Auftaktveranstaltung der Regierung von Obb., Forstverwaltung und die unteren Naturschutzbehörden der Landkreise FFB, Dachau und Freising

Managementplan für das Natura 2000-Gebiet "Ampertal"

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Dieter Metzler
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Fürstenfeldbruck – Für den länderübergreifenden Schutz von gefährdeten Pflanzen- und Tierarten werden unter dem Namen „Natura 2000“ seit einigen Jahren Schutzgebiete eingerichtet. Grundlage für den Aufbau des europäischen Biotopverbundnetzes sind die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und die Vogelschutz-Richtlinie. Ziel ist letztlich ein europaweites Netz aus FFH-Gebieten und Vogelschutzarealen zu schaffen. Die Regierung von Oberbayern veranstaltete zusammen mit der Forstverwaltung und den unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Fürstenfeldbruck, Dachau und Freising am 12. April im Landratsamt eine Auftaktveranstaltung zur Erarbeitung des Managementplans für das Natura 2000 – Gebiet „Ampertal“.  

 Die interessierte Öffentlichkeit und alle Betroffenen sowie Beteiligten waren zu der Veranstaltung ins Brucker Landratsamt eingeladen. „Wenn sich die untere Naturschutzbehörde mit der früheren Naturschutzbehörde zusammentun, dann läuten bei jedem Landrat in Bayern die Alarmglocken. Aber wenn der Forst dabei ist, kann nichts passieren, denn die haben den Begriff der Nachhaltigkeit erfunden“, eröffnete Brucks Landrat Thomas Karmasin mit der nicht ganz ernst gemeinten Aussage die Veranstaltung im großen Sitzungssaal und wünschte den Teilnehmern einen informativen Abend mit guter Diskussion. „Ich bin gespannt, was Sie zum Schutz unserer Naturlebensräume erarbeiten.“

Es ist eine gemeinsame Aktion der Regierung von Oberbayern mit den unteren Naturschutzbehörden der drei Landkreise, den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, dem Wasserwirtschaftsamt und der Fischereifachberatung in Oberbayern, erklärte Regierungsdirektor Elmar Wenisch, der die Federführung für die Erarbeitung des Managementplanes inne hat. Ziel der Auftaktveranstaltung sei es aufzuklären, sagte Wenisch. Betroffene Grundeigentümer, Gemeinden, Träger öffentlicher Belange und Verbände sollen vor der Erarbeitung des Managementplans informiert werden. Es sei keine Veranstaltung des Naturschutzes, sondern eine behördengesteuerte Maßnahme, die unter allen teilnehmenden Behörden auch abgestimmt werde. Über sieben Milliarden Menschen leben auf dem Erdball Erde und die Inanspruchnahme der Natur steige durch die Menschen gewaltig, so Wenisch. Alllein In Bayern werden Flächen in der Menge von 20 Fußballfeldern pro Tag versiegelt, was sich auf einen ungeheuren Artenschwund letztlich auswirkt.

Natura 2000 ist ein europaweites Biotopverbundnetz, bestehend aus FFH- und Vogelschutzgebieten zum Schutz gefährdeter Arten und Lebensräume. Die biologische Vielfalt der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Pflanzen und Tiere sollen aufrechterhalten werden. Dazu soll ein Managementplan erstellt werden, in dem Naturschutz- und Forstbehörden Lebensräume und Arten erfassen und bewerten sowie Vorschläge für zweckmäßige Erhaltungsmaßnahmen formulieren, erläuterte Wenisch das Ziel des Managementplans. Für das 2.170 Hektar große FFH-Gebiet „Ampertal“ stellt der Lauf der Amper und ihre Auen vom Ammersee bis zur Isar das Herzstück mit verschiedenen wertvollen und selten gewordenen Waldlebensraumtypen wie z. B. „Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior“, sowie verschiedenen Feuchtlebensräumen „feuchte Hochstaudenfluren“ und Niedermoorkomplexen „Kalkreiche Niedermoore“ dar.

Als besondere Bewohner sind hier die Anhang II – Arten „Kriechender Sellerie“, eine weiß blühende seltene Pflanze der Feuchtwiesen, sowie „Kammmolch“ gemeldet, die hier wichtiges Habitat im Biotopverbund haben. Dank der Pflege durch die Nutzer und Eigentümer konnten diese Arten bis in die heutige Zeit erhalten werden. Im Rahmen des Managementplanes sollen Maßnahmen zum Erhalt des noch vorhandenen Arten- und Gesellschaftsspektrums abgesprochen werden. Dies kann nur in enger Zusammenarbeit mit den Besitzern und mit Fördermitteln geschehen.

 Alle Biotope und Waldgebiete werden kartiert und nach den Kategorien „hervorragend“, „gut“ oder „mittel bis schlecht“ bewertet, erläuterten Ulrich Müller von der Regierung sowie Daniela Janker vom Regionalen Kartierteam Oberbayern. Anschließend werden Maßnahmen und Erhaltungsziele vorgeschlagen. An einem Runden Tisch sollen diese dann mit den Betroffenen diskutiert und schließlich in den Managementplan eingearbeitet werden. „Je weiter das Projekt voranschreitet, desto mehr können Sie mitwirken“, sagte Müller. Für die Eigentümer sind die Maßnahmen nicht rechtsverbindlich, dennoch sei gemeinsames Handeln notwendig, um „unsere wunderschöne Natur zu erhalten“, sagte Wenisch.

 Dieter Metzler

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