Stadtratsbeschluss

Ausgefallene Verkehrs-Befragung: Fakten statt Hochrechnung

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Ein Verkehrsentwicklungsplan soll helfen, die Verkehrsströme der Stadt besser in den Griff zu bekommen.

Um verlässliche Zahlen für die künftige Verkehrsplanung zu bekommen, will die Stadt im Frühjahr an allen Ausfallstraßen Fürstenfeldbrucks eine Verkehrsbefragung durchführen.

Fürstenfeldbruck – Einer als Alternative zur Diskussion stehenden Kompensationsmöglichkeit, nach der die fehlenden Werte aus den vorliegenden Haushaltsbefragungen und dem Landesverkehrsmodell rechnerisch nachzubilden wären, erteilte der Umwelt- und Verkehrsausschuss eine klare Absage.

Die Abwicklung des Ende November 2016 in Auftrag gegebenen Verkehrsentwicklungsplans für die Stadt war eigentlich für den Zeitraum 2017 bis 2019 vorgesehen. Doch daraus wird wohl nichts mehr, denn für den ersten Arbeitsschritt „Bestandsermittlung und Analyse“ wurden rund 18 Monate bis Mitte 2018 eingeplant. Wesentlicher Faktor dieser Bestandsanalyse ist neben einer Haushalts- und Wegebefragung, diversen Parkraumerhebungen und Verkehrszählungen die sogenannte Kordonerhebung –und diese konnte bisher nur zur Hälfte durchgeführt werden.

Befragung und Videokameras

Bei einer Kordonerhebung werden an zwei Tagen über jeweils vier Stunden die aus Bruck heraus fahrenden Fahrzeuge an allen Ausfallstraßen angehalten und die Fahrzeugführer nach Weg, Ziel und Zweck ihrer Fahrt befragt. Neben dem Fahrzweck und der gewählten Strecke kann so auch der Anteil an Quell-, Ziel- und Durchgangsverkehr ermittelt werden. Zusätzlich wird der gesamte Verkehr mittels Videokameras erfasst.

Grund für Ausfall war Demonstration

Die ursprünglich für Juli 2017 geplante Befragung musste schon zweimal verschoben werden, da die Polizei nicht genügend Einsatzkräfte abstellen konnte. Benötigt werden 20 Beamte sowie 50 Interviewer. Am Nachmittag des 17. Aprils konnte dann schließlich der erste Teil dieser Kordonbefragung stattfinden, doch die für den folgenden Tag von sechs bis zehn Uhr morgens angesetzte Erhebung fiel aus. Grund war eine Demonstration von Flüchtlingen aus der Aufnahmeeinrichtung in der Brucker Innenstadt, zu der die Polizei abgezogen werden musste.

27.000 Euro für neue Befragung

Alternativ zur Befragung des morgendlichen Berufsverkehrs könnte man nach Angaben des beauftragten Planungsbüros auch mittels einer Kompensationsmethode die fehlenden Werte ermitteln. Hierbei würden auf Grundlage der bereits vorliegenden Haushaltsbefragung und dem Landesverkehrsmodell das Vormittagsintervall rechnerisch nachgebildet werden. Dies wäre zum einen mit etwa 10.000 Euro deutlich günstiger als eine Neuansetzung der Befragung, die mit etwa 27.000 Euro zu Buche schlägt, zum anderen könne man so auch noch den vorgesehenen Zeitplan einhalten.

Verwirrung bei zweigleisiger Fahrt

„Es ist wichtig, dass wir verlässliche Zahlen haben“, wandte sich Andreas Lohde entschieden gegen das Rechenmodell. „Mit der Haushaltsbefragung erfassen wir nicht den Germeringer, der ins Brucker Krankenhaus fährt“, so der CSU-Fraktionschef. Die Krux an diesem Modell ist, dass man beispielsweise zwar weiß, dass täglich 16.000 Einwohner nach München pendeln, wovon rund ein Drittel das Auto nehmen und zwei Drittel die S-Bahn nutzen. Man weiß aber nicht, auf welchem Weg sie genau nach München fahren. Auch Verkehrsreferent Mirko Pötzsch (SPD) plädierte für eine Neuansetzung der Befragung, da die Zahlen Basis für das weitere Vorgehen sind, „ dementsprechend belastbar müssen sie sein.“ Er sprach sich jedoch – wie Alexa Zierl (Die Partei & Frei) auch -–dafür aus, parallel dazu trotzdem die Kompensationsmethode abzuschließen. Das Planungsbüro wiederum warnte davor, zweigleisig zu fahren. So würden vorläufige Ergebnisse dargestellt, die man später eventuell wieder korrigieren müsse. Dies würde nur Verwirrung stiften. Letztlich stimmte der Ausschuss einstimmig für eine Neuansetzung der Kordonbefragung im Frühjahr nächsten Jahres.

Möglicher neuer Termin im April

Nun muss noch ein Termin – möglichst wieder im April – in Abstimmung mit der Polizei und dem Straßenbauamt Freising gefunden werden, denn wichtig ist, auch darauf zu achten, dass zu diesem Zeitpunkt die Amperbrücke nicht wegen der anstehenden Bauarbeiten gesperrt ist.

Peter Fischer

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