Ausbringung von Gärsubstrat im Wasserschutzgebiet erfordert Maßnahmen

Vorübergehende Chlorung des Germeringer Trinkwassers

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Die Pumpe wird das Chlor in Form eines Granulats in das Germeringer Trinkwasser einspeisen.

Aufgrund der Ausbringung von Gärsubstrat innerhalb des Wasserschutzgebietes der Zone 2, haben die Stadtwerke Germering auf Empfehlung des Gesundheitsamts Fürstenfeldbruck und des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit vorsorglich eine Desinfektion des Trinkwassers veranlasst. Somit wird das Trinkwasser voraussichtlich über einen Zeitraum von vier Wochen – beginnend am Montag, 16. Juli – gechlort. Eine Benachrichtigung über das Ende der Maßnahme wird ebenso erfolgen.

Germering - Der Stadt mitgeteilt, dass es zu dieser Form der Kontamination kam, hat der Landwirt bereits am 9. Juli. Was war geschehen: Eine Biogasanlage, die ihre Biomasse – normalerweise Gülle oder Energiepflanzen wie Mais, Grassilage oder Getreide – von einem Germeringer Landwirt bezog, brachte das im Gärvorgang entstandene Nebenprodukt, ein Gärsubstrat, vorschriftsmäßig wieder zurück zum Landwirt. Der beauftragte Lohnunternehmer brachte die Gärsubstratmasse jedoch fälschlicherweise im Wasserschutzgebiet der Zone 2 aus. Glücklicherweise informierte dieser nach der Entdeckung seines Irrtums den Landwirt über die falsche Ausbringung. Dieser meldete sich sodann bei der Stadt Germering. Zudem bemühte er sich, das bröselige und trockene Substrat, welches oftmals als landwirtschaftliches Düngemittel verwendet wird, abzutragen. Dazu wurde die landwirtschaftliche Fläche zweimal mit einem speziellen Gerät gemäht und abgesaugt, und eine Rasen- beziehungsweise Humusschicht von etwa zehn Zentimeter mit einer Planierraupe abgenommen, wie der Werkleiter der Stadtwerke Germering Roland Schmid am Freitag mitteilte. „Der Großteil ist weg, keiner weiß genau über die Rückstände bescheid und wir wollen keine Unsicherheiten aufkommen lassen“, erklärt der Leiter des Gesundheitsamts Fürstenfeldbruck Rudolf Summer. 

Was genau muss die Germeringer Bevölkerung jetzt beachten

Eine Chlorung des Trinkwassers wird ab etwa Montagmittag erfolgen und voraussichtlich über einen Zeitraum von vier Wochen laufen. Die Konzentration des Chlors bewegt sich dabei innerhalb der in der Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwerte und ist nicht gesundheitsschädlich. „Es riecht unangenehm und hat einen Beigeschmack“, sagt Schmid. Viele kennen den Zustand bereits aus Urlauben in anderen Ländern. Die Folgen wären durchaus schlimmer ausgefallen, hätte der Landwirt die Kontamination nicht rechtzeitig mitgeteilt, da sind sich alle Anwesenden einig. Ein hinzugezogener Geologe wies darauf hin, dass eine Vermehrung der Bakterien nach zehn Tagen eintreten würde, daher würde die Öffentlichkeit auch erst eine Woche später informiert und die Stadt konnte damit gewisse Vorkehrungen treffen. „Mit der Chlorierung werden alle Bakterien abgetötet“, sagt Summer weiter. Lediglich für Aquarienbesitzer sei das gechlorte Wasser nicht geeignet. Aber auch für diesen Fall haben sich die Stadtwerke etwas einfallen lassen. 

Stadt richtet Telefonnummer ein

Sie richten an einem Hydranten am Bärenweg 13 eine frei zugängliche Zapfstelle für ungechlortes Wasser ein – für geeignete Transportgefäße müssen die Bürger selbst sorgen. „Dieser Brunnen ist nicht belastet, das Wasser kann hier bedenkenlos herausgegeben werden“, sagt Wassermeister Michael Gogl. Sollten dennoch Fragen aufkommen, bittet die Stadt, die von den Stadtwerken eigens eingerichtete Telefonnummer 089 89419 299 oder die Nummer des Gesundheitsamt 08141 519 800 zu den üblichen Bürozeiten anzurufen. Auch für den Oberbürgermeister Andreas Haas ist das eine „blöde Situation“. Das Germeringer Trinkwasser sei immer sehr gut gewesen, die Werte immer in der Norm, wie alternierende Wasseruntersuchungen der Wasserwerke belegen. Durch so einen Zwischenfall sind die Bürger erstmal verunsichert. Ihm sei aber wichtig zu betonen, dass es sich hierbei um eine reine Vorsichtsmaßnahme für die Germeringer Bürger handle. 

Claudia Becker

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