Heimat für Existenzgründer

Altes Geschäftsführerhaus der Stadtwerke bietet bald Büroräume für Start-Ups

Rechts im Bild die Rückseite des Geschäftsführerhauses auf dem ehemaligen Gelände der Stadtwerke an der Aumühle.
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Rechts im Bild die Rückseite des Geschäftsführerhauses auf dem ehemaligen Gelände der Stadtwerke an der Aumühle.

Fürstenfeldbruck – Das leerstehende Gebäude auf dem früheren Stadtwerkeareal an der Aumühle wird künftig Start-Up-Firmen zur Verfügung gestellt. Ehemalige Unternehmer aus dem Kreis der Aktivsenioren Bayern und Aliki Bornheim, im Rathaus zuständig für Wirtschaftsförderung, sollen den Jungunternehmern beratend zur Seite stehen.

Bereits im März 2019 fasste der Stadtrat den Beschluss in dem Haus Arbeitsplätze für Start-Up-Unternehmen anzubieten. Die Möglichkeit einer Umsetzung war bedingt durch die Corona-Pandemie jedoch eine Zeit lang ungewiss, da das Gebäude für eine etwaige Nutzung als „Corona-Schwerpunktpraxis“ vorgehalten wurde.

Nun wurde dem Stadtrat ein von Wirtschaftsreferent Philipp Heimerl (SPD), Finanzreferent Klaus Wollenberg (FDP) sowie Arnold Wietzke und Michael Richter von den Aktivsenioren Bayern ausgearbeitetes Konzept vorgestellt. Noch in diesem Jahr will man mit den Umbauarbeiten beginnen. Vorgesehen sind neun Büroräume zwischen elf und 30 Quadratmetern sowie eine Gemeinschaftsküche, WCs und ein Meetingraum. Die Miete beläuft sich auf knapp acht Euro pro Quadratmeter. Auch könnten der Veranstaltungssaal und das Lesecafé der benachbarten Stadtbibliothek in Rücksprache mit der Bibliotheksleitung genutzt werden.

In erster Linie geht es darum, vorhandene Potentiale für Innovationen am Standort Fürstenfeldbruck zu binden und jungen Menschen eine Chance zu bieten. Doch „nicht jedes neu gegründete Unternehmen ist ein Start-Up“ betont Bornheim. Die Ausrichtung liegt zum einen auf zukunftsorientierten Branchen wie IT, Mobilität oder Umwelt, zum anderen will man die Büros auch an Existenzgründer aus der Kultur- und Kreativwirtschaft vermieten.

Vergabe an bestimmte Rahmenbedingungen geknüpft

Die Vergabe ist an bestimmte Rahmenbedingungen geknüpft. Berücksichtigt werden lediglich noch nicht etablierte Unternehmen mit einer innovativen Geschäftsidee und hohem Wachstumspotential. Die maximale Verweildauer beträgt fünf Jahre, wobei halbjährlich eine Überprüfung des Geschäftsmodells erfolgen soll. Solange will man den Jungunternehmern Zeit geben, ein finanziell tragfähiges Konzept zu realisieren und auf eigenen Beinen zu stehen.

Das Haus benötige jedoch auch „einen Mehrwert, günstige Mieten allein reichen nicht“, stellt Richter klar. Die Gründer hätten „da durchaus gewisse Ansprüche.“ Neben einer professionellen Infrastruktur seien vor allem Beratungsangebote wichtig. Hier könnten ehemalige Unternehmer aus dem Kreis der Aktivsenioren tätig werden und beispielsweise regelmäßige Beratungstermine oder individuelle Coachings anbieten. Auch seien das Netzwerk und die wirtschaftlichen Kontakte der Aktivsenioren zur Förderung von Geschäftsideen durchaus hilfreich.

Im Stadtrat kam das Konzept gut an. Einstimmig beschloss das Gremium das Projekt weiterzuverfolgen und umzusetzen.

Peter Fischer

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