Haltung bewahren

Ausstellung in VHS erinnert an Widerstandskämpfer Carl F. Goerdeler

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VHS-Leiterin Silvia Reinschmiedt vor einer der Ausstellungstafeln.

Die aktuelle Ausstellung in den Räumen der Brucker Volkshochschule widmet sich dem konservativen Widerstandskämpfer Carl Friedrich Goerdeler, einem deutschen Juristen und Politiker, der zu den führenden Köpfen des zivilen Widerstands gegen den Nationalsozialismus gehörte.

Fürstenfeldbruck - Goerdeler, Spross einer deutschen Beamtenfamilie und anfangs als Reichskommissar für Preisüberwachung noch Teil des Systems, entwickelte sich noch vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges zu einem entschiedenen Gegner des NS-Unrechtregimes. Nach seinem Rücktritt als Oberbürgermeister von Leipzig im April 1937 knüpfte Goerdeler aufgrund seiner weitreichenden Verbindungen im In- und Ausland ein breites Widerstandsnetzwerk, das über den ehemaligen Generalstabschef des Heeres, Ludwig Beck, auch eng mit der Militäropposition verbunden war. 

Neuordnung des politischen Lebens

„Das größte Problem ist die Wiederherstellung des einfachen menschlichen Anstandes“ – in zahlreichen Schriften – rund 20.000 zum Teil handgeschriebene Seiten konnten erst mit der Archivöffnung durch Gorbatschow von namhaften Historikern, unter anderem Professor Hans Mommsen, gesichtet und ausgewertet werden – definierte er sowohl Ziele des Widerstands als auch die Neuordnung des politischen Lebens nach einem Staatsstreich. Teile dieses Entwurfs fanden später auch Einzug in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Bereits vor dem 20. Juli 1944 wird Goerdeler von der Gestapo gesucht. Nach dem missglückten Attentat auf Hitler kann er zunächst entkommen, wird jedoch kurz darauf denunziert und am 8. September 1944 in einem Schauprozess am Volksgerichtshof unter Roland Freisler zum Tode verurteilt. Auf Befehl Hitlers wird er erst fünf Monate später nach ausführlichen Vernehmungen am 2. Februar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. 

Ausstellung noch bis Ende Juni

Die Ausstellung ist im Foyer der Volkshochschule Fürstenfeldbruck am Niederbronner Weg noch bis Ende Juni Montags bis Freitags von 8 bis 21 Uhr zu besichtigen. Auf Wunsch können Gruppenführungen – auch für Schulklassen – unter Führung des Enkels von Carl-Friedrich Goerdeler, Bertold Goerdeler, organisiert werden. 

Peter Fischer

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