Bei einem Waldstück in Mammendorf

Borkenkäfer in die Falle gelockt

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Anita Ottmann, Leitern des Forstreviers Fürstenfeldbruck, misst mit einem Trichter die Anzahl der Borkenkäfer in den Lockfallen.

Sie sind ausgewachsen gerade einmal einen halben Zentimeter groß und doch bedrohen sie tagtäglich etliche Wälder im Freistaat und damit auch im Landkreis: Borkenkäfer. Bis zu Hunderttausende der winzigen Insekten können in einem Jahr aus der Brut eines Weibchens hervorgehen und damit großen Schaden anrichten. Um die Schädlinge im Auge zu behalten, lässt die Bayerische Forstverwaltung seit mehreren Jahren Borkenkäferlockfallen aufstellen, um Daten über die Tier zu sammeln und rechtzeitig handeln zu können. Ein Besuch bei einer solchen Falle.

Mammendorf - Das Gras an diesem Waldstück etwas außerhalb von Mammendorf ist hüfthoch, Grashüpfer springen von Halm zu Halm und vereinzelt flattern Schmetterlinge über die Wiese. Am Boden krabbeln Ameisen. Anita Ottmann, Leitern des Forstreviers stapft zielstrebig über vereinzelte Äste, die im Gras verborgen liegen. Ihr Ziel: Einer von drei im Umkreis aufgestellten schwarzen Kästen, die an zwei Stangen im Boden befestigt wurden. „Ich komme derzeit jede Woche hier her“, sagt Ottmann und zieht einen länglichen Behälter aus der Verankerung. Im Inneren der Falle wuselt es nur so von kleinen, schwarzen Punkten. „Die Borkenkäfer werden durch attraktive Lockstoffe angezogen und sammeln sich hier“, erklärt Ottmann. Zwischen den ganzen schwarzen Käfern finden sich auch ein paar wenige braune – die Jungkäfer. Drei verschiedene Borkenkä- ferbestände misst Ottmann hier wöchentlich mit einem Trichter. Den Buchdrucker, den Kupferstecher sowie den Nordischen Fichtenborkenkäfer, wobei letzterer anders als die anderen beiden nicht in einem Glas in der Mittagssonne seinem Schicksal überlassen wird, sondern nach Freising geschickt wird, um untersucht zu werden.

Larven zerstören wichtige Wasserleitungen in den Bäumen

„Wir gehen nicht davon aus, dass diese Art erst seit letzten Jahr bei uns heimisch ist“, sagt Ottmann. Dennoch werde heuer das erste Mal auch der Bestand dieser Borkenkäferart kontrolliert, denn je mehr es sind, desto bedrohter die Bäume: Altkäfer bohren sich in die Rinde und fressen sich durch das Holz. Dort legen sie dann Eier, dessen Larven, sich dann horizontal durch den Baum fressen. „Die Larven fressen sich durch die Schicht, wo die Wasserleitungen des Baumes liegen“, erklärt Ottmann. Dadurch beschädigen sie die für den Baum wichtigen Wasserleitungen, sodass dieser verdurstet und vertrocknet. Ein Borkenkäferweibchen kann im Jahr zwei Generationen mit rund 50 Eiern pro Brut zur Welt bringen je nach Temperatur sogar drei. „Wir hatten das Pech, dass seit 2015 immer drei Generationen geboren wurden“, sagt Ottmann.

Borkenkäfer vertragen Hitze und Kälte

Buchdrucker in der Lockstofffalle

Dabei ist wohl auch der Klimawandel nicht ganz unschuldig. Denn Borkenkäfer können sowohl Hitze als auch Kälte ziemlich gut vertragen. Weniger kommen sie mit Temperaturen um den Gefrierpunkt klar. „Bei um die Null Grad kommt der Borkenkäfer nicht zur Ruhe“, sagt Ottmann. Im Vergleich entwickeln sich die Tiere bei Wärme allerdings zum Teil fast in der Hälfte der Zeit „Statt zehn Wochen, sind es dann fünf“, sagt Ottmann. Da können dann auch natürliche Feinde, wie der Specht, wenig ausrichten. Ob es in diesem Jahr wieder eine dritte Generation gibt, wird sich erst zeigen. „Das hängt vom September ab“, sagt Ottmann.

So erkennt man Borkenkäfer

Brutbild Buchdrucker (Ips typographus). Fraßgänge mit Larven des Buchdruckers in einer Fichtenrinde.

Dennoch sind bereits jetzt alle Forstbesitzer aufgerufen ihre Wälder auf möglichen Befall zu kontrollieren und zu handeln, bevor der Käfer noch andere Waldstücke in Beschlag nimmt. Erkennen können sie den Befall zum Beispiel an Hand von Bohrmehl am Stammfuß. Denn ist ein Baum erst einmal befallen, muss dieser sofort aus dem Wald geschafft werden, um nicht noch weitere Bäume zu gefährden. „Borkenkäfer fliegen rund 500 Meter weit“, erklärt Ottmann. Veranstaltungen für Waldbesitzer Für Waldbesitzer bieten Anita Ottmann und 

Führungen für Waldbesitzer

Michael Rampp verschiedene Führungen an folgenden Tagen an: Treffpunkt ist am 25. Juni um 17.30 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Puch. Am 2. Juli um 18 Uhr findet eine weitere Veranstaltung zum Thema am Treffpunkt vor der Wallfahrtskirche St. Willibald in Jesenwang statt.

Felix Hamann

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