Austausch und Impulsvortrag im Landratsamt

200 Gäste tauschen sich beim 18. Wirtschaftsempfang aus

„Ich wünsche Ihnen heute Abend einen wunderbaren Austausch. Ich wünsche Ihnen, dass Sie nicht networken, sondern einfach nur ratschen und sich wohlfühlen“, sagte Landrat Thomas Karmasin zum Ende seiner Begrüßung zum 18. Wirtschaftsempfang, zu dem der Landrat rund 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung ins Landratsamt eingeladen hatte.

Fürstenfeldbruck – Im großen Sitzungssaal erwartete die Besucher neben einem Vortrag der Moderatorin und Managementtrainerin Sabine Altena, eine Ehrung von Michael Hagemann, dem Chef einer Eichenauer Werbemittelagentur für sein ehrenamtliches Engagement. Karmasin überreichte dem Ehepaar einen Geschenkkorb und einen Blumenstrauß. Der Rest des Abends bot den Gästen viel Raum für Gespräche und branchenübergreifenden Austausch.

Fachkräftemangel vorherrschendes Thema

„Der heutige Abend soll uns als Forum der Inspiration und der Kooperation dienen. Nutzen Sie die Möglichkeit, sich mit anderen Gästen auszutauschen“, sagte der Landrat. „Der Wirtschaftsempfang dient aber nicht nur dem Austausch untereinander, sondern auch dem Austausch mit uns als Amt. Ihre Probleme sind unsere Aufgaben.“ Im Moment sei mehr der Fachkräftemangel als die Arbeitslosigkeit das Thema, griff der Landrat einige Themen auf. Es sei nicht so, dass es keine Fachkräfte mehr gebe, sie seien schlichtweg in der Region nicht da, weil sie aufgrund des öffentlichen Nahverkehrs schlecht herkommen würden. Ein einfacherer und verbilligter MVV-Tarif sei noch nicht die Lösung, so Karmasin, sondern man brauche eine bessere Taktung und da nütze auch der Ausbau des Busnetzes im Landkreis nichts, wenn die S-Bahn nicht funktioniere.

Wohnungsnot lindern

Als einen weiteren Grund des Arbeitskräftemangels nannte der Landrat die Wohnungssituation. Man könne den Münchner Wohnungsmarkt nicht beeinflussen, aber was man für die benötigen Fachkräfte und Mitarbeiter im Landkreis machen könnte, sei Wohnraum zu schaffen. Dazu beabsichtigen nun die Gemeinden mit Unterstützung des Landkreises, eine Wohnungs-Baugesellschaft zu gründen. Allerdings baue eine Gesellschaft noch keine Wohnungen, sondern die Gemeinden müssen dazu auch Bauland ausweisen, sagte Karmasin. Bei der Requirierung von Arbeitskräften plädierte der Landrat bei den Unternehmern auf die Wiedereinstellung von Müttern, die in den Beruf zurück wollen. „Wir haben dabei hervorragende Erfahrungen gemacht.“ Was die Unternehmer weiter bewege, das will das Landratsamt im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung in den Unternehmen im kommenden Frühjahr wieder abfragen. Zu der im dreijährigen Turnus durchgeführten Befragung bat Karmasin alle Unternehmen um Unterstützung.

Hoffnung auf "harmonisches Miteinander" 

Als Jahrhundertthema für die Region bezeichnete der Landrat die zukünftige Entwicklung des Fliegerhorstes nach Abzug des Militärs. „Ich bin enorm dankbar, dass sich die betroffenen Kommunen zur Lösung an einen Tisch gesetzt haben und sich nicht gegenseitig ausstechen. Nur gemeinsam können wir mit diesem Gelände etwas anstellen, was zukunftsweisend ist.“ Er hoffe, dass es zu einem „harmonischen Miteinander“ von Wohnen und Arbeiten kommt.

Fünf Faktoren zum Erfolg

In einem kurzweiligen Vortrag zum Thema „Rock your business“ erläuterte die Festrednerin Sabine Altena anhand von fünf Aspekten der führenden Leadership-Experten James Kouzes und Barry Posner, wie letztlich jeder zu einer guten Führungskraft werden kann. An Beispielen erfolgreicher Rockbands aber auch Sängern wie Udo Lindenberg, erklärte die Moderatorin unterhaltsam, wie diese Stars es geschafft haben, über eine lange Zeit, den Ton anzugeben. So habe sich beispielsweise bei Lindenberg erst der Erfolg eingestellt, als er nicht mehr in Englisch, sondern in Deutsch sang. Man sollte sein Verhalten einmal überdenken und einfach ändern und dabei diese fünf Faktoren beherzigen: Sei glaubwürdig, mach deine Visionen zur Realität, sei mutig und schräg, mach andere stark und vertraue und wertschätze.

Dieter Metzler

Rubriklistenbild: © Metzler

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