Podiumsdiskussion der Jungen Union

Zwischen Lügen und Fakten

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Wie man Fakt von Fake unterscheiden kann, darüber diskutierten (von links): Christian Deutschländer, Moderatorin Thuy Tran, Alex Dorow, Katrin Staffler und Marc Sauber bei einer Podiumsdiskussion der JU im Olchinger Cantina.

Viel lesen und sich umfassend informieren – das rät Journalist Christian Deutschländer, um der immer größer werdende Zahl von Falschmeldungen zu begegnen. Wie Fake News sich auf die Gesellschaft auswirken, war Thema einer Podiumsdiskussion der Jungen Union (JU) Olching und Eichenau im Olchinger Cantina.

Olching – Fakt oder Fake? Diese Frage stellt sich bei Nachrichten immer öfter. Vor allem soziale Medien werden häufig genutzt, um Falschmeldungen und Propaganda zu verbreiten. Neben Deutschländer, Chefkorrespondent beim Münchner Merkur, diskutierten der ehemalige Journalist Alex Dorow, Bayernkurier-Chefredakteur Marc Sauber und CSU-Bundestagskandidatin Katrin Staffler darüber, wie man diesem Phänomen begegnen kann. 

Misstrauen gegenüber Medien wächst

Einig waren sich alle Podiumsgäste, dass das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber den Medien gewachsen ist. „Wir haben ein Informationsangebot in einer Breite wie nie zuvor“, sagt Deutschländer. „Seriös, unseriös, Propaganda und Fake News – dazu die Diskussion um die Lügenpresse.“ Das verunsichere viele Menschen. Das bestätigte auch Dorow mit einer kleinen Anekdote: „Als ich ein Kind war, hat mir meine Oma das Haus des Bayerischen Rundfunks gezeigt und gesagt: ,Das ist der BR. Was die sagen, ist immer wahr.‘“ Die Zeiten, in denen die Menschen dies glaubten seien aber längst vorüber. Trotz des Misstrauens: Dass Fake News bereits aktuelle Ereignisse beeinflusst haben, glaubt Sauber nicht. 

Trump und Brexit führen dazu, dass Menschen wieder Qualitätsmedien suchen

„Brexit und Donald Trump lagen am Wechselwillen der Menschen.“ Falsche Nachrichten hätten mit dem Ausstieg Großbritanniens aus der EU und dem Ausgang der US-Wahl nichts zu tun. „Diese Entscheidungen führen aber dazu, dass die Menschen wieder Qualitätsmedien suchen“, glaubt der Redakteur. Die Lügenpresse-Diskussion habe sich wieder ein wenig beruhigt, so Saubers Wahrnehmung. Gleichwohl seien die Medien gefordert, sich der Herausforderung der Digitalisierung zu stellen. 

Qualitätsmedien sollen eine Lotsenfunktion einnehmen

„Die Journalisten werden mehr hinterfragt, dem kann man einfach mit seriöser Berichterstattung gegenwirken“, sagte Deutschländer. Sauber forderte dazu auf, dass Qualitätsmedien wieder eine Lotsenfunktion einnehmen und die Menschen durch den Nachrichtendschungel führen müssen. „Dazu muss man nicht jede Eilmeldung mitnehmen, sondern lieber sauber recherchierte Nachrichten veröffentlichen“, sagte er. Auch Dorow vertrat die Ansicht: „Seriosität geht vor Schnelligkeit.“ 

Hinweise um sich im medialen Dschungel zurecht zu finden

Moderatorin und JU-Kreisvorsitzende Thuy Tran äußert den Eindruck, dass die Bevölkerung Fakten auch in der politischen Diskussion eher langweilig findet. Das sah auch Staffler, die erklärte, dass es aber nicht redlich sei, wenn man zu sehr nur die Emotionen anspreche. „Manchmal muss man einfach mit harten Fakten arbeiten, auch wenn‘s beim Publikum nicht gut ankommt.“ Um sich im medialen Dschungel zurecht zu finden, riet Staffler dazu, nicht einfach nur Nachrichten zu konsumieren und deren Meinungen zu übernehmen. „Hirnkastl einschalten“, riet sie. Man müsse über Nachrichten auch mal nachdenken und sich tatsächlich eine eigene Meinung bilden. In eine ähnliche Kerbe schlug Deutschländer. Er riet dazu viele verschiedene Medien zu lesen und sich rundum zu informieren.

Andreas Daschner

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