Fünf Bahn-Mitarbeiter waren im Zug

Update zum Bahnbetriebsunfall: Gebrochener Kupplungsbolzen wohl Ursache

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Olching - Bei geringer Geschwindigkeit riss am Mittwochnachmittag, 8. April an einer IC-Zuggarnitur, die zur einer elektronischen Messfahrt ohne Reisende zwischen Allach und Olching unterwegs war, ein Luftkupplungsschlauch. Bei der anschließenden Kollision einer Lokomotive mit einer Zuggarnitur bei Bahnkilometer 10.600 wurde ein Lokführer leicht verletzt. Es entstand erheblicher Sachschaden.

+++ Update +++

Neue Erkenntnisse nach Ermittlungen

Zum Bahnbetriebsunfall kann die Bundespolizei nun gesicherte Auskünfte erteilen. Bei einer Messfahrt mit einem "Zugverband", bestehend aus zwei Lokomotiven und einem angekoppelten InterCity (bestehend aus sieben Wägen mit Triebwagen), vom Rangierbahnhof Nord in Richtung Olching, kam es am 8. April gegen 15.35 Uhr zu einem Bahnbetriebsunfall. Innerhalb des "Zugverbandes" war die zweite, mittlere Lokomotive mit dem Triebwagen des InterCity durch eine manuelle Kupplung verbunden. Hierbei war zusätzlich eine pneumatische (Luft)Sicherung an der Kupplung verbaut.

Gebrochener Kupplungsbolzen Ursache

Im Rahmen der Messfahrt kam der Zugverband auf Höhe des Bahnkilometers 10,6 planmäßig zum Stehen. Als der "Zugverband" wieder auf etwa 30 Meter pro Stunde beschleunigte, brach - so erste Ermittlungsergebnisse, ein Kupplungsbolzen. Dadurch löste sich der angekoppelte InterCity von der Lokomotive, wodurch die Luftkupplungsschläuche abrissen, was zu einem Druckverlust innerhalb des Bremssystems führte. Dadurch kam es bei den beiden Lokomotiven sowie dem abgekoppeltem InterCity zu einer maschinell eingeleiteten Schnellbremsung.

Ein Wagen entgleiste

Da die beiden vorausfahrenden Lokomotiven aufgrund ihres leichteren Gewichts einen kürzeren Bremsweg als der InterCity hatten, fuhr der InterCity - nach etwa 45 Metern, auf die zweite Lokomotive auf. Dabei schob sich die Front des InterCity unter das Heck der zweiten Lokomotive, wodurch das Drehgestell der beiden hinteren Achsen etwa fünf Meter nach dem Aufprall aus den Schienen gehoben wurde und der Wagen entgleiste. Die erste Lokomotive blieb in der Spur; entgleiste nicht. Anschließend kamen alle drei Züge zum Stehen.

Einer der fünf Mitarbeiter verletzt

Auf der Zuggarnitur und den beiden Lokomotiven befanden sich zum Unfallzeitpunkt fünf DB-Mitarbeiter. Dabei wurde ein 36-jähriger Lokomotivführer mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vom Rettungsdienst in eine Klink transportiert. Ein weiterer DB-Mitarbeiter klagte über Rückenbeschwerden. Weitere Geschädigte sind die Firma ALSTROM SA, Besitzer des InterCity, die DB Cargo AG als Eigentümer einer beschädigten Lokomotive sowie die DB Netz AG, da durch die Entgleisung das Gleisbett Schäden aufwies.

Erste Schätzung: Schaden wohl siebenstellig

Am Unfallort "Eschenrieder Spange" wurden von bahnkundigen Beamten der Bundespolizei Beweismittel gesichert und zusammen mit Gutachtern Ermittlungen zur Unfallursache eingeleitet. Sowohl zur genauen Höhe der entstandenen Sachschäden (ersten Schätzungen zufolge insgesamt ein geringer siebenstelliger Euro-Betrag) sowie, warum der Kupplungsbolzen brach, können seitens der Bundespolizei derzeit keine Angaben gemacht werden.

Die erste Meldung

Gegen 15.30 Uhr wurde eine leere IC-Reisezuggarnitur mit zwei Lokomotiven vom Rangierbahnhof München-Nord bei einer Messfahrt in Richtung Olching gezogen. Dabei riss im Bereich der Eschenrieder Spange, bei einer Geschwindigkeit von rund 30 Stundenkilometern ein Luftkupplungsschlauch, so dass beim Bremsen das hintere Triebfahrzeug auf die mittlere Lok auffuhr, so dass diese auf zwei Achsen entgleiste und sich im Schotterbett festfuhr.

Lokführer mit Verdacht auf Gehirnerschütterung in Klink gebracht

Fünf DB-Mitarbeiter waren mit dem Zug unterwegs. Ein Lokführer kam wegen des Verdachts auf Gehirnerschütterung in eine Klinik. Zur Ursache können Seitens der ermittelnden Bundespolizeiinspektion München, ebenso wie zur Höhe des Sachschadens, der jedoch erheblich sein dürfte, noch keine Angaben gemacht werden. 

red

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