Ausgrabungen in Germering-Nebel: Vortrag und Präsentation der Ergebnisse

Fund: Lagerplatz der Mammutjäger 

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Grabungsleiter und Referent Dr. Thomas Richter bei der Dokumentation.

Der Vortrag „Waldbewohner und Mammutjäger am Rande der Münchener Schotterebene“ von Thomas Richter, findet am Freitag, 10. Januar, um 19 Uhr im Stadtmuseum Germering statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Thomas Richter studierte Ur- und Frühgeschichte an der Universität zu Köln. In seiner Magisterarbeit bearbeitete er bereits 2009 das Fundmaterial der Lesefundstelle von Germering-Nebel, später promovierte er über das Mesolithikum in Altbayern. Seit 2011 ist er der Kreisarchäologe für den Landkreis Landshut in Niederbayern.

Germering - Als ausgewiesener Kenner des Mesolithikums in Bayern stellte er sich 2017 ehrenamtlich als Grabungsleiter der Forschungsgrabung des Fördervereins Stadtmuseum Germering im Bereich der Lesefundstelle bei Germering-Nebel zur Verfügung.

Erfolgreiche Ausgrabung in Nebel

Lange Zeit waren aus dem Gebiet der Münchener Schotterebene keine Fundstellen der älteren und mittleren Steinzeiten bekannt. Das änderte sich, als vor mehr als 20 Jahren der damalige Stadtarchivar der Stadt Germering, Franz Srownal, nahe dem Ortsteil Nebel einen etwa 7.500 Jahre alten Lagerplatz der späten Mittelsteinzeit entdeckte. Damals, am Ende der Mittelsteinzeit, lebten die Menschen im dichten Urwald Bayerns in kleinen Gruppen als mobile Jäger und Sammler. Im Sommer 2017 wurde auf Initiative des Fördervereins Stadtmuseum Germering mit Hilfe der Ehrenamtsbetreuung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege eine Grabung auf der mittelsteinzeitlichen Fundstelle bei Nebel durchgeführt. Die Grabung sollte zeigen, inwieweit diese bisher früheste Ansiedlung im Germeringer Stadtgebiet noch erhalten ist. 

Lagerplatz der Mammutjäger gefunden

Das Besondere an dieser von der Stadt Germering unterstützten Maßnahme war, dass sie vollständig von Ehrenamtlichen durchgeführt wurden. An der Grabung beteiligten sich etliche Aktive aus mehreren historischen und archäologischen Vereinen des Münchener Umlandes als Grabungshelfer. Tatsächlich trafen die Ausgräber auf dem Parsberg auf bisher noch ungestörte Siedlungshorizonte. Aufgrund der Fundsituation gab es jedoch bereits auf der Grabung Zweifel, ob es sich bei den Funden um das gesuchte Lager der Mittelsteinzeit handelt. Im Rahmen weiterer Untersuchungen stellte sich heraus, dass dies nicht der Fall war. Vielmehr stießen die Ausgräber auf einen Lagerplatz, den eiszeitliche Mammutjäger vor mehr als 30.000 Jahren oberhalb der Münchener Schotterebene errichtet hatten. Im Rahmen des Vortrages werden die Ergebnisse der Ausgrabung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

red

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