Unternehmensbefragung

Mangel an bezahlbaren Flächen

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Auch im Industriegebiet Hasenheide sind die Gewerbeflächen inziwschen knapp geworden.

Fürstenfeldbruck – Die Wirtschaftsförderung des Landratsamtes ließ im Frühsommer 2016 nach 2013 erneut eine Unternehmensbefragung im Landkreis durchführen. Von den 1450 angeschriebenen Betrieben haben 239 die Fragebögen zurück geschickt. Die Rücklaufquote lag damit bei rund 18 Prozent. Die Auswertung stellte Josef Rother, Geschäftsführer der GEFAK (Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung mbH) am 7. Februar bei einer Pressekonferenz im Landratsamt vor.

Ziel solch einer Umfrage ist es, die Erwartungen und Forderungen der Industrie, des Gewerbes, des Handels und des Dienstleistungssektors zum einen zu erfassen. Dabei soll zum anderen aber auch in Erfahrung gebracht werden, wie zufrieden die Unternehmen mit ihrem Standort und den Standortfaktoren sind. Was könnte besser gemacht werden, wo ist Handlungsbedarf und wie könnten die Dienstleistungen der Wirtschaftsförderung im Interesse der Unternehmen optimiert werden? Grundsätzlich bescheinigten die befragten Unternehmen dem Landkreis eine relativ hohe Standortzufriedenheit. Insbesondere die Verkehrslage und –anbindung, die Nähe zu Hauptkunden, aber auch das Kindergarten-, Schul- und Freizeitangebot werden als gut bezeichnet. Größter Mangel herrscht jedoch im Landkreis an bezahlbarem Wohnraum und an bezahlbaren Gewerbeflächen. Alarmierend ist hingegen die Zahl an fehlenden Fachkräften. 

Ein Vergleich von 100 Betrieben, die sich bereits 2013 an der Unternehmensbefragung beteiligt haben, zeigt deutlich auf, wie sehr der Fachkräftemangel zugenommen hat. Fehlten vor vier Jahren in den 100 Betrieben 41 Fachkräfte, so sind es diesmal schon 58. Vor allem die Handwerksbetriebe haben große Schwierigkeiten bei der Nachwuchssuche. Allein für dieses Jahr haben die Unternehmen einen Bedarf an rund 900 Fachkräften gemeldet, sagte dazu Landrat Thomas Karmasin aus. Auch vom demografischen Wandel bleiben die Firmen im Landkreis nicht verschont. Bereits jetzt sind schon ein Drittel der Arbeitnehmer über 50 Jahre alt. Bei der Requirierung von Wohn- und Gewerbeflächen brachte Landrat Karmasin den Fliegerhorst ins Gespräch. Nach Abzug der Bundeswehr (aktuell im Jahre 2023) könnten dort womöglich Wohn- und Gewerbeflächen entstehen. Unzufrieden zeigten sich viele Unternehmen auch mit der schwachen Breitbandversorgung und sogar fehlender Internetanbindung, ebenso wie die fehlende Nähe zu Forschungseinrichtungen. 

Erkannt haben viele Betriebe im Gegensatz zu der Untersuchung von 2013 die Bedeutung von der Vereinbarkeit Beruf und Familie, insbesondere flexiblerer Arbeitszeiten. Warum dagegen das Arbeiten von zu Hause aus, Home-Office, gegenüber anderen Ländern in Deutschland sich nur zögerlich durchsetze, sei auch ihm ein Rätsel, sagte GEFAK-Geschäftsführer Rother. Durch Maßnahmen im Standortmarketing sollen verfügbare Flächen im Wohn- und Gewerbebereich sichtbar gemacht werden und so zu einer Attraktivitätssteigerung des Wirtschaftsstandortes beitragen. „Die Erarbeitung entsprechender Projekte wird in enger Zusammenarbeit und Absprache mit den Mitgliedern des Wirtschaftsbeirates passieren“, teilte die Leiterin der Wirtschaftsförderung im Landratsamt, Barbara Magg, mit. „In dem sind unter anderem die wichtigsten Wirtschaftsverbände, die Agentur für Arbeit, aber auch das Jobcenter Mitglied.“ In einem ersten Schritt will die Wirtschaftsförderung die Karrierechancen, die Landkreisunternehmen bieten, transparent machen. Idealerweise sollen Arbeitgeber wie Arbeitnehmer in einem gemeinsamen Portal hierzu Informationen finden. 

Dieter Metzler

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