Das Staatl. Bauamt Freising erwägt, die 109 Jahre alte Traditionsbrücke in Bruck abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen 

Online-Petition "Rettet die Amperbrücke" in FFB

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Seit über 100 Jahren führt die Brücke über die Amper. Die Brucker kämpfen gegen den Abriss

Fürstenfeldbruck – Für viel Diskussion unter der Brucker Bevölkerung sorgt derzeit die Amperbrücke in der Großen Kreisstadt. Anlass sind Überlegungen des Staatlichen Bauamtes Freising, die 109 Jahre alte sanierungsbedürftige Amperbrücke abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Die Bürgerinnen und Bürger befürchten jedoch, dass nach einem Neubau noch mehr Schwerlastverkehr durch die Brucker Innenstadt rollt und wollen für den Erhalt der Amperbrücke kämpfen.

 So starteten am 27. April Gegner im Internet mit einer Onlinepetition „Rettet die Amperbrücke in Fürstenfeldbruck“. Ihr Aufruf: „Die Amperbrücke gehört zum Stadtbild und darf nicht abgerissen werden. Wir brauchen keinen Schwerlastverkehr in der Innenstadt, insofern ist eine Erneuerung der Brücke nicht notwendig. Bitte unterstützen Sie diese Petition, damit die Amperbrücke unter Denkmalschutz gestellt wird. Als Bürger haben Sie es in der Hand“. Bisher haben sich 2.101 (Stand: 7. Juli 2014) dem Aufruf angeschlossen, 10.000 Unterstützer werden benötigt. Auch die Brucker Stadtverwaltung rief in der Mai-Ausgabe des Rathaus-Reports die Fürstenfeldbrucker auf, sich für den Erhalt der Amperbrücke einzusetzen 

Auch Brucks OB Klaus Pleil (BBV) liegt der Erhalt der Amperbrücke sehr am Herzen

Die CSU-Stadtratsfraktion kritisierte den Aufruf im amtlichen Mitteilungsblatt der Stadt. „Ich war mir sicher, dass der Stadtrat geschlossen gegen die Ertüchtigung der Amperbrücke sein würde“, konnte Brucks neuer Oberbürgermeister Klaus Pleil die Kritik nicht nachvollziehen. Deshalb habe er sich getraut, die Brucker Bevölkerung zur Unterschriftensammlung für den Erhalt der Amperbrücke aufzurufen. „Wir dürfen uns das über 100 Jahre alte Wahrzeichen unserer Stadt nicht nehmen lassen“, sagte Pleil. Ihm liege die Amperbrücke sehr am Herzen. Da das Straßenbauamt in erster Linie auf die Ertüchtigung der B2 achtet (die Bundesstraße führt über die Amperbrücke), müsse man den zuständigen Mitarbeitern durch die Unterschriften zeigen, dass „wir unsere Brücke behalten wollen und die Verantwortlichen auffordern, mit uns gemeinsam nach einer B2-Lösung zu suchen“, schrieb Pleil im Rathaus-Report. 

Bis zum 4. Juli haben laut Auskunft der Stadtverwaltung ca. 1.500 Bürgerinnen und Bürger dem Aufruf Folge geleistet. Dass der Zustand der Amperbrücke bedenklich ist, ist nach Aussage des für den Straßenbau zuständigen Bereichsleiters der Freisinger Baubehörde, Peter Weywadel, unstrittig. Im Beton sind schon Rostfahnen sichtbar, so dass sich die Frage stellt: Ist die Brücke überhaupt noch befahrbar? Das genaue Ergebnis der inzwischen durchgeführten Untersuchungen liegt noch nicht vor. Für die Amperbrücke gilt eine Tonnagebeschränkung von 16 Tonnen. 

Bei einem Neubau würde diese Beschränkung nicht mehr bestehen. Aber auch nach einem Brückenneubau lassen die Gegebenheiten am Marktplatz nicht zu, dass 40-Tonnen-LKWs durch die Innenstadt rollen, argumentiert Pleil. Auch wenn nach Ansicht des Freisinger Straßenbauamtes die Brücke weder bautechnisch, noch vom Erscheinungsbild etwas Besonders sei, so hat die Stadt dennoch den Versuch gestartet, die Amperbrücke unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Vertreter des Landesamtes für Denkmalschutz haben die Brücke aus dem Jahre 1905 angeschaut. Die Brücke habe zweifellos einen historischen Wert, ein konkretes Ergebnis liege aber noch nicht vor, teilte hierzu der Brucker Rathauschef mit. Weder eine Tonnagebeschränkung noch eine Anerkennung als Baudenkmal lösen aber nicht wirklich das Verkehrsproblem in der Brucker Innenstadt. Letztendlich ist eine Entlastung des Verkehrs über den Brucker Marktplatz nur durch eine Umwidmung der Bundesstraße (B2) zu erreichen. Nachdem seinerzeit der Ausbau der B2 von den Bürgern durch ein Bürgerbegehren (Deichenstegtrasse) verhindert wurde, nahm auch das Straßenbauamt Rücksicht auf die ablehnende Beschlusslage in der Kreisstadt, und der für das Jahr 2015 aufgestellte Bundesverkehrswegeplan enthält keine entsprechende Projektanmeldung. „In der nächsten Stadtratssitzung können wir versuchen, mit einem Trassenvorschlag noch reinzukommen“, berichtete OB Pleil. Allerdings bis Ende Juli müsse die Nachmeldung erfolgt sein, „sonst ist es zu spät“, so der OB. 

Dieter Metzler

 

 

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