Ampertaler des Monats: Der Südliche Wasserschlauch

Ein gewiefter Jäger

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Die Blüte des Südlichen Wasserschlauchs.

Die Gebietsbetreuung des Ampertals bei den Landschaftspflegeverbänden Dachau und Fürstenfeldbruck stellt jeden Monat einen „echten Ureinwohner“ vor. Diesmal ist es der Südliche Wasserschlauch.

Landkreis - Fleischfressende Pflanzen würde man wohl eher in den Tropen als hier bei uns im Ampertal vermuten. Aber falsch gedacht: Auch bei uns finden sich einige Pflanzen, die ihren Speisezettel auf diese außergewöhnliche Art aufbessern. Eine der interessantesten hiervon ist sicher der Südliche Wasserschlauch. Wie der Name schon andeutet findet man ihn in verschiedensten stehenden oder sehr langsam fließenden Gewässern. 

Beute wird durch Unterdruck ins Innere der Fangblase gezogen

Relative Nährstoffarmut ist das entscheidende Kennzeichen dieser Lebensräume, denn hier kann sich der Wasserschlauch mit seiner speziellen Überlebensstrategie einen Vorteil gegenüber anderen Pflanzen sichern. An seinen Blättern finden sich kleine, blasenartige Gebilde, die eine ganz besondere Eigenschaft aufweisen. Denn in ihrem Inneren herrscht Unterdruck, der durch eine dicht verschlossene Klappe aufrechterhalten wird. Kommt ein kleines Lebewesen, zum Beispiel ein Wasserfloh, dieser Klappe zu nahe, öffnet sie sich blitzschnell, und die Beute wird durch den Unterdruck ins Innere der Fangblase gezogen und dort verdaut. Somit kann sich der Wasserschlauch wertvolle zusätzliche Nährstoffe sichern. 

Schnellste Bewegung in der Pflanzenwelt

Beim Öffnen der Klappe handelt es sich übrigens um die schnellste Bewegung in der Pflanzenwelt, denn in weniger als zwei Millisekunden ist das Schauspiel auch schon wieder vorbei. Von Juni bis August zeigt der Südliche Wasserschlauch seine ansprechenden gelben Blüten, die bei genauem Hinsehen auch eine feine, rötlichbraune Zeichnung aufweisen. Diese strecken sich über die Wasseroberfläche, und bei dichten Beständen entsteht so ein regelrechtes Blütenmeer. Die Pflanze selbst ist übrigens nicht im Boden verwurzelt, sondern treibt frei im Wasser umher. 

Trotz seiner ausgefuchsten Überlebensstrategie ist der Südliche Wasserschlauch auf der Roten Liste als gefährdete Pflanze geführt. Durch die Entwässerung vieler Flächen, sowie das Verschwinden unzähliger Kleingewässer in den letzten Jahrzehnten, fehlt es ihm an geeigneten Biotopen. Und dort wo er noch vorkommt, macht ihm oft künstlicher Nährstoffeintrag, unter anderem aus Düngemitteln, zu schaffen, denn dadurch werden andere Pflanzen konkurrenzkräftiger.

red.

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