Streit um den Standort des Flüchtlingsheims in Adelshofen 

Asylunterkunft führt zu Bürgerentscheid

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Auf diesem Areal des Klostergartens mitten in Adelshofen soll eine Asylbewerber-Unterkunft errichteten werden.

Adelshofen – Aktuell sind 3.638 Asylbewerber in den 23 Gemeinden im Landkreis untergebracht, darunter 1200 in der Dependance im Fliegerhorst und knapp 200 Flüchtlinge in den Turnhallen von Puchheim, Germering und Maisach. Es werden weitere Standorte für die Unterbringung benötigt, auch wenn dem Landkreis im April keine neuen Flüchtlinge zugewiesen werden. Mit Adelshofen, Hattenhofen und Oberschweinbach gibt es immer noch drei Gemeinden im Kreis, die bisher keine Flüchtlinge aufgenommen haben.

Eine gewisse Verteilungsgerechtigkeit müsse der Landkreis beibehalten, machte Landrat Thomas Karmasin am 11. April bei einer Pressekonferenz im Landratsamt deutlich, dass der seinerzeit mit den Gemeinden festgelegte Verteilerschlüssel im Auge behalten werde. Die in den Turnhallen untergebrachten Flüchtlinge müssen schließlich auch irgendwo unterkommen, begründete der Asylkoordinator des Landratsamtes, Andreas Buchner, den weiteren Bedarf an Unterkunftskapazitäten. Außerdem wisse man zum jetzigen Zeitpunkt nicht, ob im nächsten Monat nicht mit weiteren Zuweisungen von Asylbewerbern zu rechnen sei.

So hat sich der Gemeinderat in Adelshofen nach eingehender Prüfung mehrerer Standorte zur Unterbringung von Asylbewerbern für den Klostergarten entschieden. Die Gemeinde hatte das insgesamt 24.000 Quadratmeter große Grundstück erst vor zwei Jahren von der Kongregation der Armen Schulschwestern erworben. Auf einem Teil des Grundstücks soll entlang der Nassenhausener Straße und des Niemerwegs eine Container-Unterkunft errichtet werden und mit einem Zaun vom restlichen Gelände abgetrennt werden. Eine Interessengemeinschaft (IG) „Erhaltung Klostergarten“ lehnt jedoch die Bebauung ab, wobei betont wird, dass man nicht gegen die Aufnahme von Flüchtlingen sei, aber gegen die Errichtung von Container-Unterkünften im „Uralten Herzen von Adelshofen“.

Mit 225 Unterschriften hat die IG die Voraussetzungen für einen Bürgerentscheid geschaffen, der am 24. April stattfindet. Dabei soll über die Frage entschieden werden, ob die Gemeinde „alle rechtlich zulässigen Maßnahmen ergreifen soll, um den Klostergarten in seiner bisherigen Form unverändert zu erhalten, insbesondere frei von jeglicher Bebauung.“ Zuvor veranstalten die Gemeinde und die IG am 14. April in der Adelshofener Mehrzweckhalle um 20 Uhr nochmals einen Info-Abend.

„Ich bin dankbar, dass sich die Gemeinde seiner anteiligen Verpflichtung stellt“, sagte Karmasin, „die Leute, die jetzt abstimmen, sollten aber noch einmal tief in sich hinein horchen, on sie wirklich gegen den Standort sind, den die Gemeinde aus gutem Grund anbietet. Adelshofen wäre gut beraten, wenn sie den Standort annehmen würden.“ Sollte der Standort abgelehnt werden, muss die Gemeinde einen anderen Standort bereitstellen. Doch das dürfte um einiges schwieriger werden, da alle in Betracht kommenden Alternativvorschläge laut Kreisbauleiterin Reinlinde Leitz und Axel Schuhn vom Hoch- und Tiefbauamt aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht realisierbar seien.

So müssten am alten Sportplatz als einen der Alternativvorschläge oder auf dem Grundstück der Kirchenstiftung an der Nassenhausener Straße zahlreiche Bäume gefällt werden. Und eine Errichtung der Container-Unterkünfte auf der ehemaligen Mülldeponie, wie von der IG vorgeschlagen, kommt für Kreisbaumeisterin Leitz wegen möglicher Altlasten nicht infrage. Das sei außerdem menschenunwürdig. Auch eine Aufstellung im Mischgebiet Luttenwang hält Schuhn für zu klein, außerdem sei die Erschließung nicht gesichert, während Leitz planungsrechtlich es durchaus für möglich hält. „Das müsste man sich noch genau anschauen.“

Dieter Metzler

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