Massiver Einbruch

Auswirkungen der Pandemie treffen das Veranstaltungsforum mit voller Wucht

An der Fassade des Veranstaltungsforum Fürstenfeld hängen viele Plakate
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Erhöhter Zuschussbedarf: Das Veranstaltungsforum leidet wie die gesamte Branche unter den Auflagen der Corona-Pandemie.

Fürstenfeldbruck – Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr rechnete Werkleiter Norbert Leinweber für das laufende Jahr noch mit einem erhöhten Zuschussbedarf von 400.000 Euro.

Nach dem neuerlichen Lockdown „Light“ ist klar, dass dies nicht ausreichen wird. Der Forderung, für das kommende Jahr zusätzliche Fördermittel in derselben Höhe bereitzustellen, schob Finanzreferent Klaus Wollenberg (FDP) unter Verweis auf die angespannte Haushaltslage einen Riegel vor.

Lockdown Light ist totaler Lockdown

Leinweber betont vor dem Kultur- und Werkausschuss, dass der sogenannte Lockdown Light für das Veranstaltungsforum ein totaler Lockdown sei. Die einzigen Veranstaltungen sind momentan noch die Stadtrats- und Ausschusssitzungen, die seit einem halben Jahr wegen der geltenden Abstandsregeln im Stadtsaal beziehungsweise dem Kleinen Saal stattfinden.

Im Sommer kurzzeitig Leben im VA

Nach dem ersten Lockdown und der allgemeinen Zurückhaltung aufgrund der Corona-Pandemie kehrte im Sommer Leben nach Fürstenfeld zurück. Erste Veranstaltungen konnten mit kleinerer Teilnehmerzahl und unter Beachtung der Hygienevorschriften erfolgreich durchgeführt werden. So genossen insgesamt über 7.500 Gäste den Klaviersommer, den Kinosommer sowie das Open-Air-Festival. Auch der Fürstenfelder Töpfer- und Kunsthandwerkermarkt konnte – als reine Outdoor-Veranstaltung – stattfinden. Unter Corona-gerechten Bedingungen verlief die Veranstaltung reibungslos und wurde sukzessive von etwa 10.000 Gästen besucht.

Hoffnungen auf Normalisierung zerstört

Andere Publikumsmagnete wie Ostermarkt, Fliegenfischen, Gesundheitstage oder das Animuc-Festival mussten jedoch ersatzlos abgesagt werden. Auch im Bereich Tagungen/Seminare, dem zweiten Standbein des städtischen Eigenbetriebes, verzeichnet Leinweber „seit Anfang März bis heute eine dramatische Vielzahl an Stornierungen.“ Neuanfragen für das laufende Jahr gäbe es hingegen nur ganz vereinzelt. Anfängliche Hoffnungen auf eine Normalisierung der Situation nach den Sommerferien haben die steigenden Inzidenzwerte wieder zunichte gemacht, so dass die Planungen für die neue Saison entsprechend angepasst werden mussten. Um möglichst viele Abonnenten unterbringen zu können, werden Veranstaltungsreihen zum Teil in den größeren Stadtsaal verlegt oder – mit Ausnahme der Theaterreihe – zweimal nacheinander aufgeführt, wobei die Künstler auf eine höhere Gage verzichten.

Nur Abonnenten halten sich gut

Entsprechend niedrig sind auch die Umsätze im Kartenservice. Erfreuliche Ausnahme: Die Abonnenten der Kulturreihen konnten zu größten Teil gehalten werden. Der Aboverkauf bei Jazz, Alte Musik und Literatur liegt derzeit bei 87 Prozent des Vorjahres.

Weiterer Zuschuss abgelehnt

Insgesamt blickt Leinweber jedoch verhalten auf die kommende Saison. 2021 werde „ein Konsolidierungsjahr, bei dem der Eigenbetrieb auf Sicht fährt.“ Der Aufbau weiterer Projekte werde erstmal zurückgestellt. Der Forderung zusätzlicher Mittel für das nächste Jahr in Höhe von 400.000 Euro wollte der Finanzreferent allerdings nicht folgen. Das Veranstaltungsforum erhalte von der Stadt jährlich Zuschüsse von rund einer Million Euro und in diesem Jahr wären bereits 400.000 Euro zusätzlich zur Abfederung Corona-Folgen zusätzlich geflossen. Einen weiteren Zuschuss in dieser Größenordnung könne die Stadt angesichts der angespannten Haushaltslage, Wollenberg spricht von einem Fehlbetrag im zweistelligen Millionenbereich, nicht so einfach stemmen. „Wir müssen versuchen, den Laden gemeinsam zusammenzuhalten.“
Peter Fischer

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