Landrat Thomas Karmasin, Vorsitzender des Bezirksverbandes im Bayer. Landkreistag gab Presseerklärung heraus  

Bezirksverband korrigiert Asylbewerber-Zahl nach oben: Unterkünfte für 17 000 in Obb. am Jahresende benötigt

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Das ehemalige Unteroffizierheim in FFB,  das Anfang Oktober zur Aufnahme von 240 Flüchtlingen zur Verfügung stehen soll.

Landkreis Fürstenfeldbruck -  Die heutige  Sitzung (29. 9. 2014)  des Bezirksverbands Oberbayern im Bayerischen Landkreistag war wie bereits die Mai-Sitzung vom Thema Asyl beherrscht. Regierungspräsident Hillenbrand berichtete von der Dramatik der Situation: da die Prognosezahlen des BAMF wieder nach oben korrigiert wurden, sind in Oberbayern bis zum Jahresende noch ca. 17.000 Asylbewerber unterzubringen, ausgehend von einem monatlichen Zugang von 1500 Asylbewerbern sind das bis Jahresende noch 4500. 

Die oberbayerischen Landräte bekräftigen, dass sie sich ihrer Verantwortung für die Aufgabe der dezentralen Unterbringung bewusst sind.  Sie setzen sich bei den Gemeinden für die Gewinnung von Objekten persönlich ein, überall ist dies "Chefsache". Ein besonderes Problem ist die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, hier trägt unter den oberbayerischen Landkreisen der Landkreis Rosenheim die Hauptlast - allein dort sind derzeit 200 minderjährige Flüchtlinge untergebracht. In Oberbayern fehlen insoweit zum 31.12.2014 ca. 500 Jugendhilfeplätze.

Die ROB kündigte die Zuweisung von minderjährigen Flüchtlingen in den nächsten Wochen an die Landkreise an. Die Landräte haben sich auch hier solidarisch bereit erklärt, Kontingente von Minderjährigen aufzunehmen. Allerdings seien die hohen Standards, die für Jugendhilfeeinrichtungen gefordert würden, in der Kürze der Zeit nicht herstellbar. Mit Befremden verfolgen die oberbayerischen Landräte die Diskussion um die Lockerung von Vorschriften, die die Unterbringung von neu ankommenden Flüchtlingen in Erstaufnahmeeinrichtungen regeln. Die Überlegungen seien "von einer gewissen Praxisferne gekennzeichnet" sagt der Sprecher der oberbayerischen Landräte, der Fürstenfeldbrucker Landrat Thomas Karmasin.

 Das Gegenteil sei richtig: Um eine medizinische Erstuntersuchung und eine baldige Abverlegung aus der Erstaufnahmeeinrichtung zu gewährleisten, sei es im Interesse aller Flüchtlinge geboten, dass die Flüchtlinge sich in den ersten Tagen in der Einrichtung aufhielten. Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge aus der völlig überfüllten Bayernkaserne nur deshalb nicht verlegt werden könnten, weil sie zum Zeitpunkt der Verlegung gerade nicht anwesend seien. Denkbar sei eine Verpflichtung der Flüchtlinge, sich in den ersten Tagen nach ihrer Ankunft in der Erstaufnahmeeinrichtung ansprechbar zu halten. Eine derartige Regelung sei zum Beispiel in Österreich bereits beschlossen. Karmasin betonte, dass es "im Interesse aller Flüchtlinge liege, die Verwaltung in die Lage zu versetzen, den riesigen Zulauf in einem geordneten Verfahren zu bewältigen, das es ermögliche, die Menschen möglichst schnell in menschenwürdige Unterkünfte zu verbringen." Die Landräte haben bei dieser Gelegenheit auch vorgeschlagen, weniger dringliche Aufgaben zurückzustellen, um kurzfristig Personal für die vorliegende Notlage zu gewinnen, so der Vorsitzende des Bezirksverbandes Obb. im Bayerischen Landkreistag. 

redkb

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