Angeblicher „Kinderbeobachter“ von Germeringer Polizei ermittelt

Kinder fühlen sich beobachtet: Mann gerät ins Visier

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In drei Fällen meldeten Kinder, dass ein Mann sie beobachten würde.

Germering - Bei der Germeringer Polizei wurden in dieser Woche drei Vorfälle nacheinander angezeigt, die augenscheinlich ein und demselben unbekannten Mann zuzurechnen waren, der sich in verdächtiger Art und Weise Kindern/Jugendlichen genähert bzw. Kinder beobachtet haben soll.

Diese drei Fälle haben in den sozialen Medien in diversen Chatgruppen durchaus eine gewisse Eigendynamik entwickelt, die zum Teil weit über den Inhalt der betreffenden Anzeigen hinausging. Der erste Fall ereignete sich am Montag, 14. September, um 16.45 Uhr in der Industriestraße, als einer 14-jährigen und einer 16-jährigen Schülerin ein nach dem Eindruck der Schülerinnen offensichtlich geistig verwirrten Mann zunächst folgte und anschließend um sie herumging und komische Geräusche machte. Kurz zuvor hatte er nahezu jedes vorbeifahrende Auto gegrüßt. Die beiden Schülerinnen hatten Angst und liefen davon. Der Verdächtige soll ihnen recht unkoordiniert gefolgt sein und dabei seine Arme nach ihnen ausgestreckt haben, also ob er sie greifen würde. Dabei sprach er kein Wort, zu körperlichen Berührungen kam es nicht. 

Zweiter Fall

Der zweite Fall ereignete sich am Dienstag, 15. September,um 13 Uhr in der Maximilianstraße, als hinter drei 9-jährigen Buben, die auf dem Weg zur Nachmittagsbetreuung waren, plötzlich ein komplett in schwarz gekleideter und maskierter Mann aus einer Hecke hervorsprang und versuchte die Kinder wie im ersten Fall zu greifen. Die Buben flohen daraufhin sofort, auch hier kam es zu keinen körperlichen Berührungen.

Fall drei

Der dritte Fall passierte am Mittwoch, 16. September, um 10 Uhr bei der Theresien-Grundschule an der Kürfürstenstraße, als die Kinder gerade Pause hatten. Eine 8-jährige Schülerin hatte bemerkt, dass sich ein unbekannter Mann, der zwei Messer an der Hose hatte, hinter einem Baum neben dem Schulgelände versteckt hatte. Als der Mann sich entdeckt wähnte, ergriff er die Flucht Richtung Landsberger Straße. Das Mädchen meldete den Vorfall anschließend einem Lehrer, die Polizei wurde nicht verständigt.

Beschreibung des Mannes

Laut den Beschreibungen soll der unbekannte Mann hellblondes schulterlanges Haar, ca. 40 Jahre alt sein und einen auffälligen Schlüsselbund mit Kette tragen. Die Germeringer Polizei nahm daraufhin gestern sowohl mit der betreffenden Schule als auch mit im Umkreis der drei Tatorte liegenden Kindergärten Kontakt auf. Dabei wurden die bisher bekannten Sachverhalte erläutert, um vor allem durch die Richtigstellung der bisherigen Geschehnisse zur Beruhigung der bei den Eltern vorherrschenden Unruhe beizutragen. Zudem wurde am gestrigen Donnerstag das betreffende Gebiet intensiv zivil und uniformiert bestreift. Diese Bestreifung führte gestern im Lauf des Vormittags zur Feststellung eines 71-jährigen Mannes aus Germering, auf den die Beschreibung aus den Fällen 1 und 3 zutraf. Mit den Vorhalten aus den genannten Fällen konfrontiert, konnte der bislang polizeilich völlig unbescholtene Mann glaubhaft nachweisen, dass von ihm keinerlei Gefahr für Kinder ausgeht bzw.er auch keine Kinder verfolgt oder beobachtet hat. Er sei vielmehr im ganzen Viertel bekannt, weil er dort wohnt und arbeitet und daher grüßt er tatsächlich sehr viele Leute. Bei den genannten Messern handelt es sich um den bereits oben erwähnten Schlüsselbund. Der 71-Jährige wurde daraufhin sensibilisiert seine vielleicht missverständlichen Verhaltensweisen in Zukunft zu überdenken.

Polizei gibt Entwarnung

Die Germeringer Polizei kann somit Entwarnung geben, dass in Germering derzeit kein unbekannter Mann sein Unwesen treibt, der Kindern nachgeht bzw. Kinder beobachtet, wie Germerings Vize Andreas Ruch bestätigt.

pi

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