Königliches Starkbierfest 2018

Tränen gelacht

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Die altehrwürdige Marthabräuhalle in der Kreisstadt bebte, so zünftig ging‘s beim diesjährigen Königlichen Starkbierfest der König-Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg am 24. Februar zu.

Fürstenfeldbruck – „Des is ja der Wahnsinn, wie hier heute die Post abgeht“, traf ein Gast den Nagel auf den Kopf. Bis kurz vor Mitternacht sorgte ein Unterhaltungsprogramm der Extraklasse mit Krüglredner Wolfgang Ober, dem Theaterensemble des Brucker Brettl und Stargast Wolfgang Krebs für beste Stimmung unter den 350 Gästen in der ausverkauften Halle. Bernhard „Fleischi“ Fleischmann, bekannt vom Bayerischen Rundfunk, führte durch das Programm und für die musikalische Unterhaltung sorgte wie in den vergangenen Jahren der Holzkirchener Musikzug.

Zwei Biere, zwei Anstiche

Zum zweiten Mal in der Geschichte des Starkbierfestes wurde die Veranstaltung mit einem Doppelanstich eröffnet. Jeweils drei Schläge benötigten Oberbürgermeister Erich Raff und der zweite Bürgermeister Christian Götz, um die ersten beiden Fässer „Prinzregent Luitpold Weizenbock“ und „Kaltenberger Ritterbock“ anzuzapfen. Beide verrichteten das Ritual gekonnt, so dass die Gäste in der ersten Reihe von einer Bierdusche verschont blieben. Seine Königliche Hoheit, Luitpold Prinz von Bayern, verkündete anschließend stolz, dass die Biere aus seiner Brauerei mit einer Stammwürze zwischen 20 und 21 Prozent manchem Münchner Doppelbock weit übertrafen.

Der neue Wirt des Brucker Brauhauses, Jochen Mörz und seine Tochter Nadine, bekamen vom Geschäftsführer der Brauerei Oliver Lentz und Gebietsverkaufsleiter Richard Sturm eine Ehrenurkunde für 25 Jahre Volksfestwirt in der Kreisstadt überreicht.

Danach steuerte „Oberbraumeister“ Wolfgang Ober, ein Fassl Bier vor sich herschiebend durch den Saal auf die Bühne und derbleckte die Provinzpoliziker.

Die Derblecken-Opfer: OB Erich Raff und Alexa Zierl

Am meisten Fett weg bekamen Brucks OB Erich Raff und seine „ewige Besserwisserin“ im Stadtrat, Alexa Zierl, deren Vorname sich natürlich bestens für ein Wortspiel mit dem elektronischen Sprachassistenten Alexa eignete. „Zieh den Stecker, und aus ist das Gemecker.“ Die „Terrormamis von der Buchenau“ hätten die „Brucker Demonstrationskultur“ zu neuem Leben erweckt, ebenso die Eishackler, die vor das Rathaus marschierten, um endlich eine Eishalle zu bekommen und natürlich blieb der vor einer Insolvenz stehende Brucker Fußballclub vom Derblecken nicht verschont. Aus dem Brucker „Nichtspielhaus“ wurde ein Lichtspielhaus, wobei Ober die gezeigten „alten Schinken“ als den falschen Weg bezeichnete. Ansonsten warf er den Stadträten vor „es ist im vergangenen Jahr nix passiert“. „Viehmarktplatz, Amperbrücke, Eisstadion und Fliegerhorst, überall Stillstand und Abwarten.“

„Hat mir inhaltlich sehr gut gefallen“, sagte der hauptsächlich von Ober aufs Korn genommene Raff. „Ein rundum gelungener Auftritt, der niemanden weht tat.“ Und Stadträtin Alexa Zierl meinte begeistert: „Einfach herrlich, ich habe Tränen gelacht.“

Die Traumwelt des OBs

Stürmisches Gejohle und Beifall brandete nach dem grandiosen Auftritt des Brucker Brettls auf. Mit ihrem eigens für das Starkbierfest unter der Regie von Carolin Danke einstudierten Einakter „Die Geister, die ich rief“, versetzten die Laienschauspieler die Besucher des Starkbierfestes in eine Traumwelt des OBs. Vor Brucks ältestem Würstlstand am Viehmarktplatz traf der OB auf Minister Söder, König Ludwig II. sowie auf einen Scheich, die ihm Ratschläge zur Lösung der städtischen Probleme gaben. „Es war ein super lustiger Abend“, schwärmte Stadtrat Andreas Ströhle. „Das Theaterstück vom Brucker Brettl war sensationell.“

Zwischen Politik und Volk vermitteln

Weg von der Stadtpolitik zur großen Bayern- und Bundespolitik ging es, als der Meister der geschliffenen Pointe und genialen Perücke einmal mehr über sich hinauswuchs und die Creme de la Creme der bayerischen Politik den Zuhörern präsentierte, besser vorführte. Dabei vermied es aber Krebs, den CSU-Größen weh zu tun. Es ging ihm vielmehr darum, die Politiker nicht so ernst zu nehmen, sondern zwischen Politik und Volk zu vermitteln. Zum Schluss tobte das Volk und huldigte dem Parodisten mit standing ovations. Stadtrat Franz Höfelsauer meinte: „Das war wieder ein wunderbares Starkbierfest mit einem guten Krüglredner, einem tollen Theaterspiel vom Brucker Brettl und einem Wolfgang Krebs, der sich in diesem Jahr selbst übertraf.“

Dieter Metzler

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