Auch Männer fördern den Frauennotruf FFB - 25jähriges Bestehen

„Es ist schade, dass wir sie brauchen, aber es ist gut, dass es sie gibt“, sagte Brucks Oberbürgermeister Sepp Kellerer bei seiner Ansprache zum 25. Geburtstag des Brucker Frauennotrufes „Frauen helfen Frauen“. Und Landrat Thomas Karmasin meinte: „Ich bin realistisch: wir werden sie auch in Zukunft weiter brauchen.“ Zur kleinen Geburtstagsfeier konnte Vorstandsmitglied Karin Berrsche zahlreiche Ehrengäste in den rechtzeitig zum Jubiläum fertiggestellten, umgebauten und gleichzeitig erweiterten Räumen der Fachberatungsstelle Am Sulzbogen 25 im Stadtteilzentrum West begrüßen.

Seit 1984 ist der Frauennotruf Anlaufstelle für misshandelte, vergewaltigte und in Not geratene Frauen. Im Namen des Brucker Frauennotrufes dankte Berrsche bei ihrer Begrüßungsansprache dem Hausherren aus dem Brucker Rathaus für die gewährte Unterstützung beim Umbau. „Wir sind sehr froh, dass uns nun Räume zur Verfügung stehen, die dem Beratungsbedarf auch gerecht werden“, so Berrsche. Die Räume in der zweiten Etage des Stadtteilzentrums West teilt sich der Frauennotruf mit der Interventionsstelle. „Mit soviel Herren habe ich nicht gerechnet. Ich dachte, ich wäre alleine“, meinte Kellerer bei einem Blick in die Runde. Aber längst zählen auch viele Männer zu den Förderern des Frauennotrufs. Neben Landrat Thomas Karmasin sowie den Bürgermeistern, Frederik Röder aus Alling, Johann Thurner aus Mammendorf, Hubert Jung aus Eichenau und Schöngeisings Bürgermeisterin Marianne Hofmuth nahmen auch etliche Kommunalpolitiker an der kleinen Feierstunde teil. Auch die Sozialreferentin der Großen Kreisstadt, Maria Röhl, sowie Pfarrerin Ursula Leitz-Zeilinger und die Leiterin der im gleichen Haus untergebrachten Ökumenischen Nachbarschaftshilfe, Beate Hollenbach, dokumentierten mit ihrer Anwesenheit die Bedeutung des Frauennotrufs. „Mit ihrer Anwesenheit bekunden sie alle die Wertschätzung, die der Frauennotruf seit 25 Jahren erfährt“, stellte dann auch der Brucker Rathauschef heraus. Er erinnerte daran, wie die Stadt dem Frauennotruf im Jahre 1997 angeboten habe, aus dem alten Rathaus ins Stadtteilzentrum West umzuziehen. „Der Umzug in das Sozialzentrum war der richtige Schritt“, so Kellerer. Er schätze sich glücklich, dass es solch einen Verein gebe, der bis an seine Leistungsgrenze gehe. Der OB sicherte dem Frauennotruf auch für die Zukunft seine Unterstützung zu. Trotz bevorstehender Haushaltssperre habe er noch einen kleinen Betrag „locker machen können“. Auch der Landkreis werde den Frauennotruf weiterhin finanziell unterstützen, sicherte Landrat Thomas Karmasin zu. Die neuen Räume versinnbildlichen sozusagen den Wandel im Bewusstsein unserer Gesellschaft, meinte er. Vor 25 Jahren habe der Frauennotruf in einem Keller seine Tätigkeit aufgenommen und musste zunächst viel Überzeugungsarbeit leisten. Auch von politischer Seite seien damals Fehler gemacht worden, räumte Karmasin ein. Jetzt herrsche allerdings breiter Konsens über die Notwendigkeit des Frauennotrufs, so Karmasin. Die zu beobachtende Zunahme der Beratungszahlen begründet sich seiner Meinung nach nicht an der Zunahme der Gewalt, sondern vielmehr daran, dass sich heutzutage die Frauen eher trauen, den Frauennotruf in Anspruch zu nehmen, insbesondere auch Frauen mit Migrationshintergrund.

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