Ausschuss behandelt Reihe von Anträgen zur Förderung des Radverkehrs

Der lange Weg zur fahrradfreundlichen Stadt

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Radeln in Bruck kann mancherorts eng werden.

Alexa Zierl (Die Partei/Bruck mit Zukunft) bestimmte gemeinsam mit Dieter Kreis (ÖDP) und den Grünen mit ihren gestellten Anträgen die Agenda der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses. Gegenstand der dreistündigen Debatte: Wie kann der Radverkehr im Stadtgebiet gefördert und sicherer gemacht werden?

Fürstenfeldbruck - Darüber, den Radverkehr in Bruck zu fördern, besteht seit längerem Konsens. Mindestens ebenso lange jedoch wird in den politischen Gremien der Großen Kreisstadt über die geeigneten Maßnahmen gestritten. „Eine gefühlte Unsicherheit“ sei der ausschlaggebende Punkt dafür, dass „viele Leute nicht aufs Rad steigen“, begründete Zierl den ersten ihrer fünf Anträge, der darauf abzielt, Kreuzungen für Radfahrer sicherer zu machen. So seien das Markieren von Radfahr- beziehungsweise Schutzstreifen bis zur Signalanlage an Kreuzungen sowie ein Zurücksetzen der Haltelinien für Kraftfahrzeuge geeignete Lösungsansätze, die ein deutliches Plus an Sicherheit brächten. Auch würden eigene Ampelregelungen für Radfahrer oder ein Grü- ner Pfeil exklusiv für Radler helfen, den Radverkehr besser zu berücksichtigen. „Haltelinien anpassen klingt einfach, hat aber Auswirkungen auf die Signalzeit der Ampelanlagen“, entgegnete Radverkehrsbeauftragte Claudia Gessner. 

Überlegungen zur Anpassung der Grünphasen 

Alle Rot-, Gelb- und Grünphasen müssten geprüft und angepasst werden. Laut Sachgebietsleiterin Birgit Thron beliefen sich die Kosten hierfür auf etwa 2.000 Euro pro Szenario. Gessner bat, hiermit zu warten bis die Ergebnisse des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) vorliegen, damit diese mit einfließen können, ansonsten laufe man Gefahr, bestimmte Arbeiten doppelt auszuführen oder bereits umgesetzte Maßnahmen unter Umständen wieder rückgängig machen zu müssen. Ebenso verhält es sich mit den in zwei weiteren Anträgen thematisierten Schutzstreifen. Zum einen beabsichtigen die Antragssteller in der Innenstadt zahlreiche Straßenzüge mit mindestens eineinhalb Meter breiten Fahrradschutzstreifen zu markieren, zum anderen soll die Radverkehrsführung in der Äußeren Schöngeisinger Straße mittels neuer Markierungen verbessert werden. Selbst von der Verwaltung wird diese – insbesondere stadtauswärt – als mangelhaft bewertet. Auch hier will man erst den VEP abwarten, der innerhalb der nächsten Monate vorliegen soll. Schnell umsetzen könne man dagegen den Wunsch nach Verkehrsspiegeln an Ampelanlagen, die den toten Winkel sichtbar machen und Rechtsabbiege-Unfälle von Lkw oder Bussen mit Radlern vermeiden sollen. Allerdings wird es wohl nicht der im Antrag vorgebrachte „Trixi-Spiegel“ (wie vor zwei Wochen berichtetet). 

Brucks erste Fahrradstraße wird geprüft

Dieser sei zu klein und werde oft übersehen. Stattdessen sollen die von der Verwaltung bevorzugten üblichen, rotweiß umrandeten Spiegel zum Einsatz kommen. In einem Pilotversuch werden diese zeitnah an drei bis vier identifizierten Konfliktpunkten angebracht. Einstimmig beschlossen wurde zudem Brucks erste Fahrradstraße. Von der Gartenstraße über die Amperleite, Weiher- und Kirchstraße bis zur Einmündung des Schulwegs haben künftig Radfahrer Vorrang vor dem Autoverkehr. Die von der BBV beantragten Bereiche zwischen Emmeringer Straße, Zum Krebsenbach und Tulpenstraße sowie das Gebiet um die Schule West und die zentrumsnahe Philipp-Weiß-Straße werden erst in Abstimmung mit dem Verkehrsentwicklungsplan auf ihre Eignung als Fahrradstraße geprüft.

Peter Fischer

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