Von außergewöhnlichen Abenteuern, fremden Ländern und einem Kamel

Unte

r diesem Titel vermutet man wohl eher eine Geschichte von Lawrence von Arabien oder den Erzählungen von Karl May. Es geht jedoch um die Geschichte einer Rallye, die im Mai 2011 geschrieben werden soll: Bereits zum sechsten Mal findet die Allgäu-Orient-Rallye statt, dieses mal mit einem Team aus Emmering. Die wagemutigen Oberbayern haben sich zusammengefunden, um in 12 Tagen mit drei 20 Jahre alten Autos über kleine Nebenstraßen mehr als 6.000 km von Oberstaufen bis nach Jordanien zu fahren. Anders als bei den üblichen Rallyes geht es nicht um sportliche Leistung, sondern um gelebte Völkerverständigung und humanitäre Hilfe. Autobahnen, Mautstraßen und Navigationssysteme sind tabu, in den durchfahrenden Ländern müssen Sonderaufgaben gelöst werden. Die Herausforderung ist, die Fahrzeuge unbeschadet nach Jordanien zu bringen, wo sie dem Welternährungsprogramm der vereinten Nationen gespendet werden, so der Teamchef Fred Fiedler. Deren Erlös fließt vor Ort in ausgewählte Projekte. Im Jahr 2010 wurden so über 80.000 Euro erzielt, mit denen Kleinkindern Hörgeräte implantiert werden konnten. Als weitere Aufgabe muss jedes Team eine Nähmaschine samt Zubehör besorgen, die wird unterwegs in Salamya persönlich übergeben, wo in Zusammenarbeit mit der Jürgen-Wahn-Stiftung eine Nähschule für (teils behinderte) junge Mädchen und Frauen errichtet wird, so Rita Spitzweck, die als Heilpädagogin arbeitet. Die Route legt jedes Team selber fest, jeder dokumentierte Grenzübertritt bringt Sonderpunkte und steigert die Chance, die Rallye zu gewinnen. Das Team mit den meisten Punkten gewinnt ein lebendiges Kamel. Wir wollen nicht aufs Treppchen meint Urs Hanke, deshalb nehmen wir den direkten Weg über Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Türkei und Syrien. So bleibt mehr Zeit um Land und Leute kennen zu lernen. Elisabeth Stüber freut sich auf den Orient: Das hat mich schon immer interessiert. Michael Kain nutzt die Rallye als Sprungbrett in den Ruhestand: Der Starttag ist gleichzeitig mein letzter Arbeitstag – dann schicken wir ihn in die Wüste schmunzelt Team- und Arbeitskollege Markus Meißner. Maria Oberstadt tauscht Schreibtisch und Bürostuhl gegen ihr mobiles Büro, sie wird das Roadbook führen. 7 Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können, ergänzen sich zum Team 29. Am 30 April geht es los, bis dahin ist noch viel zu tun: Autos überholen, Ausrüstung zusammenstellen, die Strecke planen, Unterkünfte suchen, sich mit den Gepflogenheiten der durchfahrenden Länder vertraut machen. Es werden auch noch Sponsoren gesucht und Nähzubehör für die Schule in Salamya. Nähere Informationen dazu auf der Webseite. Wenn wir unterwegs sind, werden wir aktuell über dieses Abenteuer auf unserer Webseite www.platz-vier.de berichten, verspricht Fred Fiedler.

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