Auch 2011 steigende Asylbewerberzahlen in Oberbayern – Derzeit 65 Asylbewerber/innen in der Gemeinschaftsunterkunft Germering

Ltd. Regierungsdirektor Heinrich Schuster, Leiter der Stabsstelle Presse, Reg. von Oberbayern. Foto: Reg. von Obb.

Die Regierung von Oberbayern sucht in ganz Oberbayern zusammen mit der dafur zuständigen Immobiliengesellschaft des Freistaats Bayern (IMBY) dringend geeignete Gebäude, in denen Gemeinschaftsunterkünfte mit einer Kapazität von mindestens 50 Personen eingerichtet werden können.Die Zahl der in Oberbayern untergebrachten Asylbewerber ist auch im vergangenen Jahr weiter erheblich gestiegen. Die Hauptherkunftsländer der Flüchtlinge waren im letzten Jahr Afghanistan und Irak. Im Landkreis Fürstenfeldbruck befindet sich eine einzige Gemeinschaftsunterkunft in Germering. In dieser sind 65 Personen untergebracht, erklärte die Pressestelle der Regierung von Oberbayern auf Nachfrage des Kreisboten FFB. Im Augenblick seien noch keine syrischen Flüchtlinge dort untergebracht, es sei jedoch "nicht ausgeschlossen, dass syrische Flüchtlinge der GU Germering zugewiesen werden".

Wie viele Asylbewerber/innen und Kinder sind zurzeit in der Gemeinschaftsunterkunft Germering untergebracht? Welche Nationalitäten sind vertreten? Derzeit wohnen 65 Personen in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) Germering. Die fünf meist vertretenen Nationen sind Irak, Afghanistan, Äthiopien, Nigeria und Iran. Wie groß sind diese Unterkünfte, und wie sind sie ausgestattet? In der GU Germering wurden ursprünglich maximal 80 Personen untergebracht. Derzeit teilen sich im Durchschnitt zwei Personen ein Zimmer. Die Zimmer in den Gemeinschaftsunterkünften sind ausgestattet mit Schränken, Stühlen, Tischen, Betten, und Kühlschränken je nach Größe und Belegung. Diese Grundausstattung wird den Flüchtlingen leihweise zur Verfügung gestellt. Außerdem erhalten die Bewohner leihweise Bettwäsche, Handtücher und Haushaltsgeschirr. In jedem Haus (insgesamt drei Häuser) befinden sich WC und Duschen getrennt für Männer und Frauen, eine Gemeinschaftsküche und ein Waschmaschinenraum. Außerdem gibt es ein Beratungsbüro für die soziale Betreuung der Flüchtlinge durch die Caritas. Wie lange wohnen diese Migranten durchschnittlich in dieser Unterkunft? Haben Sie auch von Familien gehört, die sich nach Abschluss des Asylverfahrens eine neue Existenz außerhalb dieser Unterkunft aufgebaut haben? Im Durchschnitt wohnen die derzeitigen Bewohner seit rund zwei Jahren in der Unterkunft. Allerdings gibt es auch zwei Flüchtlinge, die bereits seit 2001 bzw. 2002 hier wohnen. In der Unterkunft müssen nur Flüchtlinge wohnen, die noch im Asylverfahren sind bzw. das Asylersuchen durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgelehnt wurde. Flüchtlinge, die eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, müssen aus der Unterkunft ausziehen und sich eine eigene Existenz, außerhalb der GU, aufbauen. In der GU Germering wohnen zurzeit noch elf Flüchtlinge, die aufgrund ihrer Aufenthaltserlaubnis, die Unterkunft verlassen müssten (Fehlbeleger). Durch die angespannte Situation im Konfliktgebiet Syrien sind Kriegsflüchtlinge zu befürchten. Wird auch der Landkreis Fürstenfeldbruck evtl. syrische Flüchtlinge aufnehmen? In der GU Germering sind im Moment keine syrischen Flüchtlinge untergebracht. Es ist aber nicht auszuschließen, dass syrische Flüchtlinge der GU Germering zugewiesen werden. Der Anteil der Asyl-Antragsteller beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Außenstelle München - aus Syrien lag 2011 bei rund 8,5 Prozent und im Januar 2012 bei rund 4,6 Prozent aller Asyl-Antragsteller in der Außenstelle München. Ob sich dieser Anteil in 2012 erhöhen wird, können wir nicht abschätzen. Fazit: In den 23 oberbayerischen Gemeinschaftsunterkünften waren zum 31.12.2011 2.450 Menschen untergebracht, dazu kamen rund 200 Asylbewerber in der sogenannten dezentralen Unterbringung durch Landratsämter und kreisfreie Städte. Das sind damit rund 14% mehr als zum Jahresende 2010. Obwohl die Regierung von Oberbayern im vergangenen Jahr drei neue Unterkünfte eröffnet hat, sind die Kapazitäten der Gemeinschaftsunterkünfte fur Asylbewerber in Oberbayern auf Grund der kontinuierlich gestiegenen Asylbewerberzahlen ausgereizt. Die Regierung von Oberbayern hat deshalb nach langen Jahren erstmals im Dezember je 20 Asylbewerber Landkreisen und kreisfreien Städten zur dezentralen Unterbringung zugewiesen. Aktuell läuft eine zweite Zuteilung von weiteren je 20 Asylbewerbern. Die Regierung von Oberbayern hat bisher ausschließlich den Landkreisen und kreisfreien Städten Asylbewerber zugewiesen, in denen sich derzeit keine staatlichen Unterkünfte befinden oder konkrete Planungen laufen. Auch die Anzahl der Zugänge in der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in München, die neben Zirndorf in Mittelfranken als erste Anlaufstelle fur Asylbewerber in Bayern dient, ist kontinuierlich seit 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen (2009: um 45%, 2010: um 48% und 2011 noch einmal um 19%). In der Erst- aufnahmeeinrichtung in München, die eigentlich für etwa 500 Personen angelegt ist, sind aktuell ca. 730 Personen in mehreren Standorten in München untergebracht. Bei einem kurzfristigen Stand von uber 800 Personen musste die Regierung von Oberbayern vor zwei Wochen die Erstaufnahmeeinrichtung sogar kurzfristig fur neue Belegungen sperren. Die Regierung von Oberbayern plant zusammen mit der dafür zuständigen Immobiliengesellschaft des Freistaats Bayern (IMBY) sowohl die Erweiterung der Erstaufnahmeeinrichtung in München (bzw. mittelfristig einen neuen Standort), als auch die Eröffnung weiterer Gemeinschaftsunterkünfte.

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