Anstoß zu mehr Inklusion

Landratsamt stellt Aktionsplan für mehr Inklusion vor

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Stellten den Aktionsplan vor (von links): stellvertretende Landrätin Martina Drechsler, Johanna Purschke-Öttl vom Verein Dreirat, Behinderten-Beauftragter des Landratsamtes Herbert Sedlmeier, Norbert Schindler von der TUM sowie Andreas Bruckmeier (Dreirat).

„Ich kenne viele Aktionspläne zum Thema Inklusion. Doch von zehn haben mir neuneinhalb nicht gefallen“, sagte der Behinderten-Beauftragter des Landratsamtes Herbert Sedlmeier. Deshalb sei er froh, den Aktionsplan für den Landkreis Fürstenfeldbruck vorstellen zu können. Denn mit diesem sei er sehr zufrieden.

Fürstenfeldbruck - Der Plan für mehr Inklusion wurde seit 2015 von verschiedenen Arbeitskreisen, darunter Experten und Studenten der TUM, erstellt. „Es wurden Interviews mit Menschen auf der Straße, mit Bürgermeistern des Landkreises sowie mit Betroffenen und Angehörigen geführt“, erzählte stellvertretende Landrätin Martina Drechsler. So kamen 34 konkrete Maßnahmen zusammen, beispielsweise die „Förderung von barrierefreiem Wohnungsbau“. „Das Ziel muss es sein, alle Maßnahmen umzusetzen, sodass wir eines Tages mit voller Stolz sagen können: Unser Landkreis ist inklusiv“, schloss Drechler ihre Rede.

Aktionsplan liegt im Landratsamt aus

Norbert Schindler von der Hochschule erklärte schließlich wie der Aktionsplan in gedruckter Form aufgebaut ist. Im Heft werden alle 34 Maßnahmen jeweils mit der aktuellen Ausgangslage und dem Ziel genauer beschrieben, zudem werden die fünf Arbeitskreise Bewusstsein, „Mobilität, Bauen, Wohnen“, Bildung, Arbeit und Freizeit vorgestellt. 

Aktionsplan in einfacher Sprache verfügbar

„Eine Vhs versicherte mir, sie sei inklusiv, da Behindertentoiletten und eine Rampe existieren“, erzählte Sedlmeier. Doch das sei noch lange nicht inklusiv. „Zur Inklusion gehört beispielsweise auch ein Programmheft in vereinfachter Sprache.“ Vorgemacht wird es beim Aktionsplan. Diesen gibt es in einer gekürzten Version „in leichter Sprache“. Beide Versionen liegen im Landratsamt aus.

Kein Zeitplan

Zwar sind alle Maßnahmen in ihrer Wichtigkeit bewertet, einen konkreten Zeitplan zur Umsetzung gibt es jedoch nicht, da viele Punkte „Generationsprobleme sind“, wie es Sedlmaier sagte. „Wir werden uns in ein oder zwei Jahren nochmal zusammensetzen müssen, um zu sehen, welche Maßnahmen bereits angestoßen sind“, sagte Sedlmeier dazu. Er erwartet jedoch, dass die Schritte, die mit wenig Geld verbunden sind, schnell umgesetzt werden und appellierte an die Politik.

Seit 2008 ist in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft getreten. Sie war unter anderem wegweisend für den Aktionsplan des Landkreises.

Miriam Kohr

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