Ausbau vorerst gestoppt

Bahnhof Puchheim: Verkehrsministerium prüft nun doch Außenbahnsteig

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Diskutierten gemeinsam über den Bahnhof-Ausbau in Puchheim (von links): Frank Kutzner vom Verkehrsministerium, Richard Ullmann, Vorsitzender des Behindertenbeirats und Karl-Heinz Türkner vom Seniorenbeirat.

Das Verkehrsministerium hat die Planungen für den barrierefreien Ausbau des Puchheimer Bahnhofs vorerst gestoppt.

Puchheim – Es soll geprüft werden, ob nicht doch noch ein von Stadt und Beiräten geforderter Außenbahnsteig gebaut werden kann. Das sagte Frank Kutzner vom Ministerium bei einem Infoabend vor mehr als 70 Bürgern.

Dass ausgerechnet die mit der S-Bahn angereisten Vertreter des Ministeriums und der Deutschen Bahn mit Verspätung zu der Informationsveranstaltung eintrafen, sorgte für Erheiterung bei den Teilnehmern. Das letzte Stück reisten Ingo Laberer und Timo Sporwien, Projektleiter des Ausbaus, sogar mit dem Taxi an. Dafür wurden sie sogar beklatscht.

Machbarkeitsstudie verzögert Umbau

Applaus gab es auch für die Ankündigung Kutzners, dass die Planungen zugunsten einer Machbarkeitsstudie gestoppt würden. Doch der Vertreter des Ministeriums warnte: „Ob das Anlass zur Freude ist, muss sich erst noch zeigen.“ Denn nun würde sich der lange geforderte barrierefreie Ausbau des Bahnhofs verzögern. „Wie lange, und ob wir überhaupt eine konsensfähige Lösung finden werden, weiß ich nicht“, sagte Kutzner.

Bürgermeister Norbert Seidl hatte von einem Gespräch im Ministerium berichtet, bei dem die Prämisse gewesen sei, „dass wir durch die Verzögerung nicht den vorgezogenen Ausbau verlieren“. Soll heißen: In der Prioritätenliste der Bahnhöfe rutscht man nicht wieder ans Ende. Doch Kutzner widersprach: „Das stimmt nicht.“ Seidl: „Das habe ich anders wahrgenommen.“

Allzu lange dürfe die Verzögerung nach Ansicht von Felix Hechtel vom VdK, der die Beiräte bei ihren Forderungen an die Bahn unterstützt, nicht dauern: „Es gibt doch bereits Pläne, mit denen man weiterarbeiten kann.“ Laut Kutzner handelt es sich dabei aber nur um Machbarkeitsstudien, „mit denen wir keine Baureige bekommen“. Die Planungen müssten nun auf den Stand der aktuell gestoppten Pläne gebracht werden.

Verzögerung für Forderungen in Kauf nehmen

Wie lang das dauert, dazu wollte Kutzner nichts sagen. Richard Ullmann, Vorsitzender des Behindertenbeirats in Puchheim, verweist jedoch darauf, dass im Ministerium von einer Verzögerung von einem halben bis einem Jahr die Rede gewesen sei. Das würden Ullmann und seine Mitstreiter in Kauf nehmen, um ihre Forderungen durchzusetzen.

Statt Unterführung und Aufzug ein Außenbahnsteig gefordert

Während die Bahn plant, den bestehenden Mittelbahnsteig mit einer neuen Unterführung und einem Aufzug zu erschließen, fordern Stadt und Beiräte besagten Außenbahnsteig. Ullmann und der Seniorenbeiratsvorsitzende Karl-Heinz Türkner erläuterten noch einmal, warum sie die Planung der Bahn nicht akzeptieren wollen. „Die bestehende Unterführung bliebe dann unverändert und wäre nicht barrierefrei“, sagte Ull-

mann.

Sorge um dunklen Tunnel und kaputte Aufzüge

Stattdessen will die Bahn zwei lange Rampen und eine neue Unterführung östlich der bestehenden bauen. „Gerade die in der Bewegung eingeschränkten Menschen hätten dann die weitesten Wege zurückzulegen“, schilderte Ullmann. Außerdem sei die neue Unterführung eng und nicht einsehbar. „Eine Angströhre“, so der Behindertenbeiratsvorsitzende. Zudem wäre der Mittelbahnsteig nicht erreichbar, wenn der Aufzug einmal ausfällt.

Ein weiterer Außenbahnsteig im Norden sei dagegen über eine kurze Rampe jederzeit stufen- und technikfrei erreichbar“, erläuterte Türkner. Die bestehende Unterführung könne mit Aufzügen nachgerüstet und damit barrierefrei gestaltet werden. Der geplante Ausbau werde für die nächsten Generationen Bestand haben“, sagte Türkner. Deshalb solle eine echte Barrierefreiheit angestrebt werden.

Andreas Daschner

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