Entgegenkommen der Bahn

Nun doch mit Dach: Umbaupläne von Gleis 1 am Brucker Bahnhof

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Bahnsteig und Treppenaufgang bekommen eine neue Dachkonstruktion. Das Vordach am Empfangsgebäude entfällt jedoch größtenteils.

Die Bahn zeigt Entgegenkommen und ist auf die Änderungswünsche des Brucker Stadtrats weitgehend eingegangen.

Fürstenfeldbruck –  So sehen die überarbeiteten Pläne zur Ertüchtigung des Bahnsteiges an Gleis 1 nun unter anderem eine Dachkonstruktion vor. Die Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern bleibt jedoch nach wie vor eine Kompromisslösung.

Bahn will Planungen abschließen

Ingo Laberer und Karin Hacker von der DB Netz AG stellten dem Planungs- und Bauausschuss auf seiner jüngsten Sitzung die überarbeiteten Pläne zur Reaktivierung des Bahnsteiges an Gleis 1 des Brucker Bahnhofs vor. Man habe die in der vorangegangenen Sitzung vorgebrachten Anregungen und Wünsche der Stadt berücksichtigt und beabsichtige nun die Planungen abzuschließen und bis Ende des Jahres beim Eisenbahnbundesamt einzureichen, so die Vertreter der Bahn.

Dach kommt nun doch

Die Ausschussmitglieder zeigten sich überwiegend zufrieden, „da wesentliche Änderungen aus der Dezembersitzung aufgenommen wurden“, wie Zweiter Bürgermeister Christian Götz betonte. So hat der Freistaat als Auftraggeber einer Überdachung des Bahnsteigs zugestimmt. Die neue Dachkonstruktion, die auch den Treppenaufgang überspannt, hat jedoch zur Folge, dass große Teile des Vordachs am Empfangsgebäude entfallen, was Ulrich Schmetz (SPD) beispielsweise „sehr bedauert“, da dies eine weitere Möglichkeit wäre, sich bei schlechtem Wetter unterzustellen. Dem Vorschlag Alexa Zierls (Die Partei/Bruck mit Zukunft), das Dach mit Photovoltaikmodulen auszustatten, erteilte Laberer eine klare Absage. Dies ginge aus statischen Gründen nicht, zudem befinde man sich zu nah an den Oberleitungen.

18 Meter breite Treppe

Desweiteren wurde dem Wunsch nach einem großflächigen, treppenartigen Zugang zur Bahnsteigkante – statt der ursprünglich geplanten 3,20 Meter breiten Treppe – entsprochen. Die Erschließung des 240 Meter langen Bahnsteigs erfolgt nun über eine 18 Meter breite Treppe. Die Mehrkosten von etwa 22.500 Euro trägt die Stadt. Ein barrierefreier Zugang wird über Rampen links und rechts des Bahnsteigs sowie einem Aufzug sichergestellt.

Einstiegshöhe war nicht verhandelbar

Auf dem Bahnsteig endet allerdings die Barrierefreiheit, denn die Bahnsteighöhe bleibt bei 76 Zentimeter. Dies entspricht zwar der Regelhöhe des Regional- und Fernverkehrs, jedoch haben die bei Regionalbahnen häufig eingesetzten Doppelstockwagen mit Niederflureinstieg eine Einstiegshöhe von 56 Zentimetern und S-Bahnen, die das Gleis gegebenenfalls auch anfahren sollen, benötigen eine Bahnsteigkante von 96 Zentimeter. Dies bedeutet, dass Fahrgäste immer einen Höhenunterschied von 20 Zentimetern zu überwinden haben, je nach Zugtyp entweder nach oben oder nach unten. Eine Kompromisslösung, wie Laberer unumwunden zugibt, aber beiden Zugmodellen gerecht zu werden, sei schlichtweg unmöglich und man habe von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft den Auftrag erhalten, den Bahnsteig so zu konzipieren, dass sowohl Regionalzüge als auch S-Bahnen halten können.

Fertigstellung 2022

Läuft alles nach Plan, rechnet man mit einer Fertigstellung bis 2022. In ferner Zukunft könnte auch Gleis 4 als weiterer Haltepunkt reaktiviert und mit einem Bahnsteig versehen werden. Entsprechende Überlegungen gäbe es bereits, aber „da stehen wir absolut am Anfang“, wie Verkehrsreferent Mirko Pötzsch erklärt, der diesbezüglich erste Gespräche mit Vertretern des Verkehrsministeriums führte.

Peter Fischer

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