Stadt Fürstenfeldbruck will leer stehende Grundschule am Niederbronnerweg aus rechtlichen Gründen nicht freiwillig übergeben 

Landratsamt soll ehemalige Grundschule als Asyl-Notfallunterkunft beschlagnahmen lassen 

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Die ehemalige Grundschule am Niederbronnerweg gilt als geeignete Unterkunft für Asylbewerber. 

Fürstenfeldbruck – Was Brucks Landrat Thomas Karmasin in der Vergangenheit bei Pressegesprächen zur Unterbringung von Asylbewerbern bereits mehrmals hatte anklingen lassen, scheint nunmehr bittere Realität zu werden. Auf der Suche nach Objekten zur Unterbringung von weiteren Asylbewerbern muss der Landkreis wohl erstmals zu drastischen Mitteln greifen: Die seit den Sommerferien leer stehende Grundschule am Niederbronnerweg soll  als vorübergehende Unterkunft beschlagnahmt werden. 

 Die Schule ist in das alte Graf-Rasso-Gymnasium umgezogen und nimmt dort bekanntlich nach den Ferien den Schulbetrieb auf. Aus Sicht des Landkreises stehe einer vorübergehenden Unterbringung von 30 bis 40 Asylbewerbern in der leerstehenden Schule im Rahmen einer schnell verfügbaren Notfallunterkunft nach einer ersten Inaugenscheinnahme nichts im Wege, laut Landratsamtssprecherin Dr. Ines Roellecke. Nach Entfernung der Schulmöbel könnten in den Klassenzimmern Feldbetten aufgestellt werden, Teeküchen und Toiletten sind vorhanden, Duschkabinen müsste der Landkreis aufstellen. 

Die Stadt stehe dem Ansinnen grundsätzlich offen gegenüber, teilte  die dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne) in einer Pressemitteilung vom 10. September mit. Sie vertritt derzeit Oberbürgermeister Klaus Pleil, der sich in Urlaub befindet.  Aus haftungsrechtlichen Gründen will die Stadt aber das Schulgebäude nicht freiwillig zur Verfügung stellen. Das Landratsamt solle den formellen Weg einschlagen und bei der Regierung von Oberbayern die Beschlagnahme des Schulgebäudes beantragen.

 „Wir verstehen die Notwendigkeit und sind bereit die Asylbewerber aufzunehmen“, sagte Geißler. Nach Erhalt des Beschlagnahmebescheids werde die Stadt die Regierung anschreiben, um sich nach der bauordnungsrechtlichen Lage zu erkundigen (Brandschutz). Eigentlich sollte das Gebäude nach dem Umzug der Schule ins ehemalige Graf-Rasso-Schulgebäude abgerissen werden und dort sollten Stadtwohnungen entstehen. Mit der Unterbringung von Asylbewerbern würden die Planungen der Stadt durchkreuzt werden. 

Geißler befürchtet nämlich, dass die Flüchtlinge mangels fehlender Alternativen womöglich länger als drei Monate in der Schule untergebracht werden müssen. Auch eine längerfristige Unterbringung von Asylbewerbern im Brucker Fliegerhorst hemme die weitere Entwicklung des Geländes durch die Stadt nach Abzug der Bundeswehr. In einem Schreiben an die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler, die derzeit Landrat Karmasin vertritt, fordert Geißler, dass der Landkreis die Asylbewerber nach deren Anerkennung gerecht auf die Kommunen im Landkreis verteile. In Fürstenfeldbruck sind bis jetzt 114 Asylsuchende untergebracht. In Olching sind es 96 Flüchtlinge, in Germering 70, in Mammendorf 68, in Grafrath 47, in Gröbenzell 12, in Schöngeising 10. Je fünf wurden in Emmering, Moorenweis, Türkenfeld und Egenhofen untergebracht. Acht Asylbewerber sollen in Kürze in Alling eine Bleibe finden. 

Dieter Metzler

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