"Amper-Lech-Sparkasse"

Gutachten empfiehlt Fusion

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Stellten das Mehrwertgutachten vor (von links): Sven Enk (zeb), Landrat Thomas Karmasin, Oberbürgermeister Erich Raff, Sparkassenchef Klaus Knörr und Dirk Hoogen (Leiter Unternehmenskommunikation Sparkasse).

Eine weitere Hürde wurde der angestrebten „Amper-Lech Sparkasse“ nun genommen. Die Sparkassen in Fürstenfeldbruck, Landsberg-Dießen und Dachau hatten vor einigen Monaten ein Mehrwertgutachten in Auftrag gegeben, um zu prüfen, ob sich eine Fusion für die einzelnen Bankhäuser lohnen würde. Das nun vorgestellte Gutachten bescheinigte der Sparkasse, dass eine Fusion der richtige Weg sei, um den künftigen Herausforderungen gewachsen zu sein. Doch auch wenn sich zumindest die Geldhäuser einig scheinen, das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Fürstenfeldbruck - Einfache Bankgeschäfte werden bequem von zu Hause erledigt und die Kunden kommen immer seltener in die Filialen. Ein Trend der sich bei allen Geldhäusern schon länger beobachten lasse. „Sparkassen stehen bundesweit vor erheblichen Herausforderungen“, sagt Sven Enk von der Unternehmensbratung zeb, welche das Gutachten anfertigte. Sofern hier nichts unternommen werde, würden diese Herausforderungen ihre Spuren hinterlassen, auch wenn es der Sparkasse Fürstenfeldbruck jetzt noch gut gehe. „Unsere Sparkassen stehen solide da“, sagt Sparkassenchef Klaus Knörr. Damit das auch so bleibt, wollen die drei Sparkassen Fürstenfeldbruck, Dachau und Landsberg-Dießen fusionieren.

Chance auf eine dritte große Sparkasse im Westen und Nordwesten von München

 „Die Fusion der Sparkassen schafft einen deutlichen qualitativen und quantitativen Mehrwert“, sagt Enk. Alle drei Bankhäuser könnten von einander profitieren und ihre Stärken in das Fusionshaus einbringen. „Wir wollen die Chance nutzen, eine dritte Kraft im Westen und Nordwesten von München zu etablieren“, sagt Knörr. Ein Großteil des erhofften Mehrwerts (rund 75 Prozent) komme aus dem größer werdenden Geschäftspotential der Sparkasse, wobei die restlichen 25 Prozent durch Kosteneinsparungen und Vorteile im Markt entstehen würden. Dadurch konnten alle drei Geldhäuser zusammen zukünftig jährlich etwa 33 Millionen Euro mehr einnehmen, als bisher. „Eine Fusion ist nicht alternativlos“, sagt Knörr. „Wir können auch alleine diesen Weg gehen, aber es wäre schwieriger.“ 

Auf einer Fläche von rund 1.820 Quadratkilometern kümmern sich in 67 Filialen 1.515 Mitarbeiter um etwa 197.740 Kunden. Die errechnete Bilanzsumme wird mit 8,3 Milliarden Euro angegeben, bei einem Kundenvolumen von 14,5 Milliarden Euro. Juristisch aufnehmendes Institut ist die Sparkasse Dachau und der handelsrechtliche Sitz wäre in Fürstenfeldbruck. Die Anteilsverhältnisse von Dachau liegen bei 40,5 Prozent, gefolgt von Fürstenfeldbruck mit 37,5 Prozent und Landsberg-Dießen mit 22 Prozent. Der Vorstand soll aus drei bis vier Vorstandsmitgliedern bestehen.

Sparkassenchef Klaus Knörr: "Filialnetz bleibt Rückgrat unseres Betriebes"

Brucks Oberbürgermeister Erich Raff, der derzeit den Vorsitz im Verwaltungsrat der Sparkasse inne hat, begrüßte die Fusion: „Das Gutachten zeigt zwar, dass die Sparkasse auch alleine kann, jedoch wissen wir nicht, was in ein paar Jahren ist.“ Und später sei eine Fusion vielleicht nicht mehr so vorteilhaft, wie zum jetzigen Zeitpunkt. Auch Landrat Thomas Karmasin unterstützt die Fusion: „Regionalität ist das Oberprinzip“, sagt er. Daran möchte auch die Sparkasse festhalten. „Das Filialnetz bleibt das Rückgrat unseres Betriebes“, versicherte Knörr. Die Sparkasse erhofft sich durch die Fusion die Sicherung von Arbeitsplätzen sowie eine ortsnahe, kreditwirtschaftliche Versorgung der Bürger. 

Keine fusionsbedingten Kündigungen und Schließungen

Von weiteren Filialschließungen, wie im Juli geschehen, will der Sparkassenchef, soweit im Moment abzuschätzen, absehen. Auch Entlassungen soll es nicht geben: „Es wird keine fusionsbedingten Kündigungen geben“, sagte Knörr. Für die dann rund 198.740 Sparkassen-Kunden soll sich mit der Fusion wenig ändern, möglicherweise die Bankleitzahl, sagt Enk. Stattdessen sollen unter anderem die Angebote der Sparkasse für Kunden erweitert und auch höhere Kredite vergeben werden können. „Wir können dann Kredite aus eigener Hand vergeben, da sich unser Vergaberahmen vergrößert“, erklärt Knörr. So soll auch langfristig die Finanzdienstleistung vor Ort sichergestellt werden. 

Neue Karriereperspektiven für Mitarbeiter

Die 1.515 Mitarbeiter der drei Sparkassen sollen ebenfalls von neuen Karriereperspektiven und einem größeren, zukunftsfähigeren und wirtschaftlich stabileren Arbeitgeber profitieren. Gerechnet an der Bilanzsumme von rund 8,3 Milliarden Euro würde die Amper-Lech-Sparkasse zwar eines der kleinsten Häuser sein, von der Ertragskraft her jedoch eines der Stärksten. Der Sparkassen-Fusion stehen in Fürstenfeldbruck jedoch zunächst die Politik, Kreis- und Stadtrat gegenüber, die den alten Auftrag auflösen müssen. „Die politische Ebene hat am Ende das Wort, wenn die Sparkasse den Plan vorlegt“, sagt Knörr. Wenn alles klappt, ist geplant, dass die notwendigen Beschlüsse für das erste beziehungsweise zweite Quartal 2018 angestrebt werden.

Felix Hamann

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