Ausstellung "Carl F. Steinhal - Der fotografische Blick" im Museum Fürstenfeldbruck vom 19. November 2015 bis 3. April 2016

Carl F. Steinheil - Der fotografische Blick

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Obstgarten in Gollenshausen, Carl F. Steinheil, Öl / Leinwand, Privatbesitz
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Bildnis eines Mädchens, Carl F. Steinheil, Öl / Leinwand, Privatbesitz
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Betendes Bauernpaar, Carl F. Steinheil, Öl / Leinwand, Privatbesitz

Die Ausstellung Carl F. Steinheil – Der fotografische Blick widmet sich der künstlerischen Arbeit des Malers Carl Friedrich Steinheil (1860-1917), der sein Kunststudium an der Münchner Akademie u.a. bei Wilhelm Lindenschmit d. J. absolvierte. 1905 heiratete er Isabella Wilson, eine Malerin, die jedoch ihre künstlerische Karriere nach der Heirat nahezu aufgab. Steinheil lebte und arbeitete mit seiner Familie von 1899 bis 1908 in Emmering bei Fürstenfeldbruck, anschließend bis zu seinem frühen Tod in Gollenshausen am Chiemsee.

Die Ausstellung zeigt die künstlerische Bandbreite und Originalität eines Malers, der vollkommen in Vergessenheit geraten ist. Zu sehen sind wunderbare impressionistische Landschaften in freier und lockerer Malweise, realistische Darstellungen bäuerlichen Lebens jenseits gängiger Genremalerei und Porträts, die wie Momentaufnahmen wirken. Steinheils Bilder sind Beispiele für eine neue Sichtweise, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts von der immer populärer werdenden Fotografie geprägt wurde und unwiderruflich in die Malerei eindrang. Wie der Fotograf mit der Kamera, rückte auch der Künstler offiziell näher an die Alltäglichkeiten der sichtbaren Umwelt, die plötzlich bedeutungsvoll wurden. Carl Friedrich Steinheil wurde mitten hinein geboren in die Welt der optischen Forschungen und fotografischen Erfindungen. Großvater Carl August (1801-1870) zählt zu den interessantesten Forscherpersönlichkeiten im Bayern des 19. Jahrhunderts. Kurze Zeit nachdem Daguerre seine ersten Fotografien veröffentlicht hatte, lichtete Steinheil 1839 Münchner Gebäude mit einer selbst gebauten Pappkamera ab. Die Bilder gelten als die ältesten deutschen Fotografien. 1855 gründete Steinheil eine optische Werkstätte in Schwabing, die spätere „Optische und astronomische Werkstätte C.A. Steinheil und Söhne in München“. Die Firma wurde von Carl Friedrichs Vater Hugo Adolph Steinheil (1832-1893) weitergeführt und leistete wichtige Beiträge zur Entwicklung von Fotoobjektiven und Kameras.

Carl F. Steinheil war vermögend und musste nicht für den Kunstmarkt produzieren. So konnte er individuelle Bilder von großer persönlicher Wahrheit schaffen. Mit über hundert Zeichnungen und Gemälden belegt die Ausstellung die Eigenwilligkeit eines Malers, den es zu entdecken gilt. 

Eva v. Seckendorff

Katalog zur Ausstellung 8,90 €

Weitere Informationen: Museum Fürstenfeldbruck im Kloster Fürstenfeld 82256 Fürstenfeldbruck, Infotelefon 08141-61130 museum@fuerstenfeldbruck.de www.museumffb.de, Di - Sa 13-17 h, So u. Fei 11-17 h, Gruppen n. V.

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