Erneuter Antrag des Brucker Unternehmens

Ärger um Schleifring-Erweiterung

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Nachdem jahrelang über eine Erweiterung des Betriebsgeländes gestritten wurde, gibt es jetzt wieder Ärger wegen vier Bäumen.

In diesem Frühjahr erst stimmte der Stadtrat nach hitziger Debatte den Erweiterungsplänen der Firma Schleifring zu. Nun musste sich der Bauausschuss erneut mit dem Vorhaben befassen.

Fürstenfeldbruck – Das Unternehmen beantragt eine Überschreitung der maximal zulässigen Wandhöhe entlang der Maisacher Straße sowie die Rodung vier weiterer Bäume.

Und täglich grüßt das Murmeltier: Das Thema Schleifring erhitzt mit großer Zuverlässigkeit immer wieder die Gemüter im Stadtrat und seinen Ausschüssen. Seit Jahren wird über eine Erweiterung des Betriebsgeländes in der Hasenheide gestritten. Im März dieses Jahres stimmte der Stadtrat nach einer sehr emotional geführten Debatte schließlich mit einer Zweidrittelmehrheit den Plänen zu. Für eine neue Produktionshalle und weitere Parkplätzen dürfen insgesamt 1,5 Hektar Wald abgeholzt werden, wobei die Rodung südlich der Maisacher Straße für die vorgesehenen Parkplätze –bis zu 181 Auto- sowie 56 Fahrradabstellplätze – je nach Bedarf schrittweise erfolgen sollte. Dass diese Fläche nun in einem Zuge komplett dem Erdboden gleich gemacht wurde, sorgte bei vielen Stadträten für großen Unmut, wie sich auf der jüngsten Bauausschusssitzung zeigte.

Abweichungen vom ursprünglichen Bebauungsplan sorgen für Diskussionen

Konkret ging es um zwei Abweichungen vom ursprünglichen Bebauungsplan, über die der Ausschuss zu beraten hatte. Zum einen soll die Halle bis zu einer Höhe von 16,40 Metern statt der maximal zulässigen 16 Meter errichtet werden, zum anderen müssen nach Ansicht des Unternehmens vier weitere Eichen im Zufahrtsbereich gerodet werden, da sie den Lieferverkehr sowie die Feuerwehrzufahrt behindern. Zweiter Bürgermeister Christian Götz (BBV), der die Sitzung stellvertretend für OB Erich Raff (CSU) leitete, stellte sichtlich konsterniert fest, dass man der Rodung der vier Bäume „im Grunde zustimmen könne, da es angesichts der geschaffenen Tatsachen eh schon wurscht ist“, er aber aus Prinzip dies ablehnen werde. Auch Alexa Zierl (parteifrei) fragte sich „warum man dem zustimmen sollte. Sie holzen alles ab und schaffen Fakten. Erweiterung ja, aber bitte nachhaltig.“

Tenor: Keine weiteren Zugeständnisse für Schleifring

Selbst Gewerbeverbandschef Franz Höfelsauer (CSU) findet die Methoden der Firma Schleifring, einem weltweit führenden Anlage- und Apparatebauer sowie einer der wichtigsten Gewerbesteuerzahler der Stadt, „eine Zumutung dem Stadtrat gegenüber. Man muss sich vorher Gedanken machen, wie man die Dinge löst und nicht immer wieder nachtarocken.“ Christian Stangl (Grüne), „mit einem Bauchgrummeln und ähnlich verärgert“ wie die meisten Ausschussmitglieder, wünschte sich Nachverhandlungen: „Ihr dürft höher bauen, wir wollen aber dafür ein Parkdeck, statt der vorgesehenen Parkplätze.“ So könnte der Flächenbedarf südlich der Maisacher Straße reduziert und teilweise wieder aufgeforstet werden. Nach langer Diskussion – insgesamt herrschte im Gremium die Meinung vor, Schleifring keine weiteren Zugeständnisse mehr machen zu wollen – wurde auf Vorschlag von Hans Schilling (CSU) über die beiden Punkte getrennt abgestimmt.

Höhere Bebauung genehmigt, Rodung der Bäume abgelehnt

Bei fünf Gegenstimmen wurde zwar die höhere Bebauung genehmigt, die Rodung der vier Eichen jedoch von einer großen Mehrheit mit 13:2 Stimmen abgelehnt. So hat man vielleicht noch einen Trumpf in der Hinterhand, um mit Schleifring doch noch über ein Parkdeck verhandeln zu können. Ob sich das Unternehmen jedoch auf so einen Handel überhaupt einlassen würde, bleibt offen.

Peter Fischer

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