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Hinweisschilder sollen an Vernunft der Bürger appellieren

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Die Zahl der getöteten Rehe, die von freilaufenden Hunden angefallen wurden, ist stark angestiegen.
Die Zahl der getöteten Rehe, die von freilaufenden Hunden angefallen wurden, ist stark angestiegen. © Symbolfoto: Panthermedia/AllaSerebrina

Germering – Der Sommer ist da, immer mehr Menschen halten sich draußen auf und genießen das gute Wetter. Das aber nicht immer vorbildlich. Deshalb hatte die CSU-Fraktion vor einigen Wochen einen Antrag im Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss für den Schutz von Wald, Feldern und Wildtieren gestellt. Mit gezielten Präventivmaßnahmen wolle man nun die Bürger informieren.

Um ebendiesen Schutz der Wildtiere zu erreichen, sollen in den Waldgebieten und auf den landwirtschaftlichen Fluren rund um den Germeringer See, im Kreuzlinger Forst, im Wasserschutzgebiet Richtung Nebel und in der Moosschwaige Hinweisschilder aufgestellt werden. Diese sollen die Bürger über das richtige Verhalten im Wald und den Fluren und damit über den Schutz von Bäumen, Pflanzen und Tieren informieren.

Hintergrund des Antrags ist die zunehmende Nutzung der Naturflächen rund um das Stadtgebiet durch Jogger, Fahrradfahrer, Spaziergänger, Hunde-Gassi-Gänger und Erholungssuchende. Im Zuge der Corona-Pandemie habe diese Nutzung nochmals zugenommen.

Vermüllung der Natur nimmt zu

Grundsätzlich sei es zu begrüßen, dass die Menschen die Natur rund um Germering schätzten und sich mehr im Freien und in der Natur aufhalten. Dies habe laut der Antragsteller Manuela Kreuzmair, Johannes Kirmair und Benedikt Nesselhauf aber auch Kehrseiten: Viele Besucher würden sich nicht an Wege halten, sondern direkt durchs Unterholz oder quer über landwirtschaftlich genutzte Flächen laufen. Das gelte auch für Fahrradfahrer. Dieses Verhalten zerstöre Pflanzen sowie junge Baumtriebe und damit den klimaschützenden Wald von morgen – auch die Tiere setzte dies unter erheblichen Stress. Zudem sei eine zunehmende Vermüllung der Wälder und Fluren feststellbar, was nicht nur das Ökosystem Waldboden bedrohe. Wildtiere würden Müll mit Essbarem verwechseln und in der Folge qualvoll ersticken.

Stark steigende Zahl getöteter Rehe

Ein weiteres Problem laut den Antragstellern seien freilaufende Hunde, da viele Besitzer ihre Vierbeiner ohne Leine durch den Wald laufen lassen. Befragungen bei Waldbesitzern und zuständigen Revierjägern hätten ergeben, dass die Zahl der durch Hunde getöteten Rehe stetig zunehme. Seien es 2020 lediglich acht getötete Rehe gewesen, läge die Zahl im Jahr 2021 bei etwa 20. Erste Erhebungen für den Zeitraum Januar bis Ende April ließen vermuten, dass dieser Trend an getöteten Rehen weiter ansteigen werde.

Keine Verbote, sondern mehr Information

Um Tiere, Wälder und Felder zu schützen, setzt die CSU auf eine bessere Information der Bürger. Demnach sollen große Hinweistafeln an „Waldeingängen“ sowie an Wegesrändern auf der Flur aufgestellt werden. Diese sollen über das richtige Verhalten im Wald und auf den Feldern informieren. Diese bringe deutlich mehr als Verbote, so die Antragsteller. Wann genau die Schilder aufgestellt werden sollen, sei allerdings noch nicht klar.

red

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