35 ehrenamtlich tätige Frauen und Männer trafen sich im Pfarrzentrum der Pfarrei Don Bosco in Germering –   Olchinger Asylkreis plant Förderprogramm

Caritas will Asyl-Helferkreise enger vernetzen 

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Das Foto zeigt Migrantinnen und Mitarbeiter des Arbeitskreises Asyl aus Olching bei einem Arbeitsessen mit Bürgermeister-Kandidatin Ruth Busl, Rechtsanwältin Fee Huber und dem Referenten für Gleichstellung, Migration.

Fürstenfeldbruck/Germering  – „Hilfe schaffen wir nur gemeinsam.“ Unter diesem Motto trafen sich mehr als 35 ehrenamtlich tätige Frauen und Männer in der Asylarbeit am Samstag, 1. März, im Pfarrzentrum der Pfarrei Don Bosco in Germering zu einem Workshop. Ziel des Treffens war, die Aktivitäten der Asyl-Helferkreise mit der Arbeit der hauptberuflichen Beratungskräfte der Caritas im Landkreis Fürstenfeldbruck besser zu vernetzen.

 „Wir haben eine sehr dynamische Entwicklung der ehrenamtlichen Asylbetreuung im letzten Jahr erlebt“, sagte Caritas-Kreisgeschäftsführerin Claudia Ramminger in ihrer Einführung. Überall, wo Flüchtlinge und Asylbewerber untergebracht wurden, habe sich schnell ein Helferkreis gebildet. „Wir stellen auch ein verändertes Klima fest“, so Ramminger. Die Gesellschaft wie auch die Behörden seien offener für die Aufnahme der Menschen, die aus den unterschiedlichen Krisengebieten der Welt nach Deutschland kämen.

 Viele Helfer seien seit Anfang der 1990er Jahren in der Asylarbeit dabei, hätten vielfach erlebt, wie Integration gelingen kann. Die ehrenamtlichen Helfer aus fast allen Gemeinden im Landkreis, in denen Asylbewerber untergebracht sind, engagieren sich ganz konkret für die Flüchtlinge. Sie kümmern sich, wenn es für 50 Bewohner einer Unterkunft nur eine Waschmaschine gibt, „die auch bald ihren Geist aufgibt“. Sie organisieren Deutschkurse, begleiten bei Behördengängen oder helfen bei der Wohnungssuche. In Mammendorf hat sich beispielsweise das Patensystem bewährt. Immer ein Helfer kümmert sich um eine Familie oder die Bewohner in einem Zimmer der Unterkunft. Vertrauen aufbauen und die deutsche Kultur vermitteln, ist für alle Helfer ein wichtiges Thema. „Die Menschen müssen spüren: ich bin für sie da“, sagt Hamid, einer der Ehrenamtlichen aus Germering, der selbst vor 12 Jahren aus dem Irak nach Deutschland geflohen ist.

 Eine große Bereicherung sei aber auch, die Schätze der fremden Kulturen zu entdecken, erzählen die Helfer. So organisierte der Helferkreis in Fürstenfeldbruck einen Trommelkurs für die afrikanischen Flüchtlinge, die inzwischen schon mehrfach aufgetreten sind. Ziel des Workshops der Caritas war es, die Zusammenarbeit der hauptberuflichen Asylberater der Caritas und der ehrenamtlichen Helfer besser zu koordinieren. In erster Linie wünschen sich die Ehrenamtlichen einen regelmäßigen Austausch an Erfahrungen und Informationen mit den Caritas-Mitarbeitern. 

Dafür gelte es Kommunikationsstrukturen etwa im Internet aufzubauen. Besonders in akuten Notfällen – etwa wenn eine Abschiebung droht oder traumatische Erlebnisse der Flüchtlinge in einer Unterkunft eskalieren – wünschen sich die Ehrenamtlichen eine Liste von Ansprechpersonen. Da die Probleme und Lebenslagen der Asylbewerber in der Regel sehr komplex sind, seien auch regelmäßige Fortbildungsangebote notwendig. „Wir haben viele wichtige Anregungen für unsere Arbeit bekommen“, sagte Ramminger. Die vielfältigen Hilfen der Ehrenamtlichen für die Flüchtlinge seien eine großartige Leistung, die für die Integration nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. Andererseits brauche es noch mehr professionelle Unterstützung und Vernetzung des ehrenamtlichen Engagements, damit diesen so motivierten Frauen und Männern nicht „Luft ausgehe“. 

(ua)

Auch in der Stadt Olching (siehe Foto, das bei einem Arbeitsessen mit Migranten/innen und Aktiven im Asylkreis entstand)  existiert ein engagierter "Arbeitskreis Asyl": "Der Erfahrungsaustausch zeigte, dass aus Sicht der Beteiligten Olching eine ausgesprochen fremdenfreundliche, offene Stadt ist, dass es aber noch Nachholbedarf in Teilbereichen gibt. Wir wollen beispielsweise ein Förderprogramm für Existenzgründerinnen auflegen und eine Kontaktgruppe im Sozialzentrum einrichten, es gab auch mehrfach den Wunsch einer reinen Frauen-Schwimmstunde im Olchinger Hallenbad."

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