wieder Menschen, die sich spontan engagieren.“ Auch für 2015 wünsche er sich, dass für diese große Aufgabe das ehrenamtliche Engagement unvermindert anhalte. Schon in der Antike war es Sache jeden männlichen Bürgers sich für das Gemeinwesen zu interessieren, berichtete von Bary, und in der christlichen Tradition leitet sich das ehrenamtliche Engagement aus dem Gebot der Nächstenliebe ab. Heutzutage würde man teils bewundernde, teils aber auch bemitleidende Blicke erhalten, wenn man sich ehrenamtlich engagiere. Doch was sind die inneren Antreiber der Menschen, sich freiwillig zu engagieren? Da gebe es viele Antworten, so von Bary. Manche Menschen hätten das Bedürfnis nach persönlicher Anerkennung, andere wiederum wollen einfach nur etwas Gutes tun und der Gesellschaft etwas zurückgeben. Einfach den Menschen helfen, die es nicht so gut im Leben getroffen  haben.

 Das Ehrenamt mache aber auch vor den gesellschaftlichen Veränderungen nicht Halt, sagte von Bary. So werde von Ehrenamtlichen hohe Professionalität erwartet. Daher werde es immer schwieriger Mitstreiter für ein längerfristiges Engagement zu begeistern. Das führe dazu, dass viele Vereine immer häufiger Probleme haben, einen Vorstand zu finden. Viele scheuen einfach die Verantwortung und haben auch Angst, dass sie womöglich in Regress genommen werden könnten, falls etwas schief geht. Für kurzfristige Projekte könne man da eher Menschen zur Mitarbeit bewegen. Ein Problem stelle phasenweise der Konkurrenzkampf zwischen ehrenamtlich und hauptamtlich arbeitenden Menschen dar, sagte von Bary. Während die Hauptamtlichen von der Notwendigkeit professionellen Handels sprechen, wisse man aber zugleich, dass es unter den Ehrenamtlichen viele Fachleute gebe, auf die man nicht verzichten kann. Als eine der wichtigsten Herausforderungen im Landkreis bezeichnete von Bary, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen, Hauptamtlichen und öffentlichen Stellen noch verbessere. 

Sie habe den Nagel auf den Kopf getroffen mit ihren Ausführungen zum Thema „Ehrenamt“, meinte Bürgermeister Röder am Ende des Vortrags und überreichte der Gastrednerin einen Blumenstrauß sowie eine Spende für die Bürgerstiftung des Landkreises. Seit der Gründung im Jahr 1999 engagiert sich Dorothee von Bary ehrenamtlich in der Bürgerstiftung für den Landkreis als Vorstandsmitglied. Im November 2011 erhielt die Sonderschullehrerin aus Emmering in der Münchner Residenz aus den Händen der damaligen Sozialministerin Christine Haderthauer für ihr außergewöhnliches Engagement die Bayerische Staatsmedaille für besondere soziale Dienste verliehen. Im Oktober 2013 übernahm von Bary den Vorsitz im Vorstand der Bürgerstiftung. 

Dieter Metzler

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