Journalisten bekommen Führung durch Flüchtlingsunterkunft

Exklusive Einblicke: Das Ankerzentrum in Fürstenfeldbruck

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Derzeit leben etwa 780 Menschen in den Unterkünften (480 Männer, 190 Frauen und 110 Minderjährige) im Ankerzentrum für Asylbewerber auf dem Militärgelände in Fürstenfeldbruck. Die Flüchtlinge (etwa 80 Prozent) sind zwischen 19 und 40 Jahre alt. Mit einem Anteil von 72 Prozent stammen die meisten Bewohner aus Nigeria. Weitere Herkunftsländer sind Afghanistan, Jemen, Jordanien und Syrien.

Fürstenfeldbruck - Erst im Januar hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der Ankerzentrum-Dependance einen Informationsbesuch abgestattet, nachdem es immer wieder zu handgreiflichen Auseinandersetzungen aufgrund der Unterbringung und der Perspektivlosigkeit gekommen war. Die Asylbewerber dürfen nicht arbeiten, nicht einmal für sich selbst kochen und leben monatelang in der Unterkunft, teilweise mit zehn Personen in einem Zimmer. Zudem gab es immer wieder Klagen über das Sicherheitspersonal. 

Einrichtung ist streng abgeschirmt - Kein Einblick in die Zimmer

Am 12. Februar lud nun die Regierung von Oberbayern mit Regierungspräsidentin Maria Els an der Spitze und Lars Pfaff, dem Leiter der Einrichtung, zu einem Blick hinter die Kulissen ein. Überregionale Medienvertreter waren angekündigt und auch das Bayerische Fernsehen war vor Ort. Nach einem Rundgang über das Gelände und durch die Unterkunftsgebäude, gab die Regierungspräsidentin einen aktuellen Überblick über die derzeitigen Rahmenbedingungen ab. Die Journalisten wurden durch die sonst streng abgeschirmte Einrichtung geführt und konnten neben einem Klassenraum der Berufsschule, einem Betreuungsraum für Kinder, die Kleiderkammer, die Beratungsstelle der Caritas und die Räume (Ambulanz) für eine erste medizinische Versorgung besichtigen. Dabei präsentierte sich die Einrichtung in friedlicher und aufgeräumter Atmosphäre. Neugierig tummelten sich hin und wieder Kinder auf den Gängen, einen Blick in die Unterkünfte konnte man nicht erhaschen, sondern nur erahnen, denn öffnete sich kurz eine Tür, um zu sehen, was sich da auf dem Gang abspielte, so ging sie auch gleich wieder zu, beim Anblick der Fernsehkamera und den vielen Fotoapparaten. 

Täglicher Unterricht 

„Sie lernen recht schnell“, meinte der Berufsschullehrer bei der Besichtigung einer der beiden Klassen, die normalerweise mit einer Stärke von zwölf bis 15 Schülern besetzt sind. Diesmal waren es nur fünf, die am täglichen Unterricht von acht bis zwölf Uhr teilnahmen. „Viele können kein Wort Deutsch und auch nicht englisch.“ Neben Deutsch unterrichtet der Lehrer auch ein bisschen Mathe. Seit elf Monaten findet die medizinische Versorgung in einer eigens eingerichteten Ambulanz statt. Bis jetzt wurden 8.512 ärztliche Versorgungen durchgeführt. Ein Kinderarzt, ein Allgemeinmediziner, ein Psychiater und drei Gynäkologen sind abwechselnd für die „kleine Nothilfe“ vor Ort. Die Regierung von Oberbayern bemüht sich noch um die Einstellung einer Hebamme. 

Rückgang bei den ehrenamtliche Helfern in der Kleiderkammer

Nachdem die freie Arztwahl gilt, können die Flüchtlinge natürlich auch jeden anderen Arzt in Bruck aufsuchen. „Alles, was hier passiert, wird aus der Staatskasse bezahlt“, erklärte Els. Von zurückgehendem Interesse bei den ehrenamtlichen Helfern berichtete die Leiterin der Kleiderkammer. Die einst von der Caritas geführte Kleiderkammer, die auf das BRK übergegangen ist, hat nur noch 35 der einstmals um die 100 ehrenamtlichen Helfer zur Verfügung. 

85 Jobs zu 80 Cent

Eine generelle Arbeitserlaubnis gibt es nach wie vor für keinen Asylbewerber, entweder wegen der schlechten Bleibeperspektive oder weil die Aufenthaltszeit zu kurz ist. Für die Flüchtlinge gibt es aber 80-Cent-Jobs im Unterkunftsbereich, derzeit 85 Jobs in der Kantine, der Raumpflege und der Pflege der Außenanlagen beziehungsweise wegen des großen Andrangs als Ordner bei der Sozialberatung. 

Dieter Metzler

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