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Das MVV-RufTaxi fährt, wenn die Busse stillstehen

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MVV-RufTaxi
Das MVV-RufTaxi erweitert den Fahrgastservice im ÖPNV des Landkreises Fürstenfeldbruck, wenn der Busbetrieb pausiert. © LRA Fürstenfeldbruck

Flächendeckender öffentlicher Nahverkehr auch abends, nachts, am Wochenende und an Feiertagen – dafür sorgt das MVV-RufTaxi. Es springt an, wenn die Regionalbusse stillstehen. Das System funktioniert bedarfsgesteuert, das heißt, das MVV-RufTaxi fährt nur, wenn es von Fahrgästen angefordert wird. So gelingt der Spagat zwischen einem umfassenden Nahverkehrsangebot und der notwendigen Effizienz.

Der Landkreis Fürstenfeldbruck ist für das MVV-RufTaxi schematisch in sieben Sektoren gegliedert. Für jeden gibt es einen Fahrplan, aber keine feste Linienführung. Denn es werden immer die kürzest möglichen Strecken gefahren und nur diejenigen Haltestellen bedient, die bei der Buchung angegeben wurden. Deshalb können die tatsächlichen Abfahrtszeiten geringfügig vom Fahrplan abweichen.

MVV-RufTaxi bis 45 Minuten vorher buchen - ohne Mindestanzahl

Wer das MVV-RufTaxi nutzen möchte, muss die Fahrt bis spätestens 45 Minuten vor der im Fahrplan genannten Zeit buchen – mit der MVV-App, online unter www.mvv-auskunft.de oder telefonisch unter 089/889 889 80. Besetzt ist die Telefonzentrale des MVV-RufTaxis von Montag bis Freitag 17.30 bis 5.45 sowie Samstag, Sonn- und Feiertag ganztägig.
Eine Mindestanzahl an Buchungen gibt es nicht – die Kleinbusse kommen auch, wenn sich nur ein einziger Fahrgast angemeldet hat. Das fühlt sich dann schon fast wie ein echtes Taxi an, ist aber sehr viel günstiger. Man fährt zum normalen MVV-Tarif, ohne Kurzstreckenregelung. Wer bereits eine Zeitkarte besitzt und im gültigen Tarifraum das MVV-RufTaxi nutzt, muss nichts dazuzahlen. Einzelfahrscheine, Streifenkarten und Zuzahlungen zu Zeitkarten können beim Fahrer gelöst werden.

MVV-RufTaxis ermöglichen barrierefreie Mobilität – sie sind auch mit Rollstuhl oder Gehhilfe, Kinderwagen oder größerem Gepäck problemlos nutzbar. Bei Bedarf ist das Personal beim Einsteigen behilflich.
Die sieben MVV-RufTaxi-Linien verkehren sternförmig in die Kernzone „Fürstenfeldbruck Stadt“. Hier kann man von einer Linie in die andere umsteigen. Es gibt aber auch überlappende Sektoren, in denen man tangential von einem zum anderen gelangt. Außerdem werden einzelne Orte in den Nachbarlandkreisen Starnberg, Dachau und Landsberg angefahren.

Haltestellengruppen mit Zeitfenster

Um die Fahrpläne des MVV-RufTaxis zu verstehen, muss man wissen, dass Haltestellen – zum Beispiel innerhalb eines Ortes - zu Haltestellengruppen zusammengefasst werden. Für benachbarte Haltestellengruppen werden gleiche Abfahrtszeiten angegeben. Sie stehen jeweils für ein Zeitfenster, in dem die Haltestellen bedient werden. Wer das MVV-RufTaxi bestellt, wählt seine Wunschhaltestelle aus und wartet dort zur im Fahrplan angegebenen Zeit. Da die MVV-RufTaxis zu verkehrsschwachen Zeiten fahren, betragen Abweichungen vom Fahrplan höchstens einige Minuten. 

Das MVV-RufTaxi wurde 2015 als Nachfolger des bis dahin mit eigenem Tarif fahrenden Anrufsammeltaxis (AST) im Landkreis eingeführt. Seitdem hat es sich längst als Erfolgsmodell etabliert. Außer in den Hochphasen der Corona-Pandemie verzeichnet das Angebot kontinuierlich steigende Fahrgastzahlen. Genutzt wird es übrigens nicht nur von Nachtschwärmern und Wochenend-Ausflüglern – auch für Schichtarbeiter stellt es einen wertvollen Mobilitätsbaustein dar. uo

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