Auftaktgespräche zum "Runden Tisch Radverkehr" in der Stadthalle

Ein lebenswerteres Germering für Radfahrer

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Interessierte Bürger warfen einen Blick auf die Luftbildaufnahme der Landsberger Straße.

Die Bürger waren am Montagabend gefragt ihre Meinung zur Fahrradfreundlichkeit der Landsberger Straße sowie der Verbindung Wiesenstraße bis Stegmairstraße kundzutun: viele mussten da nicht zweimal gebeten werden, der Ansturm war groß.

Germering - Zwei große Tische empfingen die auskunftfreudigen Germeringer. Auf ihnen waren Luftbildaufnahmen der jeweiligen Straßen ausgebreitet. Mit bunten Klebezetteln konnte jeder die Chancen oder Probleme der Verkehrsknotenpunkte darlegen. Die am häufigsten genannten Schwierigkeiten wurden an der Landsberger Straße, Ecke Untere Bahnhofstraße sowie an der Unteren Bahnhofstraße, Ecke Südendstraße laut. Parkende Autos, die die Wege versperren, fehlende Spiegel für eine bessere Sicht und der Wunsch nach mehr Verkehrskontrollen wurden angeführt. Neben dem von der Stadt beauftragten Planungsbüro war der Fahrradbeauftragte der Stadt Thomas Wieser, Stadtbaumeister Jürgen Thum, Sprecher des ADFC, der zweite Bürgermeister Wolfgang Andre, der Verkehrspolizist Erich Heinz und einige Stadträte als Ansprechpartner an diesem wetterbedingt fahrradunfreundlichen Abend in der Stadthalle vor Ort, um den Germeringern Rede und Antwort zu stehen. Denn eines wurde schnell klar, der Diskussions- und folglich Handlungsbedarf ist hoch. 

Planerkollegen aus Holland

„Wir haben auch Planerkollegen aus Holland dabei, die andere Erfahrungen und Perspektiven mitbringen“, erklärt Thiemo Graf, Fachberater des Planungsbüros „Institut für innovative Städte“ , die sich auf den Fuß- und Radverkehr spezialisiert haben. Germering gelte als wichtige Radroute und das nicht nur innerörtlich. Diese Aussage bekräftigt auch der ehemalige Sprecher des Germeringer Ortsverbandes des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Hartwig Hammerschmidt. „Früher war die Landsberger Straße Teil des alten Ammersee-Radweges, der auf seinen rund 95 Kilometern von Bad Wörishofen bis nach München reicht. Der Abschnitt in Germering wurde aber gestrichen, da er für Fahrradfahrer unzumutbar ist“, erzählt er weiter. Dabei hat er nicht unrecht, wer Germering auf der Landsberger Straße von Ortseingang bis Ortsausgang mit dem Fahrrad durchqueren möchte, muss mehrmals die Fahrbahnseite wechseln und Umwege oder auch Gefahren in Kauf nehmen. 

Runder Tisch Radverkehr

Aufgrund der zahlreichen Einschränkungen für Fahrradfahrer in Germering hat sich vor etwa drei Jahren der „Runde Tisch Radverkehr“ gegründet. Zunächst sollte bei der Auftaktveranstaltung geprüft werden, wie viele Leute an einer Veränderung der Radwege interessiert wären. Als Nächstes folgen zwei Planungswerkstätten an drei unterschiedlichen Terminen, beginnend im Juli – nach der Fußball-Weltmeisterschaft. Was beispielsweise auf der Landsberger Straße entstehen soll ist eine durchgängige Radverbindung in beiden Richtungen sowie eine neue Ampelanlage. „Dazu müssen Bürger, Anlieger und die dort arbeitenden Menschen befragt und mit einbezogen werden, denn auch die Flüssigkeit des Kfz-Verkehrs muss sichergestellt werden. Ein Konsens muss also her“, sagt Graf. Nachdem die Vorstellungen und Wünsche dokumentiert und in einen Plan eingespeist werden soll im November eine Ergebnispräsentation vor dem Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss stattfinden.

Claudia Becker

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