Nicht genug Engagement für Radwegenetz

Verkehrsforum attackiert Raff

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Hinter der St. Magdalena Kirche könnte die neu geplante Brücke über die Amper führen.

Ein Radwegenetz abseits der Hauptverkehrsstraßen soll Radfahren in Bruck attraktiver machen und den Autoverkehr in der Stadt verringern. Ein überparteilicher Arbeitskreis unter dem Dach des Verkehrsforums beklagt nun bei der Umsetzung mangelndes Engagement von OB Erich Raff (CSU) und der Stadtverwaltung.

Der Radweg soll hinter der St. Magdalena Kirche und dann über die Amper zum Grundstück der Kiener-Stiftung zur Münchner Straße führen.

Fürstenfeldbruck – An Ideen mangelt es nicht. Seit über einem Jahr beschäftigt sich ein Arbeitskreis mit Möglichkeiten, mittelfristig attraktive Fuß- und Radverbindungen abseits der Hauptverkehrsstraßen zu schaffen. Ein dazu ausgearbeitetes Konzept liegt vor und ist auch der Verwaltung bekannt. Grundlage dieses Konzepts sind bereits vorhandene, straßenferne Wege, die durch sinnvolle Erweiterungen zu einem alternativen Streckennetz ausgebaut werden könnten.Bereits im Juli 2016 wurde für eine mögliche Nord-Süd-Achse östlich der Hauptstraße ein konkret ausgearbeiteter Vorschlag gemacht, der ausgehend von der Dachauer Straße (Höhe Volksbank) zum Niederbronner Platz führt und von dort an der Pfarrkirche St. Magdalena vorbei über einen neu zu errichtenden Ampersteg und dem Grundstück der Kiener-Stiftung zur Münchner Straße führt und über den Stockmeierweg den Bahnhof erschließt.

Vorschlag liegt seit Längerem vor

Es gab bereits Ortstermine und Vorgespräche mit der Kiener-Stiftung und dem katholischen Pfarramt, die sich dem Vorhaben gegenüber prinzipiell aufgeschlossen zeigen. Laut Arbeitskreis liegt der Vorschlag auch seit Längerem dem Stadtbauamt vor. „Nun mussten wir zu unserem Erschrecken feststellen, dass im Zuge eines Neubauvorhabens am Schulweg, dieser nicht verbreitert und somit für eine gemeinsame Nutzung von Fußgängern und Radfahrern ertüchtigt wird, sondern stattdessen Schul- und Niederbronner Weg für den Radverkehr gesperrt wurden“, beklagt sich der stellvertretende SPD-Ortsvorsitzende Martin Haisch, der maßgeblich an der Ausarbeitung des Radwege-Entwicklungsplans beteiligt war, in einem vom Verkehrsforum FFB veranstalteten Pressegespräch. „Das wurde von der Verwaltung verschlampt“, so Thomas Brückner, der sich als Vorsitzender des Verkehrsforums deshalb an den Oberbürgermeister gewandt hat. 

"Schulweg ist zu schmal und zu steil"

Er möchte Raff persönlich zwar keine direkten Schuldzuweisungen machen, wirft ihm aber mangelndes Engagement vor. Aus einem Antwortschreiben Raffs an Brückner, das unserer Redaktion vorliegt, geht hervor, dass der Schulweg an besagter Stelle für einen gemeinsamen Fuß- und Radweg um 20 cm zu schmal und das Gefälle auf einer Länge von 40 Metern mit 9 Prozent zu steil sei. „Deshalb kann Ihr Vorhaben nicht realisiert werden“, schreibt Raff. „Statt zu gestalten, wird lapidar gesagt, geht halt nicht“, fährt Brückner fort. Christian Stangl (Grüne) moniert, dass „der kürzlich gebaute Radweg nach Biburg sicher ein noch größeres Gefälle hat.“ Für ihn „fehlt es schlicht an der Motivation wie sie ein OB Klaus Pleil hatte.“ Auch für Irene Weinberg (BBV) ist das Verhalten Raffs symptomatisch. Sie verweist dabei auf das von Pleil initiierte Radleihsystem, das trotz mehrmaliger Nachfrage immer noch nicht realisiert ist. Sie hat den Eindruck, „dass in diesen Dingen immer nur verzögert wird.“ Für Haisch gilt es nun „Druck über die Öffentlichkeit aufzubauen, um diese Vorhaben voranzubringen. Viele Leute würden aufs Rad umsteigen, wenn es attraktiv wäre. Dazu muss man aber Reize setzen.“

Peter Fischer

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