Modellprojekt für Asylbewerber

Müll trennen und Strom sparen

Fürstenfeldbruck – Wie und warum wird Müll getrennt, weshalb sollte man den Wasserhahn nicht laufen lassen, wieso sollte man das Fenster nicht offen stehen lassen, wenn die Heizung läuft? Die Antwort auf diese Fragen bekamen die Flüchtlinge im Landkreis Fürstenfeldbruck beim sogenannten Ressourcentag.

Der sparsame und schonende Umgang mit Energie, Wasser und auch Abfall ist für die meisten Deutschen inzwischen selbstverständlich. Menschen aus anderen Ländern und Kulturen betreten dabei aber oft Neuland. Aus diesem Grund hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung die Ressourcentage ins leben gerufen. Den Anstoß zu diesem bundesweiten Projekt gaben auch Aktionen im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Projekt aus Fürstenfeldbruck als Vorbild

Vorausgegangen ist das Projekt „Ankommen + verstehen“, das Anfang 2016 im Kreis für Asylsuchende in Gemeinschaftsunterkünften entwickelt wurde. Gemeinsam mit Partnern aus der Region bildet das Ausländeramt seitdem Flüchtlinge zum nachhaltigen Umgang mit Energie, Wasser und Abfall aus. Die Erfahrungen aus den Schulungen flossen in das bundesweite Projekt ein.

Mehr als 250 Asylbewerber geschult

„Die Geflüchteten wissen oft nicht, wie man Energie spart oder Müll trennt“, sagt Birgit Baindl vom Landratsamt. Bei den Ressourcentagen wurden deshalb mehr als 250 Asylbewerber aus dem Landkreis geschult. Vor allem als den Teilnehmern die oft sehr hohen Kosten für die Energie vermittelt wurden, habe ein Aha-Effekt eingesetzt. „So teuer!“, sei häufig die erstaunte Reaktion gewesen.

Nebeneffekt der Ressourcentage: Die Geflüchteten lernten meistens auch Deutsch. „Sie sollten die wichtigen Begriffe in unserer Sprache kennenlernen“, sagt Baindl. Wenn es gar nicht mehr anders ging, wurde auch Englisch gesprochen. „Oder aber wir haben – wie man so schön sagt – mit Händen und Füßen kommuniziert.“

Was die Flüchtlinge dabei lernten, sollen sie nicht nur an andere Asylbewerber vermitteln. Denen mit einer hohen Bleibewahrscheinlichkeit soll auch aufgezeigt werden, wie sie Geld sparen können. Bei denen, die in ihre Heimat zurückkehren, können die Ressourcentage laut Landrat Thomas Karmasin als Lerneffekt dienen, „den sie später in ihrer Heimat weitergeben können“.

Projekt zur Integration

Iris Echerle vom BAMF erhofft sich durch das Projekt auch einen positiven Effekt auf die Integration. Schließlich würde die Akzeptanz von Flüchtlingen oft auch vom Verhalten der Asylbewerber bei der Mülltrennung oder dem Energiesparen abhängen – wenngleich es im Brucker Landkreis diesbezüglich keine konkreten Beschwerden gebe, wie Andreas Buchner vom Landkreis erklärte.

Bei den Ressourcentagen erhielten die Flüchtlinge ein Zertifikat über ihre Teilnahme. „Vielleicht hilft ihnen das auch bei der Wohnungssuche“, sagt Escherl. Generell solle das Projekt die Menschen dabei unterstützen, sich in Deutschland einzugewöhnen, erklärte die BAMF-Vertreterin. Wie Baindl berichtete, wurde bei den Projekttagen deshalb sehr alltagsbezogen gearbeitet. Unter anderem durften die Geflüchteten zum Beispiel messen, wie viel Strom verbraucht wird, wenn ein Heizlüfter den ganzen Tag läuft.

Andreas Daschner

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