Zweisprachige Internetseite (deutsch und spanisch) mit der Adresse „e-bayern.eu“ freigeschaltet 

Wirtschaftsdelegation aus dem Landkreis FFB  wirbt Arbeitskräfte aus Spanien an

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Die spanische „Abordnung“ beim Pressetermin im Landratsamt (v. li.) Jose Manuel Fernandez, Marcus Brackelmanns und Almunecars Bürgermeisterin Trinidad Herrera.

Fürstenfeldbruck – Um den Mangel an Fachkräften und Auszubildenden im Landkreis wirksam zu begegnen, gehen  der Landkreis und die Große Kreisstadt neue Wege. Mitte November begibt sich eine 19-köpfige Delegation von Wirtschaftsförderern und Unternehmern in die spanische Stadt Almunecar, um die Weichen für eine Wirtschaftskooperation zu stellen. 

Wie sich die Kreisstadt und der Landkreis diese Wirtschaftskooperation mit Almunecar vorstellen, darüber informierten Brucks OB Sepp Kellerer und Barbara Magg am 25. Oktober.  Ziel ist es, spanische Arbeitskräfte und Auszubildende für den Landkreis zu gewinnen. 

 Eine Umfrage der Wirtschaftsförderung des Landratsamtes im Frühjahr, an der sich 241 Landkreis-Unternehmen beteiligten, habe ergeben, dass in den nächsten fünf Jahren rund 1.700 Fachkräfte benötigt werden, insbesondere im gewerblich-technischen Bereich, berichtete Barbara Magg von der Wirtschaftsförderung des Landratsamtes. Auch der Markt an Auszubildenden und Pflegekräften sei leergefegt. Neben einem Informationsaustausch sollen während des dreitägigen Aufenthalts in Almunecar erste Kontakte zwischen Unternehmen und Bewerbern hergestellt werden. Ferner soll der Markt für Auszubildende im Handwerksbereich sondiert werden, sowie spanischen Handwerksbetrieben ein Forum für die Gewinnung von heimischen Unternehmen als Partnerbetriebe während der Ausbildung geboten werden. Das Angebot richtet sich an Unternehmen des Landkreises und andere Unternehmen der Europäischen Metropolregion. 

Breite Unterstützung erfährt die Initiative von der Stadt, dem Landkreis, der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Handwerkskammer (HWK) und dem Bund der Selbständigen (BDS), nicht aber von der EU. An der Pressekonferenz im kleinen Saal des Landratsamtes nahmen der Geschäftsführer des BDS, Markus Droth, Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer, Sonja Hofrichter von der Agentur für Arbeit, sowie der Wirtschaftsreferent des Kreistags, Hans Stürzer teil. Auch Almunecars Bürgermeisterin Trinidad Herrera war eigens aus der spanischen Partnerstadt zu dem Termin angereist. 

Begleitet wurde sie vom deutschen Unternehmer Marcus Brackelmanns, der seit über 30 Jahre in Almunecar lebt, sowie von Jose Manuel Fernandez, der für das Bau- und Agrarwesen der Stadt Almunecar zuständig ist. Komplettiert wurde die Gesprächsrunde vom Thomas Greppmeir von der Firma MBS aus Inning, der bereits fünf Spanier beschäftigt. Zwei von ihnen, den 25-jährigen Ingenieur Luis Ramon Bencomo und den 30-jähirgen Techniker Alejandro Romero, hatte Greppmeir mitgebracht. Sie berichteten, dass sie sehr zufrieden mit ihrer Arbeit seien und sich bei dem Inninger Unternehmen sehr wohl fühlen. Brackelmanns berichtete von einer großen Nachfrage der spanischen Jugendlichen. Sie glauben, in Deutschland bessere Zukunftsperspektiven zu haben, so der deutsche Unternehmer. Einig waren sich alle Gesprächspartner, dass die soziale Integration bei dem Projekt eine wichtige Rolle spiele. Man dürfe die jungen Migranten nicht isoliert lassen, sondern müsse auch die Voraussetzungen schaffen, dass sie sich rundum wohl fühlen. So berichtete Greppmeir von der schwierigen Wohnungssuche für seine fünf Spanier. Markus Droth, Geschäftsführer des BDS, kritisierte, dass es keine offizielle finanzielle Förderung für dieses Projekt gebe. „Sie können mich jetzt Wanninger nennen“, meinte er nach den frustrierenden Erfahrungen, die er machte, als er mit allen möglichen Institutionen Kontakt aufnahm. 

Eine zweisprachige Internetseite (deutsch und spanisch) mit der Adresse „e-bayern.eu“ wurde inzwischen freigeschaltet und soll als Kontaktbörse zwischen den Arbeitssuchenden und den Unternehmern dienen.

Dieter Metzler 

 

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